Club der Freunde

Tabus

Alle befriedigen sich selbst – warum will niemand darüber sprechen?

Menschen masturbieren, aber sie reden nicht darüber. Aus Scham? Weil sie ein schlechtes Gewissen haben? Weil das Private privat bleiben soll? Auf den Spuren eines alten Tabus.

Also jetzt mal ehrlich: Wann haben Sie zum letzten Mal masturbiert? Für viele stellt schon dieser Satz eine Unverfrorenheit dar. Schließlich geht die eigene Sexualität nur einen selbst etwas an. Aber warum empfinden wir diese Frage als übergriffig? Was ist denn so schlimm an der Sache? Macht doch schließlich jede und jeder.
Um das unangenehme Gefühl zu verstehen, ist eine Zeitreise erforderlich, am besten zurück zum Anfang des 18. Jahrhunderts. Selbstbefriedigung wird damals schon längst als Sünde betrachtet. Dann veröffentlicht der Chirurg John Marten eine medizinische Abhandlung zum Thema, wie Thomas Laqueur in seinem Buch "Solitary Sex: A Cultural History of Masturbation" berichtet. Diese Abhandlung lässt ihre Leserinnen und Leser endgültig zusammenzucken: Riskieren sie sogar ihre Gesundheit, wenn sie masturbieren? In dem Pamphlet namens "Onania" heißt es, Onanie habe schwerwiegende Konsequenzen: Sie führe wahlweise zu Tuberkulose, Pocken oder Epilepsie und müsse deshalb verhindert werden. Zum Beispiel mit Hilfe von Onaniebandagen.
Die Kirche sah Selbstbefriedigung als Werk des Teufels
Zu dieser Zeit, kurz vor der Aufklärung, prägt die Religion die Medizin noch stark, was sich in "Onania" widerspiegelt: Der Titel bezieht sich auf einen Auszug des Alten Testaments. Onan, zweiter Sohn Judas, habe sich geweigert, die Witwe seines Bruders zu ...

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