Dog Eat Dog sind zurück!

Sophie Guggenberger

Sie starteten um Mitternacht, und sie schenkten Freibier aus. Die Jungs von Dog Eat Dog waren die sehnlichst erwarteten Gäste des 10. Regiojam in Neuenburg. Unsere Mitarbeiterin Sophie war dort, Joe Beckert hat fotografiert:



Es war eines dieser Zitate, die eigentlich schon alles aussagen. 1995: André Verhuysen, Veranstalter des legendären Dynamo-Festivals in Holland, gibt kurz nach dem größten Rockevent, das Europa bis dato gesehen hat, ein Interview. Auf die Frage nach dem Gerücht, unter dem Festivalgelände befänden sich womöglich noch schlummernde Bomben aus der Vergangenheit, antwortet er: “Mal ganz ehrlich: Wenn an genau dieser Stelle erst neulich noch 100.000 Menschen zu Dog Eat Dog gleichzeitig auf und ab gesprungen sind, ohne dass sich jemand verletzte - was soll dann bitteschön noch passieren?

Beinahe auf den Tag genau elf Jahre ist es mittlerweile auch her, dass ich Dog Eat Dog zuletzt live erleben durfte: damals beim Crossing Ol’ Over-Festival gemeinsam mit Such A Surge, Downset und Dub War im legendären PC 69 in Bielefeld. Ihre erstklassige Live-Performance war mir zwar noch vage in Erinnerung geblieben, aber dass die sympathischen Jungs aus den Staaten so dermaßen abgehen, hätte ich kaum für möglich gehalten.

Gegen Mitternacht starteten Dog Eat Dog auf dem 10. Regio Jam in Neuenburg ihr CrossOver-Feuerwerk mit dem Kracher “Isms”, gefolgt von einem bunten Gemisch aus altbekannten Stücken wie “Who’s The King”, “No Fronts” oder “Expect The Unexpected” und neuen, ideenreichen Songs ihres Albums “Walk With Me” wie “M.I.L.F.”, der eingängige Clubhit “Undivided” (ein Duett mit “Die Happy” Sängerin Marta), der Ragga-Song “Dr. Ring Ding”, das funkrockige “All Night” oder “Summertime”.

Lead-Sänger und Sprachrohr der Band John Connor gelang es von Beginn an die Zuhörer und Mitrocker in seinen Bann zu ziehen und als er dann noch - passend zum Song “More Beer” - Freibier an die Leute in den vorderen Reihen ausschenkte, zum StageDiving animierte und Shake-Hands mit den Fans austeilte, waren allesamt restlos begeistert. Eins ist klar, es gibt nicht viele Bands die derart viele Hooklines und Singalongs aus dem Ärmel schütteln und trotz bartzender Gitarren, unter Zuhilfenahme von Percussion und mehrstimmiger Gitarren, den Popappeal nie aus den Augen verlieren. Die - zweifellos - absoluten Könige des diesjährigen Regio Jam rockten bis weit nach ein Uhr und gaben am Ende noch einige Zugaben.

Das Ausharren bei brütender Hitze und Warten auf die prominenten Gäste aus den USA hatte sich wahrlich gelohnt, zumal die vorangegangenen Bands wie Emil Bulls aus Bayern mit ihrem groovigen Funk-, Skate- und Metal-Core, die akustisch wie optisch attraktiven RockDamen von Ak4711 oder die Herren im eleganten Business-Outfit von The Refrigerators aus Freiburg mit ihren funkigen Ska-Tunes bereits ordentlich für Stimmung unter den zahlreichen Festival-Besuchern gesorgt hatten. Den ungnädigen Schlussakt der Rocknacht hatten die Herren von SchulzeMeierLehmann - diesjährige ZMF-Tourband aus Freiburg - zu bestreiten, was nach einem solch explosiven Auftritt von Dog Eat Dog wahrlich kein leichtes Heimspiel war.



Zum Auftakt des Regio Jam hämmerten am Freitag bereits dicke HipHop-Beats durch die Rheinauen in Neuenburg, so dass auch die Kopfnickerfraktion gänzlich auf ihre Kosten kam. Künstler wie die Rapper Curse und Bensch, die Latino HipHopper Delinquent Habits und die funkigen Freestyler [bih'tnik] begeisterten das Publikum. Im mächtigen Zirkuszelt fieberte zudem eine eingefleischte Fangemeinde dem WM-Auftakt vor der Großbildleinwand entgegen und wurde mit vier Toren der deutschen Fußball-Nationalmannschaft belohnt.

Unermüdlich zogen Freitag und Samstag zu alldem die Teamfahrer vom Boardshop Freiburg - allen voran Martin Langenhuizen, einer der besten deutschen Nachwuchs-Skateboarder, der trotz einiger unglücklicher Slams, wahrlich nicht kaputtzukriegen war - und deren Kollegen ihre Runden in der Miniramp, begeisterten mit ihren halsbrecherischen Stunts und trugen zu der gemütlichen, familiären Atmosphäre auf dem 10. Regio Jam in Neuenburg bei.

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