fudder-Interview

An diesem Donnerstag kann man CO2-Ampeln für Innenräume basteln

Jennifer Fuchs

Um die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen gering zu halten, ist lüften wichtig. Doch wie oft? Eine CO 2 -Ampel kann helfen. Der Freiburger Tüftler Sebastian Müller bietet eine Bastelaktion an diesem Donnerstag an. Wir haben gefragt, wieso das wichtig ist.

Sebastian, warum bietest du eine CO2-Ampel-Bastelaktion an?

Sebastian: Luftqualität ist schon lange ein wichtiges Thema für mich. Zunächst, indem ich ab 2017 mit vielen Menschen in Freiburg Feinstaubsensoren gebastelt habe. In der Corona-Krise ist die Qualität von Luft in Innenräumen nun sehr wichtig geworden.
Jeder Mensch atmet pro Minute etwa acht Liter Luft aus. Die ausgeatmete Luft enthält deshalb neben CO2 auch winzige Flüssigkeitströpfchen, die Aerosole, welche mehrere Stunden in der Luft schweben können. Ist die jeweilige Person mit dem Virus infiziert, so enthalten diese Tröpfchen auch Viruspartikel. Durch das Einatmen nehmen wir diese belastete Luft wieder auf und können uns anstecken.

Da Aerosole nur schwer zu messen sind, nehmen wir einen CO2-Sensor. Dessen Wert korreliert gut mit der Aerosolkonzentration. Derzeit sind fast alle Messgeräte in dem Bereich ausverkauft oder sehr teuer. Kurzum ich will einen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten, bei dem man aber auch noch das Programmieren lernen kann.
Zur Person:
Sebastian Müller, 38, ist Rettungsassistent und Altstadtrat in Freiburg.

Was genau bewirken die Ampeln?

Sebastian: Die Ampeln zeigen an, wie gut die Luft in einem Raum ist. Leuchtet die Ampel grün, ist alles ok. Die Unfallkasse etwa empfiehlt in der Corona-Krise einen Zielwert von 700 ppm CO2. Wir werden also die Ampel so "programmieren", das sie ab diesem Wert gelb zeigt. Das Bundesumweltamt stuft eine Konzentration zwischen 1000 ppm CO2 und 2000 als bedenklich ein, wir werden also die Ampel dann rot zeigen lassen. Und vielleicht fällt den Teilnehmenden noch etwas Kreatives ein für ein Wert über 2000 ppm. Die Ampeln helfen uns also das Lüften nicht zu vergessen.

Wie werden die CO2-Ampeln hergestellt?

Sebastian: Ganz einfach. Wir nutzen die Octopus Platine und einen CO2-Sensor. Auf der Platine sind schon LEDs drauf, die ihre Farbe verändern können. Den CO2-Sensor verbinden wir damit. Wir müssen auch vier Lötpunkte setzen, aber keine Angst, wer das nicht kann, dem helfen wir. Und dann müssen wir ein Programm drauf kopieren, das wir selbst programmieren. Wobei wir keinen Code schreiben müssen, denn das Programmieren passiert über eine grafische Oberfläche. Das ist wirklich für jeden machbar. Und fertig ist unsere eigene CO2-Ampel.
Was: CO2-Ampeln basteln
Wo: Chaos Computer Club Freiburg, Adlerstraße 12a, Außenbereich
Wann: 24. September, 17 Uhr
Kosten: rund 100 Euro. Bei günstigerer Bestellung gibt es gegebenenfalls Geld zurück.
Link zur Anmeldung: Sebastian Müllers Blog
Für Rückfragen: Sebastian Müller, sbamueller@gmail.com