Gelernt

5 Gewohnheiten, die ich aus Schweden nach Deutschland mitnehmen werde

Carolin Johannsen

Die Schweden sind entspannter, sozialer und glücklicher als die Deutschen. Das sind Klischees, die viele mit den Skandinaviern verbinden. fudder-Autorin Carolin Johannsen lebt vorübergehend in Schweden und möchte einige Gewohnheiten mit nach Deutschland nehmen.

Die Schweden sind glücklicher als die Deutschen, das bescheinigt nicht nur der World Happiness Report von 2020, bei dem Schweden Platz 7 und Deutschland Platz 17 belegt, sondern man merkt es den Menschen auch an. In den letzten Monaten habe ich Land und Leute kennengelernt und werde nun, wenn ich bald nach Deutschland zurückkehre, fünf Gewohnheiten mitnehmen, damit mir ein wenig der schwedischen Glückseligkeit und skandinavischen Entspanntheit erhalten bleiben.

1. Fika

"Fika" ist Schwedisch für "Kaffeepause", allerdings ist fika viel mehr als nur das. Fika ist eine soziale Institution. Es bedeutet, ganz bewusst seine aktuelle Tätigkeit zu unterbrechen und sich mit Freunden, Familie oder Kollegen (mindestens) eine Tasse Kaffee und gerne auch eine Zimtschnecke oder Ähnliches zu gönnen. Das Schöne daran: fika kann zu jeder Tageszeit stattfinden, und ist perfekt für ein wenig Socializing.

2. Rausgehen bei schlechtem Wetter

Es ist grau und nebelig und eigentlich wäre jetzt ein Netflix-Tag auch ganz schön? Vielen Schweden ist das egal und sie gehen eingepackt in schicker Outdoor-Kleidung trotzdem raus. Ob Regen oder Sturm, irgendwen trifft man beim Wandern im tiefsten Wald dann doch, wenn man es überhaupt nicht erwartet hat. Und das Gefühl, nach einem Tag draußen wieder nach Hause zu kommen ist wirklich wunderbar.

3. Gelassener sein

Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, sich nicht öffentlich aufregen, nicht fluchen – das sind Dinge, die ich an den Schweden bewundere. Natürlich heißt das nicht, dass sich Schweden nie aufregen, aber sie zeigen es immerhin nicht in der Öffentlichkeit. Wenn ich in Deutschland Auto fahre, würde ich mir das von anderen Menschen oft wünschen und werde definitiv beginnen, selbst gelassener zu sein – oder immerhin nach außen so zu wirken.

4. Weniger bar zahlen

Ein Thema, das in Deutschland immer noch für kontroverse Diskussionen sorgt, in Schweden komplett selbstverständlich ist: Bar zahlen ist veraltet und unpraktisch. Ich habe es in den letzten Monaten lieben gelernt, mit Karte zu zahlen und werde das in Deutschland sicher, sofern möglich, weiterführen.

5. Konflikte vermeiden

Ich liebe es, zu diskutieren, habe aber gelernt, dass das in Schweden nicht üblich und oft auch nicht erwünscht ist. Vielmehr ist man darauf bedacht, schnell einen gemeinsamen Nenner zu finden, oder (noch besser) Konflikte gleich ganz zu vermeiden. Manchmal ist das frustrierend, denn eine angeregte Diskussion oder auch ein harmloser Streit können auch ihr Gutes haben, allerdings ist es auch angenehm zu wissen, dass ein Abend definitiv harmonisch ablaufen wird, weil alle Konflikte vermeiden und lieber lächeln als schimpfen. Das kann zwar anstrengend sein, aber aufregen kann man sich ja immer noch alleine zuhause.