Sommer

5 Dinge, die wir am Ausgehen vermisst und fast vergessen haben

Sarah Rondot

Abends in einer Freiburger Bar ein Bier oder Cocktail trinken, ist wieder möglich. Nach Monaten der Isolation und Kälte ein Hauch von Partymachen! Diese 5 Dinge haben wir am meisten am Ausgehen vermisst.

Die Vorfreude

Die Box wird aufgedreht, ein Hauch Parfum liegt in der Luft und bestenfalls sind ein paar Freundinnen da, jede mit einem Sektglas in der Hand. Der Abend beginnt vor dem Spiegel. Können wir uns noch schminken, ohne die Wimperntusche zu verschmieren? In den hintersten Ecken des Schrankes wird ein Party-Top herausgekramt. Vielleicht ein bisschen zu viel für eine Freiburger Bar, doch bis die Clubs wieder aufmachen wird das Glitzertop einfach zum Essen gehen oder am Tresen getragen. Mit den Songs aus der Vortrinken-Playlist im Ohr geht es raus in die, jetzt endlich warme Sommerluft. Es gibt nichts Schöneres, als die Vorfreude auf einen Abend mit Freunden in einer Freiburger Bar.

Die Lautstärke des Lebens

War es in Bars schon immer so laut? Die Zeit der Corona-Pandemie war leise. Viel zu leise. Jetzt, bei den ersten Öffnungsschritten sind wir fast überfordert von der Lautstärke, die das Leben mit sich bringt. Gesprächsfetzen vom Nebentisch dringen ans Ohr. "Ich habe Lea letztens im Seepark gesehen, aber mit Johannes, meinst du da läuft was?" Automatisch möchte man wissen, wie dieser Funken fremden Lebens weitergeht. Doch wendet man sich lieber seinem eigenen Gesprächspartner zu, zu dem man fast bis an die Nasenspitze rücken muss, um sich zu verstehen. Zum Glück sind alle getestet.

"Africa" von Toto

Und nicht nur die Gespräche der Nachbartische sorgen für einen enormen Geräuschpegel, auch die Musik in der Bar selbst. In der häuslichen Einsamkeit war der passende Soundtrack "Folklore" von Taylor Swift oder alte Platten von Fleetwood Mac. Endlich dringen wieder 90er und 2000er in unser Ohr. Sie lassen die Füße mitwippen und leise mitsummen, sind schon ein süßer Vorgeschmack auf durchtanzte Clubnächte, die hoffentlich nicht in allzu langer Zukunft auf uns warten. "Africa" von Toto bringt uns dazu, die Schüchternheit abzuschütteln und einfach mitzusingen.

Leute beobachten

Es gibt so viele interessante Menschen! Nach dem wir mehr als ein Jahr in unserer Corona-Bubble verbracht haben und Woche für Woche die gleichen Menschen gesehen haben, ist es eine helle Freude, unbekannte Menschen wieder zu sehen. Auch wenn es in Freiburg oft altbekannte Gesichter sind. Endlich kann man sich wieder modisch inspirieren lassen. Die Plätze draußen sind am besten geeignet, um die vorbeiziehenden Leute zu beobachten. Besonders Spaß macht es, sich eine Geschichte zu den Menschen zu überlegen. Heißt die Frau im roten Regenmantel vielleicht Emily und arbeitet in einem Verlag? Wir mutmaßen. Hin und wieder passiert sogar wirklich etwas fast Vergessenes: Mit fremden Leuten reden. Können wir noch Smalltalk? Jetzt kommt die Zeit es wieder auszuprobieren.

Kollektive Aufbruchsstimmung

Die kommt natürlich mit 22 Uhr noch viel zu früh. Es hat etwas Seltsames und fühlt sich unnatürlich an, schon so früh den Abend zu beenden. Normalerweise wäre man erst um 10 überhaupt verabredet gewesen. Trotzdem ist es irgendwie stimmungsvoll, wenn die Menschen alle gleichzeitig auf die Straßen des Bermuda Dreiecks geschwemmt werden. Fast schwebend, aber nicht betrunken von den zwei Aperol Spritz, für die die Zeit gereicht hat. Auf dem Nachhauseweg sind wir selig. Die Sehnsucht nach mehr ist erwacht. Nach noch mehr Leben, noch mehr Ausgehen.