Sportvereine

Auflagen und Abstand: Wie Freiburger Volleyballerinnen trotz Corona trainieren

Jennifer Reyes

Auch Freiburger Sportvereine nehmen das Training trotz Corona wieder auf – mit einem großen Satz an Hygieneauflagen. fudder hat beim Training einer der Damen-Volleyballmannschaften des USC Freiburg vorbeigeschaut.

Für Anfang April war der Aufbau der Beachfelder des Unisportclubs draußen an der Dreisam auf dem Gelände der Sportuni geplant, drei Monate später ist es endlich soweit: Die Pfosten für die Beachnetze werden eingesetzt und seit letzter Woche geht es für alle Volleyballteams des USC Freiburg endlich wieder in den Sand.


Ein Stück Normalität in der Coronazeit kommt zurück. "Ich bin so froh, wieder Volleyball spielen zu können. Das Team, das Zusammensein, das hat mir alles so gefehlt", sagt Marie Utendrup, 22, Mittelspielerin bei der vierten Volleyballdamen-Mannschaft des Unisportclubs, "dafür nimmt man die Einschränkungen dann auch in Kauf, auch wenn es nicht immer einfach ist."

Kein Blocken, kein Händeabklatschen

Und das sind leider einige. Als Christiane Willig, 23, die Mannschaftsverantwortliche bei Damen 4 und Mitleitung der Geschäftsstelle des USC Freiburg Abteilung Volleyball, letzte Woche grünes Licht für das Hallentraining und auch den Start für die Beachsaison gibt, ist die Freude im ganzen Team groß. Doch die Vorarbeit war immens und die Liste mit den Don’ts ist ziemlich lang: kein Blocken, kein in die Mitte spielen, kein Hände abklatschen, nur kleine Teams dürfen spielen und auch kein Duschen nach dem Spiel.

Dass der Spielbetrieb überhaupt losgehen konnte, dafür musste der Verein im Vorfeld ein eigenes Hygienekonzept erarbeiten und der Stadt vorlegen. Das war viel Arbeit für die Verantwortlichen: "Also, alles ist so ein bisschen ätzend. Es ist so ein Riesenaufwand für so ein bisschen Leistung, die wir dafür bekommen. Ich verbringe schon wieder so viel Zeit am Schreibtisch. Alles, dass man zumindest ein bisschen spielen kann", sagt Christiane.
"Ich bin so froh, wieder Volleyball spielen zu können. Das Team, das Zusammensein, das hat mir alles so gefehlt." Marie Utendrup, Mittelspielerin.
Bevor nämlich die Bälle über die Netze geschlagen werden, muss vor jedem Training in einer Liste erfasst werden, wer alles auf dem Beachplatz steht und das Hygienekonzept unterschrieben und an der Geschäftsstelle bei der Unisporthalle abgegeben werden. Insgesamt dürfen sich dann maximal fünf Leute an einem Beachfeld aufhalten, in der Halle liegt die Höchstzahl an Spielerinnen bei zehn Personen. Dass auf keinen Fall mehr Personen als erlaubt zum Training erscheinen, gibt jeder per App vorher Bescheid und meldet sich so für eine Trainingseinheit an. Das ganze Team sieht sich praktisch nie, dafür müsste man sich so privat treffen.

Beachnetze nach jedem Training abgehängt

Ist der ganze Papierkram endlich bewältigt und das Team fürs Training steht fest, muss noch viel Zeit für den Aufbau der Netze eingeplant werden. Damit nämlich keine Gruppen von Privatpersonen unerlaubt die Beachplätze betreten, werden die Beachnetze nach jedem Training abgehängt und bei den Hausmeistern der Sportuni abgegeben. Zudem werden vor dem Spiel in der Mitte der Beachfelder Absperrbänder gezogen, damit die Mittelzone klar markiert ist, wo nicht hingespielt werden darf.

Auch werden regelmäßig Kontrollen vom Ordnungsamt durchgeführt. "Das nimmt alles den Spielspaß wieder raus und mindert halt auch den Trainingseffekt. Doch wir müssen uns halt einfach dranhalten", so Christiane, "sonst gibt es ein Platzverbot und auch Geldstrafen."

Zukunft des Ligabetriebs noch ungewiss

Die Motivation zu spielen ist hoch, doch so richtig in Fahrt kommt das Spiel nicht, findet auch Mittelspielerin Anna Köpff,22: "Ich finde es richtig schade so Volleyball zu spielen, weil so viel vom eigentlichen Spiel verloren geht. Alleine das Abklatschen muntert einen auf, wenn mal paar Bälle daneben gehen. Aber auch nicht zu blocken, vor allem in der Halle, nimmt dem Spiel den Reiz weg." Klar verständlich, wenn jeder zweite Ball in die tote Mittelzone fällt und man sich die ganze Zeit irgendwie beobachtet fühlt. Ob der Ligabetrieb im Herbst wie gewohnt losgehen kann, steht auch noch in den Sternen: "Wir vom Verein müssen jetzt eigentlich schon die nächste Saison ab Herbst planen, die Hallen buchen, die Spieltage festlegen – man weiß bisher überhaupt nicht, ob sich der Aufwand lohnt." Deshalb blicken die Volleyballmädels hoffnungsvoll auf die vom Kultusministerium neuen angekündigten Lockerungen zum 1. Juli 2020. Dann soll das Training in größeren Gruppen und auch Wettkämpfe wieder stattfinden können. Das neue Konzept dafür steht noch nicht.

Mehr zum Thema: