Kampf gegen Covid

2G-plus in Restaurants und keine Groß-Events: Baden-Württemberg verschärft seine Corona-Regeln

dpa

Viele der Bund-Länder-Beschlüsse gelten in Baden-Württemberg ohnehin schon. Die neue Corona-Verordnung wird darüber hinausgehen. Großveranstaltungen werden verboten, 2G-plus ausgeweitet.

Baden-Württemberg plant weitere Verschärfungen der bisherigen Corona-Regeln und wird wegen der besonders prekären Lage in einigen Bereichen über die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde hinausgehen. Das teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit.
2G und Kontaktbeschränkungen: Die neuen Corona-Regeln für Deutschland

So sollen unter anderem Weihnachtsmärkte geschlossen sowie Sport-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen aufgrund der hohen Infektionslage im Land deutlich stärker eingeschränkt werden.

Großveranstaltungen werden angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise untersagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Demnach werde für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kulturveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen.

2G-plus in der Gastronomie

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gilt damit künftig die Regel 2G-plus.

Der baden-württembergische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht in der Regelung einen "Lockdown durch die Hintertür". Landeschef Fritz Engelhardt sagte am Freitag in Stuttgart, spontane Gasthaushausbesuche seien unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich, zumal es fast überall im Land an einer ausreichenden Testinfrastruktur fehle. Die Regelung sei außerdem unverhältnismäßig. "Unsere Branche ist zu keinem Zeitpunkt Pandemietreiber gewesen. Sichere Gasthausbesuche sind - zumal unter 2G-Bedingungen - problemlos möglich."

Der Branchenverband ging davon aus, dass in den kommenden Tagen sehr viele gastgewerbliche Betriebe im Land schließen und ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schicken. Sie könnten unter den Bedingungen der neuen Corona-Verordnung nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Engelhardt kritisierte die Politik, weil sie die Regelung sehr kurzfristig einführe.

Weitere Änderungen

  • Der Zutritt zu Freizeit- und Kultureinrichtungen wird ebenfalls nur noch nach der 2G-plus-Regel erlaubt sein
  • Im Einzelhandel gilt 2G – mit Ausnahme von Geschäften der Grundversorgung
  • Weihnachtsmärkte, Diskotheken und Clubs müssen schließen
  • Verkauf und Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum werden untersagt

Einschränkungen zum Jahreswechsel

Am Silvestertag und an Neujahr gilt ein An- und Versammlungsverbot. Kommunen müssen außerdem publikumsträchtige Plätze bestimmen, an denen ein Feuerwerksverbot gelten wird. Im Vorfeld von Silvester ist der Verkauf von Pyrotechnik untersagt.

Die im Land bereits gültigen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte - ein Haushalt plus eine weitere Person - bleiben bestehen. Die neue Verordnung werde am Freitag im Umlaufverfahren beschlossen, hieß es. Die neuen Regeln sollen dann am Samstag in Kraft treten.

Was bisher gilt



Bereits jetzt sind laut einer Pressemitteilung von Donnerstag die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde zu großen Teilen in Baden-Württemberg in Kraft. Verschärfungen, die von Bund und Ländern am Donnerstag vereinbart wurden, sollen in Baden-Württemberg umgesetzt werden. Die im Bund-Länder-Beschluss vorgesehene Inzidenz-Grenze von 350 gibt es im Land beispielsweise noch nicht.

"Wir haben in Baden-Württemberg bereits weitgehende Maßnahmen getroffen. Dennoch macht die sich zuspitzende Lage auf den Intensivstationen, das weiter sehr hohe Infektionsgeschehen im Land und die neue Virusvariante verschärfte Maßnahmen notwendig", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die erste Grundregel laute für die nächsten Wochen: Kontakte sollen wieder radikal reduziert werden, um die Welle vor Weihnachten abzuflachen.