Erdbeerfelder

Auf diesen Feldern in Südbaden kann man Erdbeeren selber pflücken

Ann-Kathrin Moritz

Sommerzeit ist Erdbeerzeit. Doch für viele Obstbauern stellt die Ernte in Corona-Zeiten eine Herausforderung dar. Die BZ zeigt Felder in Südbaden, auf denen man die Erdbeeren selbst ernten kann.

Egal, ob für Kuchen, Marmelade oder einfach so zum Naschen – Erdbeeren sind immer eine gute Idee und Teil des ultimativen Sommergefühls. Denn: Sommerzeit ist Erdbeerzeit. Gleichzeitig stellt die Ernte für Obstbauern in der Corona-Krise eine größere Herausforderung dar als in anderen Jahren, denn oftmals konnte nur ein Teil der ausländischen Hilfskräfte anreisen.


Dennoch müssen Verbraucher auch 2020 nicht auf das süße, rote Obst verzichten. Auf einigen Feldern in Südbaden kann man Erdbeeren einfach selbst ernten. Und weil selbstgepflückt gleich doppelt so gut schmeckt, zeigt die BZ diese Felder der Region im Überblick:



Wagner’s Obst und Gemüse

Stefan Wagner hat gleich zwei Erdbeerfelder zum Selberpflücken:Ein Feld zwischen Opfingen und Freiburg, 200 Meter vom Ortsausgang Opfingen am Sportplatz, markiert mit einem großen Schild. Und ein Feld zwischen Breisach und Ihringen, am großen grünen Kreuz, die Straße heißt Zum Kaiserstuhl.
Öffnungszeiten: In Opfingen werktags und am Wochenende von 10 bis 19 Uhr, in Breisach werktags 15 bis 19 Uhr, am Wochenende 10 bis 19 Uhr
Preise: 2 Euro pro Schale (500 g), 4 Euro (1 kg), Preise können sich in der Saison noch ändern. Schalen können zum Unkostenbeitrag gekauft werden, aber auch mitgebrachte Gefäße sind erlaubt.
Regelungen wegen Corona: Abstand halten. Wenn es zu voll wird, achten die Betreiber darauf, dass nicht zu viele Besucher gleichzeitig auf das Feld gehen.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? "Bei uns sind die meisten Erntehelfer gekommen, deshalb kommen wir gut rum", sagt Stefan Wagner. Anfangs hätten sich auch sehr viele Deutsche gemeldet, vor allem auch Gastronomen für die Spargelernte. "Das haben wir zwei, drei Tage lang gemacht und die Leute haben gut gearbeitet. Inzwischen haben wir aber nur noch unsere rumänischen Stammkräfte auf dem Hof", so Wagner.

Obsthof Spinner

Das Feld liegt an der B 28 von Oberkirch kommend in Richtung Kehl, nach Nußbach auf der rechten Seite, an der Abbiegung zur Schwarzwaldhalle Appenweier. Eine Anfahrtsbeschreibung gibt es auch auf der Website.
Öffnungszeiten: (vorerst) Montag bis Samstag von 8.30 bis 17.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9.30 bis 17.30 Uhr
Preise: ca. 2,50 Euro (1 kg)
Regelungen wegen Corona: Durch die Tunnel ist das Feld ganz gut eingeteilt, so dass der Abstand eingehalten werden kann.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? "Wir haben bisher Glück gehabt, weil wir uns schon vor Ostern mit dem Thema beschäftigt haben", sagt Karl-Wendelin Spinner. Dadurch hätten sie sehr viele Anfragen von Deutschen bekommen, sodass die Herausforderung eher darin bestand, den organisatorischen Aufwand neben der regulären Arbeit zu bewältigen. "Jetzt haben wir aber ein wirklich super Team Regio zusammenbekommen mit etwa 12 bis 15 Leuten – das sind Leute in Kurzarbeit, Schüler oder Studenten", so Spinner. Dieses Team kümmere sich um die Pflege der Erdbeeren. Die Ernte übernehme dagegen ihr altes Stammteam aus Rumänien, von denen einige trotz der Krise auf den Hof gekommen seien.

Obst- und Beerenhof Mild

Das Feld liegt direkt an der L75 zwischen Dundenheim und Altenheim, ein großer Lkw deutet darauf hin.
Öffnungszeiten: Täglich von 6.30 bis 12 Uhr und von 15.30 Uhr bis 20 Uhr
Preise: 2 Euro (1 kg)
Regelungen wegen Corona: Keine Mundschutzpflicht auf dem Feld. Es gelten die allgemeinen Regeln, also vor allem Abstand halten.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? "Wir sind eigentlich ganz zufrieden", sagt David Mild. Bei ihnen seien gerade hauptsächlich Studierende sowie Schülerinnen und Schüler zur Ernte angestellt. Ausländische Hilfskräfte gebe es dagegen dieses Jahr keine auf dem Hof, so Mild.

Wochner

Das Feld liegt an einem Hof zwischen Merdingen und Wasenweiler, am Anfang der Wasenweiler Straße. Bis Dienstag, 2. Juni, kann man hier Erdbeeren selbst ernten.
Öffnungszeiten: Täglich 8 bis 20 Uhr
Preise: Momentan 1,50 Euro (500g)
Regelungen wegen Corona: Abstand halten. Die Felder sind in Abschnitte eingeteilt, sodass nicht zu viele Kunden gleichzeitig auf ein Feld können.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? Auf dem Hof der Familie Wochner gibt es laut Alicia Wochner in diesem Jahr weniger Helfer als in anderen Jahren. "Wir hatten auch einige Anrufe von willigen und hilfsbereiten Studenten, die ab und zu mal helfen. Das nehmen wir natürlich sehr gerne an und zwei Studenten kommen auch sehr regelmäßig", erklärt Wochner.

Hollihof Dietsche

Auch die Familie Dietsche hat zwei Felder zum Selberpflücken: Ein Feld beim Keidelbad in Freiburg und ein Feld kurz vor Neuenburg, von Zienken kommend auf der Rheinstraße oder von der Autobahnausfahrt Neuenburg und dann in Richtung Zienken.
Öffnungszeiten:
Freiburg: Täglich 10 bis 19 Uhr, montags geschlossen
Neuenburg: Täglich 9.30 bis 19.30 Uhr, montags geschlossen
Preise: 4,50 Euro (2 kg), ab 6 kg 4 Euro für 2 kg. Kartonkorb für 50 Cent muss gekauft werden.
Regelungen wegen Corona: Abstände müssen eingehalten werden. Besuchende (außer Kinder) dürfen nur mit Mundschutz aufs Feld. Es dürfen keine eigenen Gefäße mitgebracht werden, sondern eine Kartonschale (etwa 1,5 bis 2 kg) muss für 50 Cent gekauft und gefüllt werden, damit es an der Kasse nicht zu viel Hin und Her gibt.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? "Ungefähr die Hälfte unserer Erntehelfer haben wir einfliegen lassen", sagt Milena Dietsche. Am Anfang der Saison habe außerdem eine Gruppe deutscher Erntehelfer geholfen. Das habe auch ganz gut geklappt, so Dietsche. Trotzdem hat der Hof ein Feld stillgelegt, "weil wir wissen, dass wir es nicht bewirtschaftet bekommen."

Franz-Xaver-Hof

Das Feld liegt fünf Minuten vom Hofladen entfernt, Schwarzwaldstraße 2 in Buchholz, Waldkirch. Das Auto kann am Hof stehen gelassen werden.
Öffnungszeiten: Täglich 8 bis 19 Uhr
Preise: 2 Euro (500 g)
Regelungen wegen Corona: Abstand halten, gegebenenfalls bei zu viel Betrieb Maske tragen. Eigene Gefäße sind mitzubringen.
Wie sieht dieses Jahr die Versorgung mit Erntehelfern aus? "Wir haben hin und her jongliert mit Einheimischen, die in Kurzarbeit waren und auch Erntehelfern, die seit Januar geblieben sind", erklärt Anita Schwehr-Füssele. Das sei sehr umständlich gewesen, weil viele Leute erst einmal eingelernt werden mussten, "aber irgendwie sind wir durchgekommen." Ab Juni werde sich die Situation weiter entspannen, so Schwehr-Füssele, dann könnten die Erntehelfer wieder ganz normal über den Landweg kommen.
Liebe Leserinnen und Leser,
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