Anita Khosravi: Diese Frau weiß, wie man Hip-Hop tanzt

Oliver Rath

Anita Khosravi ist 22 und unterrichtet Hiphop-Tanz in Freiburg. Gerade hat sie mit ihrer Gruppe Juvenile Maze den Bounce It Contest des Euro Dance Festivals gewonnen. Im fudder-Interview spricht Khosravi über ihre Jura-Kommilitonen, Schüler-Avancen und metrosexuelle Moonwalk-Tänzer (mit Foto-Galerie).



Anita, du fährst mit deinen zwei Tanzgruppen Juvenile Maze und sui generis am 5. April zur Süddeutschen Hip-Hop-Meisterschaft nach Kempten. Fühlst du dich schon gut vorbereitet?

Noch nicht. Wir sind mitten in der Vorbereitung, die etwa drei Monate dauert. In den Kamikazewochen kurz vor dem Turnier trainiere ich die Tänzer fast jeden Tag.

Gibt es beim Hip-Hop-Tanz eigentlich Altersbeschränkungen a la "Ab 30 go home"?

Nein, es gibt auch Jungsenioren bei der Süddeutschen Meisterschaft. Die sind mindestens 35 Jahre alt. Aber ich denke, man sollte spätestens mit 15 bis 16 Jahren anfangen mit Hip-Hop, damit das noch was wird.



Wenn du eine Schülerin hast, die von Woche zu Woche zunimmt, würdest du ihre Essgewohnheiten ansprechen?

Es gibt gerade im Hip-Hop mehrere korpulentere Frauen (lacht). Solange das Tänzerische nicht darunter leidet, ist das kein Problem. Leider ist das aber oft der Fall.



Fühlen sich manche deiner Schüler überfordert und fehlen unentschuldigt?

Wenn man eine Stunde verpasst, hinkt man schon hinterher. Company-Schüler dürfen es sich nicht erlauben, unentschuldigt zu fehlen. Andernfalls werden sie rausgeschmissen.

Wie wird man denn ein Company-Schüler?

Schüler, die positiv auffallen, weil sie sehr viel Talent haben, spreche ich an.

Sicher verlieben die sich dann in dich.

Davon kriege ich leider oder Gott sei Dank nichts mit. Als Lehrerin bemüht man sich um Distanz. Hip-Hop-Tanz wird auch von Frauen dominiert. Unter 20 Tanzenden sind da drei oder vier Männer. Ich glaube, umgekehrt ist es anders. Lehrer bekommen bestimmt öfters Avancen.



Du studierst auch Jura. Ist das ein Gegensatz? Findest du andere Jurastudenten spießig?

Es gibt sicherlich viele Jurastudenten, mit denen ich nichts zu tun haben möchte und die mich nicht interessieren. Hip-Hop und Jura bilden schon einen Kontrast, aber auch einen guten Ausgleich für mich. Beides ist harte Arbeit und beides kann man nur durch Fleiß schaffen. Das Studium erfordert konstantes, stundenlanges Lernen. Beim Hip-Hop kannst du dich ausleben, neue Ideen und Geschichten in Choreographien einbauen.

Welche Geschichte hat die neue Choreographie?

Dieses Jahr heißt sie "Rumble in the Jungle". Es geht um eine Schlacht, die die Tänzer auf der Bühne austragen. Die Tänzer schlüpfen in Tierrollen.

Was hältst du von Männern mit metrosexuellen Frisuren, die den Moonwalk Dance in der Disco vorführen?

Na ja, jedem das seine.

Foto-Galerie: Oliver Rath

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