Corona-Pandemie

6 Tipps für mentale, psychische und körperliche Gesundheit im Lockdown

Elena Fritsch

Niemand weiß, wie lange das noch geht mit dem Lockdown. Um noch weiter durchzuhalten, hat fudder-Autorin Elena Fritsch ein paar Tipps gesammelt, die jeder sofort für sich tun kann. Worauf wartet ihr noch?

Befinden wir uns am Ende des Lockdowns? Wird bald wieder vieles offener, freier, gemeinschaftlicher? Gern würde ich schreiben: Tipps für den Endspurt. Aber wer weiß das schon? Die Tatsache, dass gerade niemand weiß, was morgen geschehen wird, ist für manche spannend und befreiend, für andere beängstigend. Mit Sicherheit lädt es uns jedoch dazu ein, vollkommen im Hier und Jetzt zu sein und jeden Schritt einzeln zu nehmen.

Hier also meine Tipps für mentale, psychische und körperliche Gesundheit im Lockdown und Homeoffice.

1. Struktur und Routine
Ein strukturierter Tagesablauf - mit regelmäßigen Pausen und Zeiten zum spontanen Fließen und Nichtstun – kann viel zu einem positiven Mindset beitragen und Lethargie, Langeweile oder exzessives Grübeln verhindern. Routinen geben Halt. Hier kannst du spielerisch vorgehen und sie in Rituale verwandeln: Achtsames Zähneputzen auf dem Balkon statt im Badezimmer. Den morgendlichen Kaffee etwas langsamer trinken. Dankbar sein für jeden Schluck. Aufräumen in ein Tanzevent verwandeln. Lass deiner Fantasie freien Lauf.

2. Nutze die geschenkte Zeit weise
Hand aufs Herz: Wie oft hast du dich vor der Pandemie darüber beklagt, nicht genügend Zeit für dich selbst zu haben? Und nochmal Hand aufs Herz: Hast du sie im letzten Jahr optimal für dich nutzen können? In unserer hektischen Gesellschaft ist Zeit ein kostbares Gut geworden und auf einmal haben wir viel mehr von ihr. Schon bald werden wir uns vielleicht wieder nach dieser entschleunigten Zeit zurücksehnen. Definiere das Wort "selfcare" neu. Was wolltest du immer schon mal machen? Was hast du nicht mehr gemacht, seit du Kind warst? Los geht’s! Kram deine verstaubten Malutensilien hervor und lass das innere Kind frei! Schreib deiner Oma einen Brief. Sie wird sich mehr freuen, als du es dir vorstellen kannst. Rufe jemanden an, bei dem du dich seit Jahren nicht mehr gemeldet hast. Oldschool und gut. Tu es einfach. Sag diesem Menschen, dass du immer noch an ihn denkst.
Die kleinen Dinge des Lebens sind nicht klein.

3. Lerne etwas Neues
Noch nie gab es so viele Online-Kurse für so wenig Geld. Jetzt ist die optimale Gelegenheit, um etwas Neues in dein Leben zu integrieren. Talente und Potenziale zu entdecken, von denen du bisher nichts wusstest. Tauche ein in die Kunst japanischer Teezeremonien. Lerne Kartenlegen. Lerne skaten. Schließ dich dem Schachhype an. Entdecke neue Arten der Kommunikation und Vernetzung mit Gleichgesinnten. Finde heraus, was zu dir passt. Kennst du die neue App Clubhouse? Probiere exotische Kochrezepte aus. Pflanze Microgreens auf deinem Balkon. Lerne ein Instrument. Falls es furchtbar klingt: Egal, es ist Corona, da ist fast alles erlaubt. Schick deinen Perfektionismus in Quarantäne! Nähre deine Begeisterung. Trainiere deine Neugier. Setze dir kleine erreichbare Ziele und feiere deine Erfolge. Dies ist deine Zeit!

4. Beweg dich! Am besten draußen
Frische Luft hält Körper und Geist gesund. Begrüße den Frühling. Selbst, wenn das Wetter verrückt spielt, kannst du ihn vernehmen. Hör und seh genau hin. Tanze im Wald. Dance like everybody is watching. Bring Bewegung in jede deiner Zellen. Schüttle dich einmal komplett durch. Lass alles los. Lade das Neue ein. Lass es fließen. Renn los. Lass alles raus. Verlagere deine Yoga - oder Fitnesspraxis nach draußen. Spüre, was das für einen Unterschied macht. Genieße die Stille, den Platz, der nur dir gehört und das Alleinsein. Überfüllte Parks und Waldwege gibt es sicherlich früher wieder, als uns lieb ist. Die Hartgesonnenen unter uns probieren vielleicht mal die Wim-Hof-Technik aus und gehen auch bei eisigen Temperaturen im See baden. Alternativ eignet sich natürlich auch eine eiskalte Dusche, um das Immunsystem zu stärken.
fudder-Mitarbeiterin Elena Fritsch ist Therapeutin und als Retreatleiterin und Yogalehrerin tätig und beschäftigt sich intensiv mit Achtsamkeits-Themen.

5. Achte auf ausgewogene und reichhaltige Ernährung
Ernähre dich mit Lebensmitteln, die deinem Körper und damit auch deinem Geist und deiner Seele gut tun. Unterschätze niemals diesen Punkt. Du bist, was du isst. Ein starkes Immunsystem benötigt eine starke Basis. Gerade während des Wechsels der Jahreszeiten braucht unser Körper Verstärkung, um sich neu zu akklimatisieren. Alte Gesundheitslehren wie Ayurveda können hier wahre Wunder wirken und dich ganzheitlich unterstützen. Und Omas Hausapotheke lag auch selten daneben, oder? Die Natur birgt einen riesigen Schatz an heilenden Kräutern und Früchten. Geh doch mal auf Schatzsuche.

6. Deine Gedanken kreieren deine Realität
Ein positives Mindset ist ebenfalls ein wahrer Immunbooster. Da Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden, wirken sich deine Gedanken auch auf deine körperliche und seelische Gesundheit aus. Vielen von uns fällt dies in dieser turbulenten Zeit nicht immer leicht. Und das ist in Ordnung. Geduld und Mitgefühl uns selbst und anderen gegenüber sind hier der Schlüssel. Pflanze nicht nur Samen auf deinem Balkon, sondern auch in deinem Innern. Träume von einem wunderschönen Sommer. Schmiede Pläne aus Gold. Das ist nicht naiv, sondern wichtig und wertvoll.

Probiere verschiedene Praktiken und Werkzeuge aus, um in herausfordernden Momenten deinen Geist zu beruhigen und das Gedankenkarussell auch mal abzuschalten. Achtsamkeit und Meditation können dich im Umgang mit negativen Gedankenmustern und Ängsten unterstützen sowie neue Perspektiven eröffnen. Situation in unserem Leben mit einem Abstand oder aus der Vogelperspektive aus heraus zu betrachten kann ebenfalls hilfreich sein. Die Kunst, Dinge zu akzeptieren, die wir nicht ändern oder kontrollieren können, dürfen wir stets neu erlernen und vertiefen.

Falls du dich in einer Lage befindest, in der du an deine Grenzen stößt und dir Unterstützung wünschst, so zögere bitte nicht, um diese zu bitten und dir auch professionelle Hilfe zu holen. Du bist nicht allein.

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