Neu in der Stadt

Acht Dinge, die mir während meiner Zeit in Freiburg aufgefallen sind

Saskia Burkart

Praktikantin Saskia ist für ihr Pflichtpraktikum aus der Nähe von Karlsruhe nach Freiburg gezogen. Von rasenden Trams bis zum ausgefallenen Kleidungsstil der Freiburger sind ihr einige Dinge aufgefallen, die hier etwas anders laufen als in ihrer Heimat.

Eine Stadt mit einem ganz besonderen Flair, multikulturell und mit ganz vielen Angeboten für junge Leute – so habe ich Freiburg während meines Praktikums kennengelernt. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, die Freiburg zu einem außergewöhnlichen Ort machen. Dazu gehören sowohl die schönen Seiten der Stadt als auch so manche Sonderbarkeiten, über die ich öfters schmunzeln musste.


1.) Alternativer Lebensstil

Selbst im Winter heißt es hier: Achtung Fahrrad. Als Greencity hat sich Freiburg in ganz Deutschland einen Namen gemacht. Und die Menschen nehmen das hier ganz schön ernst. Welche Stadt hat schon ein autofreies Gebiet? Sogar Läden mit passendem Öko-Stil sind hier keine Seltenheit. Ein großer Pluspunkt der umweltbewussten Stadt ist das gut ausgebaute Straßenbahnnetz und die günstigen Ticket-Preise. Während ein Semesterticket in Karlsruhe 160,80 Euro kostet, bezahlt man hier nur 94 Euro.

2.) Rasende Trams

Apropos Straßenbahn: Die haben es in der Stadt ganz schön in sich. Wer keinen Sitzplatz findet, sollte einen festen Stand haben und etwas zum Festhalten suchen. Denn die Beschleunigung mancher Tram-Fahrer erinnert ein wenig an den Alpenexpress aus dem Europa-Park. Hat man einen guten Stehplatz gefunden, kann die Fahrt ziemlich Spaß machen. Bis der Zugführer aufgrund rücksichtsloser Autofahrer oder Passanten eine Vollbremsung macht und man gegen seinen Vordermann prallt. Bleibt die Frage, warum es manche Tram-Fahrer so eilig haben.

3.) Großstadt mit Kleinstadtflair

Mit seinen rund 230.000 Einwohnern gehört Freiburg zu Deutschlands Großstädten, doch davon merkt man in der Innenstadt nicht viel. Die schmalen Gässle mit kleinen Läden haben ihren besonderen Charme. Gerade in der Augustinergasse und in der Gerberau fühlt man sich eher, als wäre man in einem kleinen Künstlerviertel.

4.) Extravaganter Kleidungsstil

Wenn man ausgefallene Klamotten im Schrank hat und man bisher keinen Anlass gefunden hat diese zu tragen, ist man in Freiburg richtig. Denn die Stadt hat Stil und der ist alles andere als langweilig. Von Hippie-Mode bis zu edgy Trends ist so gut wie alles auf den Straßen vertreten. Selbst in größeren Städten sieht man keine derartige Vielfalt an ausgefallenen Kleidungsstilen wie hier. So konnte man am Schmutzigen Dunstig nicht bei jedem erkennen, ob es sich um Alltagsklamotten oder eine Verkleidung handelt– die Freiburger trauen sich was.

5.) Adé

Egal, ob beim Bäcker oder nach einem Telefonat: Anstatt "Tschüss" oder "auf Wiedersehen" benutzt man hier die kurze Grusform Adé. Laut Internet ist die Grußformel unter anderem im Schwäbischen weit verbreitet. Aber warum ist sie gerade hier so beliebt? Schließlich sind Freiburger stolze Badner und verstehen nur wenig Spaß, wenn man sie mit Schwaben in einen Topf wirft. Auf jeden Fall ist es ein Zeichen, dass in Freiburg der alemannische Dialekt noch gerne gschwätzt wird.

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Ein Beitrag geteilt von Jens Eberle (@friburger_bobbele) am Apr 27, 2019 um 4:12 PDT



6.) Essensvielfalt

Morgens ein italienisches Gebäck, Mittags japanische Ramen und abends orientalische Spezialitäten – in Freiburg kein Problem, wenn man genug Appetit mitbringt. Hier gibt es Essen aus den verschiedenen Teilen der Welt und das nicht nur in der Markthalle.Wer durch die Straßen schlendert, entdeckt so manche besondere Leckerei: zum Beispiel traditionell koreanisches Bingsu-Eis und Bubble Teas oder einen Dönerladen, der neben seinem Fleischspieß auch einen Spieß mit Käse hat. So wird die Mittagspause zur Qual der Wahl.

7.) Traditionelle Fasnet

Während im Kreis Rastatt und Karlsruhe viele Faschingsumzüge aus Party-Gruppen mit alltäglichen Kostümen bestehen, wird hier auf Tradition gesetzt. Detailreiche Kostüme und imposante Masken sind bei der Freiburger Fasnet in der Überzahl. Hier fallen eher die Gruppen auf, die nicht im Häs kommen.

8.) Die Sache mit dem Bobbele

Die Freiburger nehmen ihre Wurzeln ganz schön ernst. Bei der Frage, wer sich Bobbele nennen darf, streiten sich allerdings die Geister. Die einen sagen, man muss einfach in Freiburg geboren sein. Die anderen bestehen darauf, dass ein echtes Bobbele im Marienkrankenhaus zur Welt kommen und Freiburger Eltern haben muss. Woher der Ausdruck überhaupt kommt, scheint hier niemand so genau zu wissen. Aber eins merkt man deutlich: Derjenige, der sich Bobbele nennt, trägt den Namen mit Stolz – bei dieser besonderen Stadt ist das auch verständlich.

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