Rechtschreibung

Baden-Württemberg erlaubt Gendersternchen im Aufsatz

KNA & BZ-Redaktion

Kultusministerin Teresa Schoppe (Grüne) will es den Schulen überlassen, ob sie in Prüfungen und Aufsätzen Genderzeichen zulassen. Lehrer- und Bildungsverbände laufen dagegen Sturm.

Das Kultusministerium Baden-Württemberg überlässt es den Schulen, Genderzeichen wie das Sternchen in Aufsätzen und Prüfungen zuzulassen. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" am Montag berichten, hält es Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) für gut, in den Schulen für eine geschlechtergerechte Sprache zu sensibilisieren. "Und gut ist es auch, wenn Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern eine Schreibweise bezüglich der Sonderformen beim Gendern vereinbaren."

Zeichen wie das Gendersternchen in "Schüler*Innen" sollen signalisieren, dass mit einem Begriff alle biologischen und sozialen Geschlechter gemeint sind. Das sogenannte generische Maskulinum in "Schüler" steht grammatikalisch traditionell für männliche und weibliche Personen, wird aber seit vielen Jahren von Feministinnen und Genderaktivisten als Übereinkunft einer männergeprägten Gesellschaft kritisiert.

Der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Ralf Scholl, warnte dagegen in der Zeitung davor, die deutsche Sprache zu "vergewaltigen". Auch der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg warnt: "Das Ministerium erweist den Schulen damit einen Bärendienst", so der VBE-Vorsitzende Gerhard Brand. "Wir sehen außerdem die Gefahr, dass wenn Schulen unterschiedlich vorgehen, dies mittel- bis langfristig zu einer uneinheitlichen Schreibweise führt. Wir fordern eine klare, einheitliche Regelung, orientiert am Duden und den Empfehlungen der Rechtschreibrats."

Generell gelte in Schulen bei der Vermittlung der deutschen Sprache das Amtliche Regelwerk für die deutsche Orthografie, heißt es unter Berufung auf das Ministerium in dem Bericht. Dessen Herausgeber, der Rat für deutsche Rechtschreibung, empfiehlt Genderzeichen wie den Stern oder Unterstrich bislang nicht.