fudder-Interview

Am Freitag beginnt die Kunstmesse "Freiburg Art Fair"

Jennifer Fuchs

Schon zum zweiten Mal findet am Freitag und Samstag die Kunstmesse "Freiburg Art Fair" statt. Das Konzept: nahbar, erschwinglich und solidarisch sein. Im Interview spricht Mitorganisator Ben Hübsch über die Veranstaltung.

Herr Hübsch, die Kunstmesse "Freiburg Art Fair" findet nun zum zweiten Mal statt. Wie wurde die erste Ausgabe 2020 in Freiburg angenommen?

Hübsch: Die Freiburg Art Fair vergangenes Jahr war ein voller Erfolg. Wir hatten mehr als 1500 Besucher und es war eine sehr schöne, positive Stimmung. Auch unter den ausstellenden Künstler und Künstlerinnen. Der Umgang war sehr solidarisch und gemeinschaftlich geprägt. Das hat uns sehr gefreut und diese Atmosphäre wollen wir auch in diesem Jahr beibehalten.

Was ist das besondere Konzept der "Freiburg Art Fair"?

Unsere Kunstmesse ist keine reine Produzentenmesse. Die 60 ausstellenden Künstler und Künstlerinnen sind vor Ort. So besteht die Möglichkeit für Interessierte direkt ins Gespräch mit den Kunstschaffenden zu gehen. Kunst wird somit nahbar. Der Betrachter oder die Betrachterin sieht nicht nur das Kunstwerk, sondern auch den Menschen dahinter und hat somit die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Informationen über die Kunst zu bekommen. Auf der FAF sind die Preise erschwinglich. Auf gewöhnlichen Kunstmessen sind diese im Vergleich oft sehr hoch. Aber Kunst ist mehr als nur Geld und keine reine Spekulationsware. Kunst hat viel mehr Facetten, über die es sich zu reden lohnt. Die Werke haben einen ideellen Wert. Die Tatsache, dass Kunst erschwinglich ist, heißt aber nicht, dass die Kunst weniger Wert hat.

"Die Messe versteht sich als Format für Freiburg, alle Teilnehmenden haben Bezug zur Stadt."

Zudem hat die FAF ein solidarisches Konzept was den Kunstverkauf angeht. Wenn ein Werk verkauft wird, geht ein Teilbetrag in einen Gemeinschaftspott. Dieses Geld wird unter allen Künstler und Künstlerinnen aufgeteilt. Somit profitieren alle am Gewinn. Die Messe versteht sich als Format für Freiburg, alle Teilnehmenden haben Bezug zur Stadt. Zudem ist es wichtig zu erwähnen, dass wir nicht in Konkurrenz zu den Galerien stehen. Ganz im Gegenteil. Uns ist es wichtig Kunst zugänglicher für die Allgemeinheit zu machen – davon profitieren letztendlich auch die Galerien.
Zur Person: Ben Hübsch, 58 Jahre, Künstler und Professor für bildende Kunst

Die Pandemie erschwert das Umsetzen einer Messe. Wie sind Sie als Organisator damit umgegangen?

Bei der ersten FAF hatten wir das Glück, dass sie vor der zweiten Coronawelle stattgefunden hat. So konnten wir die Messe unter einem strengen Hygienekonzept noch veranstalten. Dieses Jahr hatten wir ein wenig Bedenken, wie sich die Infektionszahlen nach dem Sommer entwickeln. Wir haben uns regelmäßig nach den aktuellen Zahlen erkundet, um zu schauen, wie viele Personen wir in die Halle lassen dürfen. Daher haben wir auch dieses Jahr begrenzte Timeslots für den Besuch festgelegt. Natürlich ist der Zutritt zur Messe nur mit einem der 3G möglich.

Welche aktuellen Änderungen gibt es im Vergleich zur letzten FAF?

Erfreulicherweise ist der Frauenanteil in unserem Organisationsteam deutlich gestiegen. Bettina Bosch und Vivian Kahra sind unsere neuen Kolleginnen. Zudem sind dieses Jahr auch jüngere Künstler und Künstlerinnen auf der Messe vertreten. Somit geben wir noch unbekannten Kunstschaffenden die Chance sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Was: Freiburg Art Fair
Wann: 15. und 16. Oktober 2021
Wo: Halle 1 Messe Freiburg