Bildung

Aktivisten besetzen das Audimax der Uni Freiburg

Gina Kutkat

Rund 80 Menschen haben das Audimax der Universität Freiburg besetzt. Sie fordern neue Wege der Bildung, um der Klimakrise besser begegnen zu können. Die Uni steht mit den Aktivisten in Kontakt.

Ein selbstgemaltes Banner hängt vor dem KG II, das in grün-gelber Schrift die Besetzung ankündigt. Im Audimax sitzen rund 80 Aktivistinnen und Aktivisten auf den Stühlen und auf dem Boden. Ein Hund läuft durch die Reihen. Es gibt einen Frühstückstisch mit Brötchen und frischem Obst und eine Tauschecke.


Eine konkrete Forderung haben die Besetzerinnen und Besetzer noch nicht. "Wir wünschen uns aber eine Bildung, die besonders in Bezug auf den Klimawandel entsprechende Inhalte vermittelt und uns ausbildet, damit gut umgehen zu können", sagt Robin aus dem Presseteam. Für ihr Anliegen haben sie sich mit dem Audimax den größten Hörsaal der Uni Freiburg ausgesucht, der knapp 800 Plätze fasst.

In einem Plenum, das für alle Interessierten öffentlich ist, wird das weitere Vorgehen besprochen – unter anderem auch mit Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer. "Die Universität arbeitet daran, gemeinsam mit den Aktivistinnen und Aktivisten einen Kompromiss zu finden, damit möglichst wenige Klausuren und Lehrveranstaltungen ausfallen müssen, sodass die Besetzung nicht zu Lasten von Kommilitoninnen und Kommilitonen geht", sagt Nicolas Scherger, Pressesprecher der Uni Freiburg am Mittag. Die Universität habe die Aktivistinnen und Aktivisten dazu aufgefordert, das Audimax vorübergehend freizugeben, damit Klausuren wie geplant stattfinden können. "Die Besetzerinnen und Besetzer haben sich damit einverstanden erklärt", so Scherger. Man wolle weiterhin im Dialog bleiben.



Bei den Verantwortlichen der Besetzung handelt es sich um ein loses Bündnis von Menschen aus der Freiburger Klimaschutzbewegung, das sich am Dienstagabend zusammengefunden hat. Anlässlich der Demonstration "Tanzen gegen Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung" hatten sich rund 200 Demonstrierende auf dem Platz der Alten Synagoge versammelt, um gegen das Weltwirtschaftsforum in Davos zu protestieren.

Die Besetzung soll drei Tage dauern

Auf die Demonstration folgte die Besetzung des Audimax der Albert-Ludwigs-Universität, in dem daraufhin die neue "Transformations-Universität Freiburg (TU)" gegründet wurde. Die Gründerinnen und Gründer kritisieren, dass an der Uni Freiburg neben der Forschung über Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien weiterhin die neoklassische Wirtschaftslehre vorherrschend sei. "Wir hinterfragen, ob die auf Wachstum basierte Wirtschaft die einzige ist, die an der Uni gelehrt werden sollte", sagt Luna, ebenfalls aus dem Presseteam.

Rund 50 Leute hätten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Audimax übernachten, sagt sie. Mit Frühstück, Yoga und einem Plenum startete der erste Tag der Besetzung, die drei Tage andauern soll. "Am Freitag möchten wir dann die Ergebnisse präsentieren, rausgehen und feiern", sagt Luna.

Zur Besetzung gibt es auch schon kritische Stimmen. So äußerte sich Freiburgs Stadtrat Simon Sumbert (Junges Freiburg) kritisch auf Facebook: