LGBTIQ

Am Samstag findet der Christopher Street Day in Freiburg statt

Anika Maldacker

Kundgebung statt Parade: Zum zweiten Mal in der Pandemie-Version ist für Samstag Freiburgs Christopher Street Day geplant – mit Hygienekonzept und dem bisher längsten Programm.

Eigentlich ist der Juni der Monat, den queere Menschen zum "Pride Month" ausrufen, doch die Pandemie wirbelt auch den Freiburger Christopher Street Day (CSD) durcheinander. Statt wie sonst im Juni findet er dieses Jahr am 17. Juli statt. Wie schon 2020 nicht als Parade, sondern als Kundgebung. Der Platz der Alten Synagoge wird gegen den Stühlinger Kirchplatz ausgetauscht. "Wir haben die Planung im April gemacht, als es schwierig abzusehen war, was im Sommer möglich ist", erklärt Ronny Pfreundschuh vom CSD-Verein. Im Vorjahr kamen rund 2000 Menschen zur Aktion.

Das Motto des diesjährigen Christopher Street Days: "Break free!" Damit will der Verein ein Zeichen gegen verschiedene Arten des Gefangenseins setzen: queere Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung in Gefangenschaft sitzen, aber auch Leute, die sich in ihrer gesellschaftlichen Rolle gefangen fühlen. Der Verein fordert unter anderem eine Gleichstellung und Anpassung an queere Lebensrealitäten sowie mehr Räume für queeren Aktivismus, beispielsweise ein queeres Zentrum für Freiburg.

Überwiegend lokale Künstlerinnen und Künstler dabei

Für die Kundgebung am Samstag am Stühlinger Kirchplatz gibt es keine Personenbeschränkung und keine Maskenpflicht. Der Startschuss fällt um 14 Uhr mit einer Begrüßung und einer Premiere: Zum ersten Mal spricht Oberbürgermeister Martin Horn ein Grußwort bei der Veranstaltung. Bis 22 Uhr sind dann insgesamt 26 Programmpunkte geplant – darunter künstlerische Auftritte von Drag Queens und einem Drag King, Redebeiträge von Freiburger Vereinen wie der Aids-Hilfe, der Antifaschistischen Jugend oder dem Regenbogenreferat. Erstmals wird auch eine Drag Queen zu den Teilnehmern sprechen. Außerdem sorgen lokale DJ-Künstlerinnen für Musik. "Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt", sagt Pfreundschuh. Bei Sturm und Gewitter muss die Kundgebung abgesagt werden.

Auch die üblicherweise stattfindende Party am Vorabend muss wegen der Pandemie ausfallen. Mit den Einnahmen daraus hat der Verein die Kundgebung in der Vergangenheit finanziert. Als Ausgleich bekommt der Verein nun einen Zuschuss in einer niedrigen fünfstelligen Höhe von der Stadt. Zuvor hatten die Organisatorinnen und Organisatoren sich um eine Förderung im Doppelhaushalt bemüht, diese aber nicht erhalten. Die Finanzierungslücke versucht das Team nun durch Spendengelder aufzufüllen.
Info: Christopher Street Day 2021, Samstag, 17. Juli, 14-22 Uhr, Stühlinger Kirchplatz. Wer Interesse hat, sich als Ordnerin oder Ordner zu engagieren, kann sich an ordner_innen@freiburg-pride.de wenden.

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