Satire

5 fudder-Vorschläge für die zweite Staffel von Biohackers

Anika Maldacker

Die Netflix-Serie Biohackers wird verlängert. Bald soll für die zweite Staffel gedreht werden – auch in Freiburg, wo die Geschichte um illegale Medizin-Experimente spielt. Wir haben Vorschläge für die Fortsetzung.

Achtung, Spoilergefahr: Wer die erste Staffel "Biohackers" noch nicht fertig geschaut hat, sollte nicht weiterlesen, da wir auf Handlungen in der ersten Staffel eingehen.

Vorschlag 1: Freiburgs Impfgegner wollen die Weltherrschaft übernehmen

Andreas (Benno Führmann), der Mia (Luna Wedler) und Professor Lorenz (Jessica Schwarz) in der letzten Szene entführt, ist gar nicht der gute Investigativ-Journalist aus Berlin, als der er sich ausgibt, sondern in Wahrheit ein Mitglied der virulenten Freiburger Impfgegner-Szene. In seinem High-Tech-Labor im Untergeschoss des Heliotrop in Vauban zwingt er Tanja Lorenz und Mia dazu, das perfekte Globuli zu entwickeln. Es soll alle Krankheiten heilen können, aber keine Tierversuche benötigen oder chemisch erzeugte Inhaltsstoffe enthalten. Die einzigen Stoffe, die Mia und Tanja Lorenz benutzen dürfen, sammelt er für sie aus Freiburgs Urban Gardening Spots.

Vorschlag 2: Das Freiburger Leben wird realistischer dargestellt

Ehrlich mal: Wie die Partyszene in Freiburg in "Biohackers" dargestellt wurde, war fernab jeder Realität. Ein Ersti landet in der ersten Woche auf einer geheimen Silent-Disco-Party mitten im Schwarzwald? Oder in einem Rave-Keller, in dem massenhaft Marihuana-Pflanzen stehen? Is’ klar! Um einigermaßen die Realität abzubilden, hätte Mia in ihrer Ersti-Woche Bierpong auf dem Platz der Alten Synagoge spielen und danach im Bermuda-Dreieck Shots namens "Embryo" oder "Orgasmus" exen müssen. In Staffel 2 sollte das Nachtleben endlich realistisch dargestellt werden. Zum Feiern ziehen die Studis nur deshalb in den Wald, weil ihre Lieblingsclubs und -bars wegen Anwohnerbeschwerden geschlossen haben.

Und Mia lebt in Staffel 2 sicherlich nicht in einer trendig, abgeranzten Altstadtwohnung, in die sie lässig mit zwei Kisten und einer Stehlampe einzieht, sondern erstmal in der Notunterkunft in der Stusie. Als sie doch eine WG findet, wird ihnen bald wegen vorgetäuschtem Eigenbedarf gekündigt. Fortan wird sie bei sonderbaren WG-Castings gefilmt, bei denen man sich selbst mit einer Kugelschreiber-Zeichnung vorstellen soll.

Vorschlag 3: Neue Hauptrolle mit Lokalkolorit

Jede Serie braucht hin und wieder einen neuen Charakter. Sonst wird’s ja langweilig. In der zweiten Staffel von "Biohackers" taucht Mias verstorben geglaubter Bruder wieder auf. Seinen Tod hatte Jessica Lorenz damals nur vorgetäuscht um im Verborgenen weiter an ihm zu forschen. Aufgrund seiner veränderten DNA ist er ein Überflieger geworden. Er kann mit bloßer Willenskraft Dinge zum Schweben bringen und Leute dazu, ihn zu wählen. Was seine Instagram-Visibility angeht, kann ihm keiner was vormachen. Er hat es unter seinem neuen Namen sogar zum Oberbürgermeister Freiburgs gebracht. Gespielt wird die Rolle natürlich von unserem Freiburger OB Martin Horn. Der erklärt sein Nebenengagement so: "Das hab ich für’s Stadtjubiläum gemacht."

Vorschlag 4: Die Uni Freiburg kämpft in Wirklichkeit um ihren Exzellenzstatus

2012 und 2019 sind traumatische Jahreszahlen für die Uni Freiburg, denn in diesen Jahren verlor die Hochschule ihren Titel als Exzellenzuni oder schaffte es gar nicht erst ins Rennen. In der zweiten Staffel von "Biohackers" stellt sich heraus, dass Professor Lorenz mit ihrer genialen Forschung nah dran war, für Freiburg den Titel als Exzellenzuni zurückzuerobern. Denn die Handlung spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der Freiburg mithilfe privater Sponsoren ordentlich aufgerüstet hat, um Spitzenforscher zu gewinnen. Nun fehlt nur noch der Exzellenzstatus für das Prestige. Andreas entführt Lorenz am Ende der ersten Staffel, weil er verhindern will, dass Freiburg wieder exzellent wird. Die Unis Tübingen und Konstanz haben ihn abgesandt. Beide haben ihre eigene Motivation. Tübingen will verhindern, dass ihr eine Hochschule im Badischen den Rang abläuft. Konstanz hat nicht überwunden, dass eine frühere Rektorin nach Freiburg abgewandert ist. In der Gefangenschaft werden Lorenz und Mia mit schwäbischem Dialekt gefoltert. Bei ihrer Freilassung schwäbeln sie heftig und werden an der Uni nicht mehr verstanden.

Vorschlag 5: Liebe statt Forschung

Andreas ist kein Investigativ-Journalist, sondern ein Friedensaktivist aus Freiburg. Schon lange beobachtet er Professor Lorenz und wundert sich über ihre Gefühlskälte und ihre Gemeinheit. Als Mia auf der Bildfläche erscheint und er sieht, wie sich die beiden Frauen weiter bekriegen, reicht es ihm. Kurzerhand beschließt er, die beiden Frauen zu kidnappen und auf einer Freiburger Kuschelparty zur Versöhnung zu zwingen. Auch die beiden Mitbewohner und Konkurrenten um Mia zwingt er dorthin. Mit Yoga, Meditation und Klangschalen finden die vier ihren Frieden und besetzen anschließend barfußlaufend und Aladin-Hosen-tragend Lorenz’ Institut, um für mehr Weltfrieden zu werben.
Aufruf:

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