Stickerspende.de

Bad Krozinger verkauft Sticker, um Spenden für Kulturszene zu sammeln

Maxim Melzer

Trotz Corona als Künstler Geld zu verdienen? Das ist nicht einfach. Um die Kulturszene zu unterstützen, haben zwei Bad Krozinger die Website "stickerspende.de" gestartet. Wer einen Sticker kauft, spendet direkt Geld.

"Wir Künstler sollten uns nicht beschweren", meint der 38-jährige Musiker Michael Schwiening aus Bad Krozingen. Es gebe so viele Möglichkeiten, auch während Corona und Auftrittsverboten an etwas Geld zu kommen. Man müsse halt kreativ werden. Deshalb hat er zusammen mit seinem Freund, dem Kabarettisten Jan F. Kennedy, die Webseite stickerspende.de ins Leben gerufen.


Die Idee sei schon früh, Anfang März, entstanden, erzählt er: "Anfangs wollten wir die Sticker der Künstler verkaufen und das Geld an ’Deutschland hilft’ spenden. Doch so ist nur sehr wenig Geld bei den Künstlern gelandet, der Pool an hilfesuchenden Künstlern war einfach viel größer. Erst dann kam uns die Idee, dass wir das Geld selbst an die Künstler verteilen können. Das läuft bis jetzt super!"

Und so geht’s

Auf der Webseite findet man Sticker ganz verschiedener Künstler: Von Mittelalterbands aus Schweden bis zu deutschen Komikern ist alles mit dabei. Man kann alle Sticker einzeln ansehen und die schönsten für jeweils einen Euro kaufen. Das Beste seien aber die Stickersets, meint der Musiker: Hier kann man ein Set mit vielen verschiedenen Stickern erwerben.

Diese werden zufällig ausgewählt, so kann man dadurch vielleicht auf die neue Lieblingsband stoßen. Die Preise der Stets reichen von drei bis 30 Euro, je nach Anzahl der Sticker. Bis jetzt nehmen rund 25 Künstlerinnen und Künstler an der Aktion teil. "Aber alle sind willkommen", meint Michael. Das eingenommen Geld wird in gleichen Teilen aufgeteilt.

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Ein Beitrag geteilt von Stickerspende (@stickerspende) am Aug 14, 2020 um 6:27 PDT



"Es gibt aber auch Fälle, die die Einnahmen von ihren Stickern lieber spenden oder den anderen Teilnehmern zur Verfügung stellen", erzählt er. "Bis jetzt sind die Rückmeldungen durchweg positiv, sowohl von Künstler- als auch von Spenderseite."


Die Idee, die Gelder selbst zu verteilen sei ihnen leider etwas spät gekommen, meint der Gründer der Webseite, aber jetzt wolle man es groß aufziehen: "Wir denken schon, dass die Idee großes Potential hat. Geplant sind auch Aktionen wie Wohnzimmerkonzerte oder ähnliches."

Und langsam sieht auch Michael Licht am Ende des Tunnels: Mit seiner Band darf er unter Auflagen bald wieder auf einigen Märkten auftreten.
Bist du auch Künstler und hast Lust, an der Aktion teilzunehmen oder willst spenden? Unter stickerspende.defindest du alle Infos dazu.

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