Fragen & Antworten

Alles, was Du über die Bundestagswahl am Sonntag wissen musst

Anna Castro Kösel

Am kommenden Sonntag wird’s ernst: Ein neuer Bundestag wird gewählt! In ganz Deutschland dürfen rund 60,4 Millionen Menschen wählen. Doch wie funktioniert die Wahl? Wie mache ich Briefwahl? fudder gibt Antworten.

Worum geht’s?

Dieses Jahr ist es wieder soweit! Alle vier Jahre wird der deutsche Bundestag neu gewählt. Laut dem Bundeswahlleiter Dr. Georg Thiel sind in Deutschland dieses Mal 60,4 Millionen Deutsche wahlberechtigt, davon 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männern. Vor allem besteht ein zahlenmäßiges Übergewicht der älteren Jahrgänge. So sind weit über die Hälfte (57,8 Prozent) aller Wahlberechtigten älter als 49 Jahre. Damit ist jeder fünfte Wahlberechtigte älter als 69. Dagegen sind die Erstwählerinnen und Erstwähler mit nur zwei Millionen die kleinste Gruppe, die 21- bis 29-jährigen mit 6,7 Millionen Wahlberechtigten vertreten. Nachdem seit nun mehr acht Jahren die Bundesregierung von der Großen Koalition, also der SPD und der CDU geführt wird, entscheidet sich jetzt, wer die nächsten vier Jahre die neue Bundesregierung stellt.

Was ist die Erststimme?

Bei der Bundestagswahl kann jede Wählerin und jeder Wähler zwei Kreuze setzen, also hat eine sogenannte Erst – und Zweitstimme. Bei der Erststimme wird eine Person, also der oder die Direktkandidierende gewählt, durch den oder die der Wahlkreis im Bundestag vertreten wird. Im Fall von Freiburg handelt es sich um den Wahlkreis 281. In jedem Wahlkreis treten mindestens zwei Kandidaten gegeneinander an und kämpfen um die Stimmen der dortigen Wählerinnen und Wähler. Die Person, die die meisten Stimmen erhalten hat, verfügt über das sogenannte Direktmandat und ist Siegerin oder Sieger des Wahlkreises. Das nennt sich so, weil der oder die Kandidierende durch das Mandat dann direkt ins Parlament einzieht.

Was hat es mit der Zweitstimme auf sich?

Bei der Zweitstimme wählt man eine Partei. Hierfür stellen die Parteien dann Kandidatenlisten auf. Jede Partei zieht dann von der Gesamtanzahl die Sitze ab, die von den Wahlkreissiegern dieser Partei besetzt sind. Entlang der Reihenfolge der Platzierung auf der Kandidatenliste der jeweiligen Partei ziehen dann weitere Abgeordnete in den Bundestag ein. Wenn ihr bei der Zweitstimme eine Partei wählt, die Erststimme aber einem Kandidierenden gebt, der einer anderen Partei angehört, spricht man von einem Stimmensplitting.

Wer tritt an?

Um den Einzug in den Bundestag und das Direktmandat kämpfen im Wahlkreis Freiburg von den bisher im Parlament vertretenen Parteien: Chantal Kopf von den Grünen, Julia Söhne von der SPD, Mattern von Marschall von der CDU, Tobias Pflüger von den Linken und Claudia Raffelhüschen von der FDP, sowie Marco Näger von der AfD.

Wann wird gewählt?

Diesen Sonntag, 26. September, öffnen die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr. Auf der Website der Stadt Freiburgfindet ihr alle Infos zur Wahl: Wie ihr die Briefwahl beantragen könnt, wo ihr euer Wahllokal findet, Infos zu den Corona-Regeln und zum Wahlverfahren. Wie schon bei der Landtagswahl haben Freiburgerinnen und Freiburger vermehrt per Brief gewählt. In Freiburg wurde bereits ein Rekord an Briefwahlen aufgestellt: Die Stadt erwartet sogar eine Briefwähler-Quote von rund 50 Prozent.
Wie kann ich wählen?

Last-Minute-Briefwahl: Achtung! Bis Mittwoch, 22. September um 18 Uhr, ist der Online-Wahlscheinantrag noch freigeschaltet. Danach könnt ihr nur noch persönlich im Wahlamt der Stadt Freiburg, in der Berliner Allee 1 (EG), einen Antrag auf Briefwahlunterlagen stellen. Diese Woche ist das von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr möglich.
Vor Ort im Wahllokal: Per Post sollten alle Wahlberechtigten laut dem Bundeswahlleiter ihre Wahlbenachrichtigungen 21 Tage vor der Wahl, also am 5. September bekommen haben. Diese nehmt ihr mit. Wichtig ist es auch, an euren Personalausweis zu denken. Im Wahllokal bekommt ihr einen Stimmzettel, auf dem die Kandidierenden des Wahlkreises und die Parteien aufgelistet sind. Zwei Kreuze machen – ansonsten schreibt man nichts auf den Stimmzettel. Streicht auch keine Personen durch – sonst könnte die Stimme ungültig werden. Stimmzettel falten und in die Wahlurne werfen.

Was kann ich tun, wenn ich keine Wahlbenachrichtigung bekommen oder sie verloren habe?

Falls du keine Wahlbenachrichtigungen bekommen hast, empfiehlt der Bundeswahlleiter, dich mit deiner Gemeinde in Verbindung zu setzen und zu klären, ob du ordnungsgemäß im Wählerverzeichnis eingetragen bist. Auf der Seite der Stadt Freiburg findest du weitere Infos.

Falls du deine Wahlbenachrichtigung verloren hast, kannst du "auch ohne" wählen gehen, sofern du im Wählerverzeichnis eingetragen bist und weißt welchem Wahlbezirk du angehörst. Das kannst du unter www.freiburg.de/wahllokalfinder nachschlagen. Dort gibst du deinen Straßennamen ein und bekommst dein Wahllokal angezeigt. Aber denk beim Wählengehen trotzdem an deinen Personalausweis.

Was gibt es hinsichtlich der Pandemie zu beachten?

Seit kurzem kursieren Gerüchte, dass in den Wahllokalen die 3G-Regeln gelten. Das ist falsch. Der Bundeswahlleiter stellt richtig: Beim Betreten der Wahllokale muss man sich an die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln und Maskenpflicht halten.

Wie und wo informiere ich mich?

Über das aktuelle Politbarometer des ZDF kann man sich über die neuesten Umfragen informieren. Der Deutsche Bundestag hat auf seiner Seite auch hilfreiche Hintergrundinformationen rund um die Wahl. Bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB) kannst du unter anderem über den "Wahl-Bot" eine Infotour übers Wählengehen machen oder dich über das Wahlsystem informieren. Auch auf fudder haben wir bereits einige Tools und Plattformen vorgestellt, wie du dich über die Bundestagswahl informieren kannst.