Basel Tattoo: Tamtaramtamtam in Basel

Helena Barop

Bunte, trommelnde Militärkapellen verwandelten Basel am Samstag gegen Mittag in einen großen Exerzierplatz. Sie alle waren Gäste des Basel Tattoo, bei der seit Dienstag Militärmusikformationen aus aller Welt in der Kaserne Basel auftraten. Statt gegeneinander Krieg zu führen, marschierten sie friedlich hintereinander her. Mit dabei waren unter anderem Kapellen aus Russland, Trinidad und Tobago und Schottland.



Es ist Samstag und die Baseler Innenstadt ist vollgestopft mit Herrschaften mittleren Alters. Sie schwenken blaue Fähnchen, ihren Nachwuchs haben sie auch mitgebracht. Menschen zwischen 16 und 36 scheint es nicht so sehr hier her zu ziehen. Ausgelassen ist die Stimmung nicht, vielleicht ein bisschen gespannt. Francis (4, Bild rechts) hat sicherheitshalber seinen Hasen mitgebracht.

Um kurz vor zwei wehen die ersten Marschfetzen um die Kurve. Das gespannte Volk positioniert sich entlang der Bürgersteige, die ersten blauen Fähnchen werden geschwenkt. Dann geht’s los. Francis will sehen, was da kommt, doch als er die magische Bürgersteiggrenze überschreitet, zieht seine Mama ihn zurück. Heute herrscht hier Disziplin, es ist ja nicht Fasnacht.



Dann marschieren sie vorbei. Tamtaramtamtam, da wird getrommelt und marschiert, Fahnen wehen, den Dudelsackkapellen aus Schottland folgt die gute alte Blasmusik aus der schweizer Heimat, und alles im Marschtakt. Eins, zwei, drei, vier. Diszipliniert halten die Gruppen Abstand, die Pferde lassen sich nicht irritieren und das Publikum staunt.

Schottland, die USA, Norwegen, England, Russland, Südafrika, Korea und immer wieder die Schweiz präsentieren farbenfrohe Uniformen. Auf den Auftriff von Trinidad und Tobago (Bild unten) sind die Veranstalter besonders stolz. Zwei Jahre hat Tattoo-Organisator Erik Julliard verhandelt, um die "Trinidad and Tobago Defence Force Steel Orchestra and Drums" an den Rhein zu locken.



Deutschland dagegen fehlt, vielleicht haben die Deutschen zu viele schlechte Erfahrungen mit dem Marschieren gemacht. Die schweizer Artillerievereine, die hier stolz ihre schweigenden Kanonen durch die Innenstadt ziehen, gibt es in Deutschland selten. Für den Suchbegriff „Artillerieverein“ wirft Google unter den ersten 20 Ergebnissen 15 Schweizer Internetadressen aus.

Eine gute halbe Stunde ziehen die Gruppen vorbei. Dann strömt das Publikum über den Münsterplatz und Richtung Mittlere Rheinbrücke, dort kann man alles nochmal von vorne sehen. Straßenfeststimmung kommt nicht auf, Francis und seine Eltern gehen nach Hause. Was bleibt sind nur die Pferdeäpfel, ein paar liegengebliebene blaue Fahnen und ein Transporter mit der Aufschrift „Brauereipferde unterwegs“, der auf dem Münsterplatz auf seine Passagiere wartet. 



Und, wie war's?

Benjamin Wagner, 16, aus Basel

"Ich fand es spannend zu sehen, wie die alle auf Disziplin trainiert sind, wie die alle schön gleichmäßig im Gleichschritt laufen. Am Besten? Am Besten fand ich die showband.ch, also die Schweizer."

Ehepaaar Meister aus der Basler Vorstadt

Herr Meister: "Wir sind von all dem begeistert. Wir waren schon letztes Jahr dabei. Wir sind richtige Militärparadenfans." Frau Meister: "Mir hat das ganz Exakte am besten gefallen."

Herr Meister: "Das waren die Norweger. Die königliche Garde. Das war einfach Präzision. Ansonsten hat das Swiss Army Orchester hervorragend gespielt, und all diese Drums und Pipes waren super."


Francis, 4


Did you like it?

"Yes."

What did you like most?

"I liked the Horses. And I like Rabbits."

Foto-Galerie: Helena Barop

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