Der gute Ton

Auf ihrem Debütalbum spielen die Cosmic Mints Psychedelic Rock

Stefan Mertlik

Als "Psychedelic Fuzz & Roll" bezeichnen die Cosmic Mints ihre Musik. Auf dem nun erschienenen Debütalbum zeigen die sechs Freiburger, wie anspruchsvoll und eingängig zugleich das klingen kann.

Die Cosmic Mints gibt es seit fünf Jahren, für ihr selbstbetiteltes Debütalbum ließen sich die Freiburger allerdings Zeit. Auf der Platte, die am 5. Juni über Active Dreamer Records erschienen ist, spielt die Band "Psychedelic Fuzz & Roll". In der Praxis heißt das: Anspruchsvoller Psychedelic Rock, der auch eingängige, fast schon poppige Momente zulässt. Dabei verweigert sich das Sextett bewusst musikalischen Grenzen.


"Wir treffen uns nicht nur zum Musikmachen, uns verbindet auch eine tiefe Freundschaft." Attilio Ferrarese, Gitarrist der Cosmic Mints
"Jeder einzelne von uns hat seine Stärken in einem anderen Genre", sagt Gitarrist Attilio Ferrarese. Das solle sich auch in der Musik widerspiegeln. Er selbst höre viel Metal. Die Interessen von Sänger Alexander Emmert, Bassist Joey Ssymank, Schlagzeuger Sven Maurer, Keyboarder Julian Weyand und Gitarrist Niclas Soddemann reichen von Pop über Funk bis Elektro.

Der Songwriting-Prozess bei Cosmic Mints klingt erst einmal unkompliziert. Hat jemand eine Idee, die meistens aus Akkorden und Riffs besteht, präsentiert er sie den anderen Bandmitgliedern. Anschließend beginnen sie gemeinsam dazu zu spielen. "Even" nennt Attilio Ferrarese als Beispiel: "Das Lied ist an einem Abend bei uns zu Hause entstanden." Es passiere aber auch, dass die Band lange über die Richtung eines Songs diskutiert.



Sich in einer vierköpfigen Band zu einigen, erfordert bereits viel Geduld. Cosmic Mints bestehen allerdings aus sechs Personen. Die Besetzung blieb in den fünf Jahren trotzdem annähernd konstant. Erst ein Mitglied verabschiedete sich. "Wir sind ein eingetragener Verein, in dem jeder seine Mitgliedsgebühren zahlen muss, das hält uns zusammen", scherzt Gitarrist Niclas Soddemann. Den wahren Grund verrät Attilio Ferrarese aber doch noch: "Wir treffen uns nicht nur zum Musikmachen, uns verbindet auch eine tiefe Freundschaft."
Die sechs Musiker sind zwischen Mitte 20 und Ende 30. Abgesehen von Bassist Joey Ssymank, der seine Brötchen als Ingenieur verdient, studiert oder arbeitet der Rest im sozialen Bereich. Müde scheinen die Cosmic Mints trotzdem nicht zu sein. Um das Release zu feiern, gingen sie unter dem Namen "Cosmic Bike Action" auf eine Radtour durch Freiburg. 40 Kilometer legten sie dabei zurück und belieferten Vorbesteller persönlich mit dem Album.



Mit einem Live-Stream aus dem Slow Club wollte das Sextett die Veröffentlichung abschließen. Technische Probleme verhinderten das allerdings. Am 19. Juni wagen sie im Great Räng Teng Teng einen zweiten Anlauf. "Damit können wir endlichen einen Schlussstrich unter die Platte ziehen und ein neues Kapitel aufschlagen", freut sich Schlagzeuger Sven Maurer. Wie das aussehen wird? Als Band wachsen und neue Lieder aufnehmen.