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Autokino an der Messe Freiburg nimmt Betrieb vorerst nicht wieder auf

Fabian Vögtle

Es rechnet sich nicht: Trotz 18.000 Besuchern seit Mai kehrt das Freiburger Autokino nicht aus der Sommerpause zurück. Dafür laufen Vorbereitungen für das Sommernachtskino am Schwarzen Kloster.

In diesem Sommer gibt es auf dem Messegelände kein Autokino mehr. Das hat Betreiber Thorsten Klein am Mittwoch mitgeteilt. Der Geschäftsführer der Freiburger Firma Malecon hatte von Mai bis Ende Juni knapp 18.000 Besucherinen und Besucher zu dem wegen der Corona-Pandemie und den Einschränkungen ins Leben gerufenen Kinoerlebnis gelockt. Vor drei Wochen baute er die große LED-Leinwand dann ab, um zu warten und zu reinigen. Die Konstruktion und Infrastruktur blieb vor Ort.


Betrieb des Autokinos soll sich mit Auflagen und ohne Förderung nicht lohnen

Nach einer kurzen Sommerpause solle es Mitte Juli weitergehen, kündigte Klein damals im BZ-Interview an. Bis Ende August wollte er unter anderem Reise- und Dokumentarfilme zeigen und auch einige Konzert- sowie Comedy-Abende veranstalten. Doch daraus wird nichts. Man habe lange überlegt und abgewägt, sagt Klein jetzt und betont: "Wir hätten es sehr gerne fortgesetzt", aber letztlich mache das wegen der aktuellen Corona-Auflagen und ohne Förderung finanziell keinen Sinn. Um Künstlerinnen und Künstlern eine feste Gage zu zahlen, müsse er schon auf ein Publikum von mehr als 500 Personen zielen. Doch das ist in Baden-Württemberg bisher nicht erlaubt.

Insgesamt zieht Klein jedoch ein positives Fazit seines temporären Autokinos. Mit der Besucheranzahl und dem Ablauf sei man zufrieden, immerhin konnte man eine schwarze Null schreiben. Seine Firma für Veranstaltungstechnik konzentriere sich jetzt auf anstehende Messen in der Sick-Arena. Völlig unabhängig von Corona könne er sich jedoch vorstellen, das Autokino in Zukunft wieder aufleben zu lassen – zum Beispiel im nächsten Jahr.

Hoffnung auf Open-Air und den Kino-Herbst

Derweil laufen die Vorbereitungen für das Sommernachtskino. Vom 29. Juli bis zum 5. September findet das beliebte Open-Air im Innenhof des Schwarzen Klosters in der Innenstadt statt. Neben den besten Filmen des vergangenen Jahres laufen dort einige Klassiker. Statt der üblichen 330 Sitzplätze wird es jedoch nur rund 150 Stühle geben. Jede dritte Reihe und weitere Plätze in allen übrigen Reihen fallen weg, erklärt Veranstalter Ludwig Ammann von den Friedrichsbau Lichtspielen. Erstmals gibt es nummerierte Plätze und damit die Möglichkeit der Kontaktnachverfolgung.

"Um ein Haar", so Ammann, hätte das Sommernachtskino auch ausfallen müssen. Denn der Friedrichsbau ist direkter Nachbar der Volkshochschule, deren Kurse wegen der Corona-Zwangspause jetzt teilweise in den Sommerferien nachgeholt werden. Diese finden, darauf konnte man sich einigen, nun aber ausschließlich tagsüber bis 20.45 Uhr statt. Dem Kinoprogramm am Abend steht also nichts mehr im Wege – außer Regenwetter.

"Im September muss es besser werden." Ludwig Ammann, Friedrichsbau Lichtspiele
In den drei Freiburger Arthouse-Kinos Friedrichbau, Harmonie und Kandelhof ist dagegen Flaute. Durch die Beschränkungen habe man im Schnitt sowieso bloß eine Kapazität von 25 Prozent, erklärt Geschäftsführer Ammann. Diese sei in den letzten Wochen seit der Wiedereröffnung am 18. Juni noch nicht einmal ausgefüllt worden. Im Sommer gebe es immer einen Tiefpunkt, "aber längst nicht so tief wie heuer", sagt Ammann und betont: "Im September muss es besser werden."

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