Vorsätze

4 Ernährungsmythen aufgedeckt

Alexander Schneider

Ein beliebter Neujahrsvorsatz ist es, abnehmen zu wollen. Die meisten machen es sich schwerer als nötig. Anstatt sich ordentlich zu informieren, hören sie auf alte Pseudoweisheiten. Vermeide diese vier Ernährungsmythen.

Alexander Schneider ist im Dezember und Januar Praktikant bei fudder. Er hat 2018 seine Fitnesstrainerlizenz gemacht und beschäftigt sich schon seit Jahren mit den Themen Sport und Ernährung.

Mythos 1: Kohlenhydrate machen dick

So oft hört man, wie Leute anfangen, auf Kohlenhydrate zu verzichten, weil diese angeblich dick machen. Kohlenhydrate machen nicht dick – zu viel Essen macht dick. Wenn man genau so viele Kalorien verbraucht, wie man isst, nimmt man nicht ab und auch nicht zu. Theoretisch könnte man all seine Kalorien mit Kohlenhydraten füllen und nicht zu nehmen. Genau so läuft es mit dem Abnehmen: Solange man in einem Kaloriendefizit ist, nimmt man ab, egal wie viele Kohlenhydrate man isst.



Warum nehmen Menschen ab, wenn sie keine oder weniger Kohlenhydrate essen? Sie essen insgesamt weniger. Weil sie Kohlenhydrate vermeiden, verzichten sie indirekt auf hochkalorische Lebensmittel, wie Eis, Schokolade, Chips, Pizza und kreieren dadurch ein Kaloriendefizit.

Mythos 2: Zucker ist Gift

Hier gilt das gleiche wie bei den Kohlenhydraten (Zucker ist auch eine Form von Kohlenhydraten): Zucker mach nicht dick – zu viele Kalorien schon. Theoretisch könnte man wieder seinen gesamten Kalorienbedarf mit Zucker füllen – was nicht empfehlenswert ist – und nicht zu nehmen. Man würde aber wahrscheinlich nicht satt werden und genau das ist das Problem. Zucker besteht aus leeren Kalorien, die unserem Körper keine Nährstoffe liefern. Die Kaloriendichte ist sehr hoch, weshalb es sehr einfach ist, zu viele Kalorien zu konsumieren, ohne dabei satt zu werden.

Zucker führt auch nicht zu Diabetes, sondern Übergewicht. Die Datenlage unterstützt auch nicht, dass Zucker zu Herzerkrankungen oder anderen kardiovaskulären Erkrankungen führt. Meistens ist die Ursache Übergewicht und nicht der Zucker selbst. Die ganzen Empfehlungen, dass man seinen Zuckerkonsum einschränken sollte, wie zum Beispiel von der World Health Organization, entstanden meist mit der Intention, das generelle Übergewicht zu bekämpfen. Sie wollen den Kalorienkonsum generell reduzieren, um das Übergewicht in der Population zu mindern und argumentieren, dass das durch weniger Zuckerkonsum am einfachsten sei.

Ist das jetzt ein Freifahrtsschein, um sich mit Süßigkeiten vollzustopfen? Nein. Man sollte lieber darauf achten, genügend Vitamine durch Gemüse und Obst zu sich zu nehmen und sich auch anderweitig gesünder zu ernähren, anstatt den Zucker zu verteufeln. Wenn man dann noch einigermaßen aktiv ist und nicht übergewichtig ist, sollte der Zucker keine negativen Effekte haben.



Mythos 3: Nach 18 Uhr essen ist schlecht

Es hört sich logisch an, dass der Körper am Abend oder während des Schlafens weniger Kalorien verbraucht und man deshalb weniger essen sollte, um nicht zu zunehmen – so funktioniert aber nicht die Kalorienbilanz. Gehen wir davon aus, man hat seine Kalorienbilanz ausgerechnet und diese ist 2000 Kalorien. Diese gilt dann für 24 Stunden und der Schlaf ist schon mit inbegriffen. Wenn man bis zum Abend nur 500 Kalorien gegessen hat und die restlichen 1500 dann kurz vor dem Schlafen gehen isst, nimmt man nicht zu.

Aber auch hier gibt es Menschen, die abnehmen, wenn sie nach 18 Uhr nichts essen. Hier gilt das gleiche wie bei den Kohlenhydraten: Sie essen insgesamt weniger. Wenn man das Zeitfenster beschränkt, in dem man isst, kann es sein, dass man indirekt einfach weniger Kalorien isst als sonst.



Mythos 4: Süßstoffe sind gefährlich

Ich beziehe mich hier hauptsächlich auf den meist verwendeten Süßstoff: Aspartam. Es gibt keine wissenschaftlichen Fakten, die zeigen, das Aspartam in dem Maße in welchen wir ihn konsumieren, schädlich ist. Aspartam ist einer der meist untersuchtesten Zusatzstoffe in unserer Nahrung und wird jedes Jahr neu untersucht. Und jedes Jahr wird die Sicherheit von Aspartam bestätigt.

Der "Acceptable daily intake (ADI)" ist die Dosis, die man jeden Tag zu sich nehmen kann, ohne irgendwelche negativen Effekte sehen zu können. Bei einer 60 Kilogramm schweren Frau liegt dieser bei 4,5 Liter Cola light und bei einem 90 Kilogramm schweren Mann bei 7 Liter. Der ADI ist schon mit einem 100 fachen Sicherheitsfaktor versehen, das heißt, der eigentliche Wert ist 100 mal so hoch.

Warum liest man dann immer wieder Überschriften, wie Studien herausfanden, das Aspartam Krebs verursacht? Wie vorhin erwähnt, wird Aspartams Sicherheit immer wieder neu getestet. Dabei verabreicht man meist Ratten absurde Mengen von Aspartam, die kein Mensch jemals konsumieren könnte und schaut dann, wann es negative Effekte gibt, zum Beispiel Krebs. Durch diese Studien wird eigentlich die Sicherheit von Aspartam bestätigt, da die kritische Dosis so unglaublich hoch ist.

Nach der aktuellen Datenlage gibt es keinen Grund, normale Limonaden Light-Getränken vorzuziehen, außer man findet, es gibt Unterschiede im Geschmack. Dennoch braucht man mehr Langzeitstudien, um wirklich alle negativen Effekte auszuschließen, also bleibt man am besten beim Wasser.



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