Das kotzt mich an

5 Dinge, die eine Supermarkt-Filialleiterin in der Corona-Zeit richtig nerven

fudder-Redaktion

Abstandsstreifen, Spuckschutz und leere Regale – das ist Einkaufen in Corona-Zeiten. Aber wie ist es, täglich in einem Supermarkt zu arbeiten? fudder hat eine Filialleiterin gefragt, was sie gerade in den Wahnsinn treibt.

1.) Fragt mich ständig nach ausverkauften Artikeln

Wenn Leute auf dich zu kommen, weißt du sofort, dass sie dich nach Mangelware wie Nudeln, Mehl, Reis und vor allem Desinfektionsmittel und Toilettenpapier fragen werden. Aber wenn es nun mal nichts mehr gibt, sollte man das akzeptieren. Einige Kunden nehmen das mit Humor – viele diskutieren aber, haben kein Verständnis und sterben fast, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen. Es ist ja nicht so, dass wir es nicht liefern wollen, wir hätten auch gern genug Ware. Aber wenn der Lieferant aufgrund der hohen Nachfrage nicht nachkommt, können wir auch nichts machen.

2. Hamstert Lebensmittel und Co.!

Die Leute verstehen einfach nicht, dass genug da ist. Wenn aber alle hamstern, kommt der Lieferant nicht mehr nach und Artikel fehlen. Das tut mir dann sehr leid für die alten Leute und Menschen, die die Artikel wirklich brauchen, weil sie das da nicht bekommen und nicht so einfach woanders einkaufen können. Da spiegelt sich für mich wider, dass wir uns zu einer egoistischen und unsolidarischen Gesellschaft entwickelt haben, in der auf alte Menschen nicht genug achtgegeben wird.
3. Seid hysterisch und überrennt uns

Nach der Ansprache von Angela Merkel kamen erst mal alle zu uns angestürmt. Das war für alle Mitarbeitenden unser Filiale sehr belastend. Ich glaube, ich war noch nie so kaputt in meinem Leben.
Ich hoffe, dass die Ausgangssperren dabei helfen, dass wir nicht bei jedem Anlass der sich bietet, von Massen überrannt werden.

4. Haltet euch nicht an die Corona-Vorschriften

Manchmal kommen Familien zu sechst einkaufen. Klar, Einkaufen ist neben der Tätigkeit auch ein Erlebnis, aber in Zeiten von Corona reicht es doch, wenn ein bis zwei Familienmitglieder einkaufen gehen. Dadurch wäre es dann auch nicht mehr so überfüllt. Das Problem ist ja, dass die Leute nicht über die Woche verteilt einkaufen, sondern – je nachdem, was gerade in den Nachrichten kommt – – auf einmal. Da geraten wir psychisch und physisch schnell an unsere Grenzen.

5. Respektiert mich und den Abstand zu mir nicht

Viele Kunden kommen einem sehr nahe, wenn sie etwas fragen und respektieren diese Distanz von 1,5 Metern oft nicht. Deswegen bin ich jetzt dazu übergangen, Kundinnen und Kunden darauf hinzuweisen, dass bitte Abstand gehalten werden soll. Viele Menschen sind auch sehr angespannt und tragen das auch nach Außen. Daran merkt man auch, dass wir größtenteils einer Generation angehören, die sehr verwöhnt ist.
Es gibt auch Positives!

Unsere Protagonistin freut sich aber auch über positive Entwicklungen während der Corona -Krise.Einige Kunden bedanken sich, bringen Geschenke vorbei und zeigen ihre Solidarität. Auch Mitarbeitende machen sich mittlerweile mehr Gedanken um den Zustand der Welt, anstatt sich nur um ihre Frisur Sorgen zu machen. Sie hofft, dass uns diese Krise zu solidarischer und empathiefähiger werden lässt.

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