Ahoii-Festival in Schmitz Katze: Konzertabend mit Keidel-Bad-Atmo

Alexander Ochs

Der Käpt’n rief "Ahoii!" – und alle kamen. 200 Karten für das Ahoii-Festival waren schon im Vorverkauf weg. Punkt 20 Uhr sollte es am Freitagabend im Schmitz Katze los gehen - ein ambitioniertes Unterfangen an einem Freitagabend. Ob das geklappt hat, und wie's bei Neo Rodeo, Vimes und Steaming Satellites war:



Fünf vor acht herrscht gähnende Leere im Auditorium. Nur Festivalveranstalter Alexander ‚Käpt’n’ Hässler und ein Helfer sind im Saal, und legen letzte Hand an.

Fünf nach acht füllt sich der Raum rasend schnell, als hätten die Neuzeit-Cowboys Neo Rodeo Rauchzeichen ausgesendet, die sich wie das sprichwörtliche Lauffeuer verbreiten. Haben sie auch: Nur wenige Takte ihres Openers „(Hallo, hallo) Ich bin wieder da“ vom gerade frisch erschienenen Debüt genügen da. Natürlich hat die Freiburger Band ein Heimspiel und nutzt dies auch für einen rundum gelungenen Auftritt; aber dass die Zuschauer nach einer guten Dreiviertelstunde minutenlang Zugaben fordern, hat die Musiker selbst überrascht.



Das Kölner Elektroduo Vimes verlagert dann die Live-Präsenz. Weg von der Totale, Zoom auf die Finger: Die beiden Jungs schrauben nach Herzenslust an den Reglern, drehen den Bass rein, knarzen und frickeln, streuen Live-Instrumente und Vocals in ihr digitales Musikwerk und bringen so die Masse zum Zappeln. Manche finden es musikalisch herausragend, viele sehen es eher als Delle im Line-Up des Abends, die besser aufgehoben wäre am Ende des Live-Blocks, Take-Off Richtung Party.



"Das Elend hat einen Namen: Soundcheck," schießt es einem durch den Kopf, als die Zuschauer dicht gedrängt den Auftritt der Salzburger Steaming Satellites herbeisehnen. Die in Keidel-Bad-verdächtiger Sauna-Atmo vor sich hin dampfenden Fans werden dann allerdings mit einem erstklassigen Gig der österreichischen Raketen des zeitgemäßen Spacerock belohnt. Sphärisch, spannungsgeladen und synthieverliebt katapultieren sich die vier Jungs in ihren eigenen Klangorbit, bevor die DJs das Kommando an Deck übernehmen.

Prädikat von der Bundesprüfstelle für Musik- und Ausgehkultur: rundum gelungen. Der Käpt’n wird auch im kommenden Jahr wieder seine ‚Indie-aner’ an Bord bitten.

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.