Besuch

4 seltene Obst- und Gemüsesorten auf dem Freiburger Münstermarkt

Wolfgang Weismann

Freiburgs größter und meistbesuchter Wochenmarkt findet rund um die Bischofskirche statt. Die Bauern des Münstermarkts haben nicht nur gewöhnliche Grundnahrungsmittel im Angebot, sondern auch so manchen Exoten unter den Nutzpflanzen.

Die Artischocke

Artischocken gelten als Delikatesse. Wenn man die Artischocke über das zum Verzehr geeignete Stadium reifen lässt, dann entpuppt sich die Distelpflanze mit ihrer lilanen Blüte als eine echte Schönheit. Kurt Schneider pflanzt auf seinem Feld jedes Jahr 1000 Artischocken an, die ausschließlich zur Dekoration bestimmt sind. Die halten zuhause zwei bis vier Wochen, aber nur ohne Wasser. "Man muss sie schön trocknen", erklärt Schneider. Die Ziersorte verkauft sich mitunter sogar besser als jene zum Essen. Für dieses Jahr gebe es aber kaum mehr welche, "die sind schon alle abgeerntet", bedauert Schneider. Die Artischocken, die er zum Essen anbietet, kauft er aus Frankreich zu – die Zierartischocke ist aus seinem eigenen Anbau auf seinem Hof in Urloffen, erklärt er stolz. Das Auge freut sich mit!



Die Chayote

"Chayote" nennt sich der echte Exot unter den Knollengemüsen. "Er ist eine Kreuzung von Kohlrabi und Gurke", klärt Manu vom Stand des Bauers Billmann aus March. Und dieses stachelige, eigentlich aus Mexiko stammende Gewächs feiert heute seinen Einstand auf dem Münstermarkt. "Wir haben die Chayote dieses Jahr zum ersten Mal und heute das erste Mal am Stand." Es besticht durch seinen milden Geschmack und seinen knackigen Biss, wenn man sie roh verzehrt. Auch zum Ofengemüse, etwa wie Kürbis oder Zucchini, eigne sie sich. "Aber fetzen tut sie auch, wenn man sie füllt, beispielsweise mit Hackfleisch." Die Sauerländerin Dorette, die neugierig den Münstermarkt erkundet, findet sie rein optisch "etwas seltsam, aber eine interessante Mischung." Nach einem kleinen Eckchen zum Testen ist sie jedoch kritisch: "Da esse ich doch lieber die originalen Kohlrabi oder Gurken." Was die Sauerländerin nicht kennt…



Die Tafeltraube

Wer Trauben in unvergorenem Zustand und nicht aus der Flasche mag, der schätzt die frische Tafeltraube. Diese seien "eigentlich nur Hobby", erklärt der Gemüsebauer Stefan Meier aus Eichstetten. Die Erntemengen sind da eher klein, die Beeren jedoch umso feiner. Seine Lieblingssorte sei eine, die verrückterweise nach Erdbeeren schmeckt, erklärt er einer Kundin. Nachdem diese von der "Einset Seedles"-Traube probiert hat, kauft sie sofort begeistert eine Hand voll. "Ich finde sie sehr aromatisch", meint diese. Von den 13 verschiedenen Sorten, die er im Angebot habe, sei diese die ausgefallenste, aber vielleicht auch die beste. Ein echtes Must-Probiererle!



Mini-Wassermelone

"Gar nicht genug" haben könne der Verkäufer am Stand der Gärtnerei Busch aus Buchheim von seinen Mini-Wassermelonen. "Die sind sehr begehrt, sind seit zwei Jahren der Renner bei uns", erklärt er lachend. Michael Hoffmann ist extra für einen Abstecher auf den "sehr guten und bekannten" Markt nach Freiburg gekommen. Er wohnt in Dinslaken im Ruhrgebiet und war im Urlaub in Italien. Den Rückweg seiner Reise habe er genutzt, um sich noch mit Leckereien der "deutschen Toskana" einzudecken. Normalerweise esse er eher Honigmelonen, da diese aromatischer seien, aber für die kleinen Leckerlis aus Freiburg mit der dünnen Schale und dem roten Fleisch mache er eine Ausnahme.