fudder-Interview

Ball-Verqueer-Organisatorin: Das ist mehr als eine klassische Fasnetsparty

Viola Priss

Indiana Jones, Nick Carter oder Bibi Blocksberg? Am Samstag findet der 24. Ball Verqueer unter dem Motto "Heldinnen Deiner Kindheit" statt. Jule Markwald von der Aidshilfe Freiburg, die den Ball ausrichtet, erzählt, wieso er mehr als eine klassische Fasnetsparty ist.

Das diesjährige Motto unterscheidet sich deutlich von denen der Vorjahre. Wer hatte denn die Idee, dass auch mal eine Ronja Räubertochter auf den Ball gehen darf?

Also am Anfang hatten wir eine ganze DIN-A4-Seite voller Ideen und Motti, wie eigentlich jedes Mal. Da wurde dann ganz basisdemokratisch im Team abgestimmt. Ich denke, den Ausschlag für dieses Motto gab, dass es eine wahnsinnige Bandbreite an Kostümen hergibt. Anders als zum Beispiel ein spezifischer Fokus auf die 90er, wie wir es 2019 hatten. Und "Kindheit" ist für jeden ja auch eine andere Zeit, das kann dann gerade spannend werden: für die einen sind das die 70er, für die anderen die 90er und ein Dritter war möglicherweise erst vor wenigen Jahren Kind.

Worin unterscheidet sich der Ball Verqueer von einer üblichen Fasnetsparty?

Ich glaube, die Party ist am ehesten eine Veranstaltung gerade für diejenigen, die mit klassischen Fasnetsveranstaltungen nicht viel anfangen können. Das Bunt-Gemischte, dass sich trotz allem verträgt, macht die Party mit aus. Erfahrungsgemäß legen sich manche Gäste richtig ins Zeug und tüfteln ihr Outfit haargenau aus. Oft kommen auch Cos-Player, die ihr Kostüm selber nähen. Der Abend ist alleine schon zum Angucken einfach ein Spektakel, von der guten Musik ganz abgesehen. Das spektakulärste, kreativste Kostüm wird ja auch wieder von Betty BBQ in der Jury prämiert. Und allein sie ist ja eine kleine Koryphäe in Freiburg. Auch musikalisch dürfte keine Ära ausgelassen werden: Aktuelle Hits auf dem Mainfloor von DJäne Käry und die Klassiker aus den 70er- und 80er-Jahren von DJane Conny und LaBreeze. Wir reden unseren DJs da nicht rein, ich bin also selber gespannt, wie sich das Motto musikalisch niederschlagen wird!

Entstanden ist die Benefiz-Gala ja aus der queeren Szene heraus, vor 24 Jahren eher als Nischenparty. Steht denn nach wie vor auf den Fahnen der Veranstalter, die Subkultur zu öffnen, Vorurteile abbauen zu wollen?

Klar, ist der Ball Verqueer in allererster Linie eine Benefizveranstaltung für die Aidshilfe. Der Ball ist schon nach wie vor und aus der Tradition heraus eine queere, aber gerade mit Ansage auch sehr offene Veranstaltung. Es kann sich einfach jeder gut aufgehoben fühlen und Spaß haben. An diesem Abend ist eben jeder willkommen:ob Biene Maja oder Boy George! Und dieses Ambiente kommt stimmungsmäßig einfach rüber.
  • Was: Ball Verqueer 2020, "Heldinnen der Kindheit"
  • Wann: 22. Februar, 21.15 Uhr
  • Wo: Mensabar, Rempartstraße 18, 78098 Freiburg
  • Eintritt: Tickets ab 18,15 Euro