Corona-Regeln

Ab Mittwoch gilt in Baden-Württemberg die Corona-Warnstufe – was ändert sich?

Es ist keine Überraschung: Die Zahl der auf baden-württembergischen Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten liegt auch am Dienstag über 250. Das hat Folgen, vor allem für Ungeimpfte.

Die Corona-Warnstufe wird ausgerufen, wenn entweder in den Intensivbetten der Kliniken in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen 250 oder mehr Covid-19-Patienten liegen oder wenn die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge den Wert von 8,0 erreicht oder überschreitet.

Das lange Wochenende mit dem Feiertag am Montag hat diesen Schritt verzögert. Am vergangenen Freitag hatten 258 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen gelegen. Die weiteren Daten bis Montag – 259, 271 und 276 – wurden nicht gewertet. Es gelten nur die Zahlen von Werktagen, weil, so das Sozialministerium, die Datenqualität am Wochenende Unschärfen aufweisen kann. Weiter können in den Krankenhäusern am Wochenende oder an Feiertagen Verlegungen von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen auch aus Gründen der Versorgungssicherheit erfolgen.

Die Zahlen vom Dienstagmittag machen nun aber klar: Ab Mittwoch gilt die Warnstufe. Am Freitag wurden 250 Corona-Intensivpatienten im Südwesten gezählt, am Dienstagmittag 284. Dieser Wert wird sich bis 16 Uhr, wenn das Landesgesundheitsamt beginnt, die Werte für seinen nachmittäglichen Bericht offiziell zu bestätigen, auch nicht mehr ändern – denn das Amt bezieht ihn aus dem täglichen Lagebericht des DIVI-Intensivregisters, der gegen 12.30 Uhr erscheint. Weil Freitag und Dienstag in diesem Fall als zwei aufeinanderfolgende Werktage gelten, ist die Ausrufung der Warnstufe unausweichlich. Die Regelungen der Warnstufe werden wieder aufgehoben, wenn die Werte an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter den genannten Grenzen liegen.


Diese und weitere Datengrafiken zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg und aller Welt zeigen wir täglich aktuell im BZ-Dashboard.

Verschärfungen betreffen ausschließlich Ungeimpfte

Die Verschärfungen in der Warnstufe betreffen ungeimpfte Menschen. Deren Kontakte sollen gemindert werden, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. So dürfen sich Ungeimpfte eines Haushaltes privat nur noch mit fünf weiteren Personen treffen. Für den Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen, in denen die 3G-Regel gilt (genesen, geimpft, getestet), müssen Ungeimpfte nun einen negativen PCR-Test nachweisen, ein Schnelltest genügt nicht mehr. Dazu zählen geschlossene Räume der Gastronomie und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (wie Theater-, Opern- und Konzertaufführungen, Filmvorführungen, Informations-, Betriebs-, Vereins- sowie Sportveranstaltungen).



Auch die Ausübung von Vereinssport ist nur noch mit aktuellem PCR-Test möglich. Weiter gilt die PCR-Testpflicht für den Zutritt zu Kultureinrichtungen (Galerien, Museen, Gedenkstätten, Archiven, Bibliotheken und ähnliche Einrichtungen), zu Messen, Ausstellungen und Kongressen, Sportstätten, Bädern und Saunen. Auch für Prostitutionsstätten muss ein PCR-Test gemacht werden. Der Vorteil von PCR-Tests ist, dass sie weniger fehleranfällig sind als Antigen-Schnelltests. Deshalb wird in Zeiten hoher Ansteckungsgefahr auf sie gesetzt. Der Nachteil liegt darin, dass ihre Auswertung länger dauert und sie teurer sind.

Ungeimpft in die Disco? Das geht nicht mehr

In Freizeitparks, zoologischen und botanischen Gärten, Hochseilgärten und ähnlichen Einrichtungen ist ungeimpften Besucherinnen und Besuchern der Zutritt zu geschlossenen Räumen ebenfalls nur nach Vorlage eines PCR-Testnachweises gestattet, im Freien genügt ein Antigen-Schnelltest.

Keinen Zutritt erhalten Ungeimpfte in der Warnstufe in Diskotheken, Clubs und ähnlichen Einrichtungen, in denen es zu engen Kontakten kommt.

Maskenpflicht für alle

Ausgenommen von den Einschränkungen für Ungeimpfte sind Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die es keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt.

Eine Änderung in der Warnstufe betrifft auch Geimpfte und Genesene: An Orten, wo sie nach der 2G-Regel Zutritt haben, gilt nun wieder die Maskenpflicht, die dort in der Basisstufe aufgehoben war. Ebenso sind Servicekräfte mit Publikumskontakt wieder zum Maskentragen verpflichtet.

Weitere Einschränkungen bringt die Alarmstufe mit sich. Sie wird erreicht, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Hospitalisierungsinzidenz im Land den Wert 12 erreicht oder mindestens 390 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen liegen.