Teil II

Alles, was Du zum digitalen Semester an der Uni Freiburg wissen musst

Gina Kutkat

Studieren während des Teil-Lockdowns: Seit dem 2. November läuft das Corona-Semester an der Uni Freiburg. Weil die Infektionszahlen in Freiburg steigen, wird komplett auf digitale Lehre umgestellt. Unisprecher Nicolas Scherger hat fudder dazu Fragen beantwortet.

Die Antworten basieren auf dem aktuellen Stand des Infektionsgeschehens am Dienstag, 3. November 2020. Am Freitag, 30. Oktober, hatte die Uni Freiburg die Stufe 5 des eigenen Stufenplans ausgerufen. Es ist die zweithöchste Stufe, die in Kraft tritt, wenn der Durchschnittswert der 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100 überschritten hat. Aktuelle Informationen veröffentlicht die Uni Freiburg auf ihrer Corona-Website.


1. Wie wird das Studium im gerade begonnenen Wintersemester aussehen?

Der Präsenzstudienbetrieb ist aktuell ausgesetzt. Die Universität Freiburg befindet sich ihrem Stufenplan zufolge derzeit in der Stufe 5. Demnach können keine Präsenzformate stattfinden, mit Ausnahme von Praxisveranstaltungen, die spezielle Labor- oder Arbeitsräume an den Hochschulen erfordern (zum Beispiel Laborpraktika, Präparierkurse, Prüfungen). Diese sind möglich, wenn sie zwingend notwendig sind. Die Entscheidung über Ausnahmen liegt beim Rektorat. Selbstverständlich müssen bei diesen Kursen die Abstands-, Hygiene- und Maskenregelungen gelten. Diese Regelungen entsprechen zugleich der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.

2.) Welche Technik brauche ich, um den Online-Veranstaltungen gut folgen zu können?

Für die Umsetzung der digitalen Lehrformate werden an der Universität insbesondere die Lernplattform ILIAS, für Videokonferenzen die Softwares Zoom oder BigBlueButton eingesetzt. Für die Bereitstellung von Videomaterial sind zwei Videoserversysteme an die Lernplattform ILIAS angebunden. Die Studierenden benötigen keine besondere Ausstattung. Ein Laptop, PC oder sonstiges Endgerät mit Kamera und Mikrofon reichen aus. Für die Teilnahme an Videokonferenzen sowie das Abrufen hochwertiger Videos wird eine schnelle Internetverbindung empfohlen (mindestens DSL mit 6 Mbit/s).

3. Wohin wende ich mich, wenn es Probleme bei Veranstaltungen gibt?

Erste Ansprechperson ist zunächst der oder die Lehrende der jeweiligen Veranstaltung. Je nachdem, ob es um inhaltliche Rückfragen geht oder ob es – im Falle von digitalen Lehrangeboten – eher Fragen technischer Natur sind, kann er/sie an die zuständigen Stellen im Rechenzentrum und in dessen Abteilung E-Learning weitervermitteln.

4. Ist es wirklich nötig, ein Tutorat in Philosophie mit Präsenz anzusetzen?

Der Präsenzstudienbetrieb ist aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens ausgesetzt. Oberstes Ziel ist, die Gesundheit aller Mitglieder der Universität bestmöglich zu schützen und unseren Beitrag dafür zu leisten, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Aufgrund des derzeit nicht absehbaren Entwicklung kann für den gesamten Studienbetrieb nur der Grundsatz gelten: Wir setzen auf digitale Lehre.

5. Was tue ich, wenn das Pensum im Studium zu viel wird?

Die Zentrale Studienberatung bietet regelmäßig Workshops an zu Themen wie Selbstmanagement, Prokrastination, Stressbewältigung oder Studienzweifel. Diese werden immer auf der Internetseite der Zentralen Studienberatung angekündigt. Darüber hinaus hat die Abteilung Hochschuldidaktik einen Selbstlernkurs ohne Interaktion mit anderen bereitgestellt.
6. Wieso ist die UB nur für Uni-Studierende geöffnet? Andere zahlen auch Semesterbeitrag.

Die Universitätsgebäude dürfen derzeit nur noch zu Dienstzwecken, zur Erledigung von Studienangelegenheiten oder aus anderen wichtigen Gründen betreten werden. Der Zugang ist deswegen nur Universitätsmitgliedern sowie den Beschäftigten von beauftragten Fremdfirmen erlaubt. Der Zutritt universitätsfremder Personen ist auf das notwendige Minimum zu beschränken. Für die Öffentlichkeit sind alle Universitätsgebäude bis auf weiteres geschlossen.

Allen Nutzer mit gültigem Bibliotheksausweis ist die Nutzung der UB in einem eingeschränkten Ausleihbetrieb von Montag bis Freitag, 9 bis 17.30 Uhr sowie am Samstag, 10 bis 17.30 Uhr wieder möglich. Studierende und Mitarbeitende der Universität Freiburg können von Montag bis Sonntag, 8 bis 22 Uhr, die Lesesäle der UB nutzen.

Die Universität erhält keinen Semesterbeitrag von Studierenden anderer Hochschulen. Die im Semesterbeitrag enthaltenen Verwaltungsgebühren fließen an die Hochschule, an der der jeweilige Studierende eingeschrieben ist.

7.) Ich wohne außerhalb von Freiburg, habe schlechtes WLAN und dadurch Probleme mit den Online-Seminaren. Was tun?

Studierende können zehn Seminarräume im Breisacher Tor für freies Arbeiten nach vorheriger Veranstaltungsbelegung und Platzzuweisung nutzen. Zur Vermeidung eines unkontrollierbaren Andrangs ist es notwendig, die Arbeitsplätze zu buchen. Dies erfolgt über HISinOne – dort finden Sie hierzu weitere Informationen.

Beim Nutzen der Räume für freies Arbeiten gilt:
  • Halten Sie bitte Abstand.
  • Tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung.
  • Nutzen Sie ausschließlich die markierten Arbeitsplätze. Wir müssen die Beschränkung auf diese Arbeitsplätze regelmäßig überprüfen.
  • Die Räume werden regelmäßig und auf die aktuelle Situation sowie Belegung abgestimmt durch die Universität gereinigt. Es werden Ihnen ergänzend Reinigungsmittel zur Verfügung gestellt, um bei Bedarf Oberflächen zusätzlich reinigen zu können.


8.) Wer hilft mir bei technischen Problemen?

Meistens hilft Peer-Feedback: Sofern Studierende Kontakte zu Kommilitonen haben, können sie abgleichen, ob diese die gleichen Probleme beobachten oder ob diese beispielsweise mit einem anderen Browser keine Probleme haben. Wir empfehlen zudem, die umfangreiche Online-Hilfe auf der Lernplattform ILIAS zu beachten, zusammengefasst in der Kategorie "Digital Studieren – Support für Studierende und studentische Tutor*innen". Sollten Studierende nicht weiterkommen und auf technische Probleme bei einer der zentralen Plattformen stoßen, können sie sich an das Rechenzentrum der Universität und insbesondere dessen Abteilung E-Learning wenden.

9.) Wie sieht das Konzept der hybriden Lehre aus, wenn die Zahlen wieder sinken?

Das hybride Setting sieht so aus, dass ein Teil der Studierenden im gleichen Raum mit der/dem Lehrenden und ein Teil der Studierenden online zugeschaltet sind. Idealerweise sollten Lehrende dafür über fertig ausgestattete Videokonferenzräume verfügen können. Drei davon richten wir aktuell ein, wobei es durch den hohen Bedarf weltweit derzeit zu Beschaffungsengpässen kommt. Alternativ kommen für kleinere Seminarräume mobile Lösungen in Betracht, die Lehrende jeweils selbst mit in den Hörsaal bringen. Hier haben wir ein Gerät mit Raummikrofon und 360-Grad-Kamera gefunden, das sich in jedem Zoom- oder BigBlueButton-Meeting nutzen lässt. Die Teilnehmenden schalten sich per Videokonferenz dazu und erhalten einen guten Eindruck vom Geschehen im Präsenzraum. Mehrere Institute haben diese Lösung bereits, 15 weitere sollen demnächst auch zentral über die Medienausleihe verfügbar sein.
Der erste Teil von "Alles, was Du über das Corona-Semester an der Uni Freiburg wissen musst" ist am Donnerstag, 29. Oktober 2020 auf fudder erschienen.

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