Wahrzeichen

14 Random Facts über das Freiburger Münster

Maya Schulz

Wie hoch der Turm des Freiburger Münsters ist – 116 Meter – kann man als Freiburgerin wissen. Aber sonst so? Wir haben 14 interessante Fakten über den "schönsten Turm auf Erden" gesammelt.

Seit etwa 1,5 Jahren ist der Turm des Münsters geschlossen – pandemiebedingt können die Abstandsregeln im schmalen Münster-Treppenaufgang nicht eingehalten werden. Das ist aber kein Hindernis, sich nicht schon jetzt auf den nächsten Freiburg-Besuch der Familie vorzubereiten, um dann bei einer privaten Stadtführung mit Münsterwissen zu glänzen! Erbaut von etwa 1200 bis 1513, ein 116 Meter hoher Turm mit 335 Treppenstufen – echte Kennerinnen und Kenner wissen diese Daten auswendig. Doch was gibt es sonst noch Wissenswertes über diesen Bau, der das Freiburger Stadtbild prägt wie kein anderer? Mit Hilfe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Freiburger Münsters hat fudder 14 Random Facts über das Münster Unserer Lieben Frau zusammengestellt.

1. Die älteste Glocke

Die älteste Glocke im Münster-Glockenturm ist die sogenannte Hosanna, 1258 gegossen. Mit ihren knapp drei Tonnen ist sie zwar nur die drittschwerste der Glocken, prägt aber mit ihrem Schlagton das Klangbild der Stadt wie keine andere. Gegossen von einem unbekannten Meister überstand die Hosanna beide Kriege: sie wurde nicht, wie es üblich war, zum Beispiel für die Waffenproduktion zu Kriegszeiten eingeschmolzen und überstand auch das Bombardement vom 27. November 1944, bei dem das Münster im Gegensatz zu Großteilen der Altstadt wie durch ein Wunder verschont blieb.

2. 1,3 Blitzeinschläge im Jahr

Das Freiburger Münster überstand nicht nur nur die Brände nach dem Bombardement vom 27. November 1944 unbeschadet, sondern auch einige Brände infolge von Blitzeinschlägen. Statistisch gesehen schlägt der Blitz 1,3-mal im Jahr in die Turmspitze des Münsters ein.
Tag der Offenen Tür am Samstag in der Münsterbauhütte

Am Samstag, 24. Juli 2021 findet von 10 bis 17 Uhr der Tag der Offenen Tür des Münsterbauvereins und der Münsterbauhütte statt. Im Rahmen verschiedener Führungen kann die Arbeit des Vereins näher kennengelernt und Steinmetzen über die Schulter geschaut werden, außerdem gibt es ein vielfältiges Angebot für Kinder, um das Münster spielerisch zu entdecken und Gespräche mit Münsterbaumeisterin Dr. Anne-Christine Brehm und Hüttenmeister Uwe Zäh. Der Eintritt ist frei.

3. Objekt des Monats

Die Webseite des Freiburger Münsterbauvereins, der sich dem Erhalt des Münsters verschrieben hat, ist sicherlich eine der unterschätztesten Webseiten Freiburgs und einen Besuch wert. Dort wird regelmäßig das "Objekt des Monats" gekürt und erklärt – dabei handelt es sich stets um ein besonderes Stück aus dem Münster-Fundus oder um ein künstlerisches Detail, das zum Bauwerk gehört. Besonders viel Humor beweist das Team des Münsterbauvereins in den FAQ auf der Seite – die Antwort auf die Frage, wann das Münster einmal ganz ohne Gerüst zu sehen sei, lautet: "So schwer es uns fällt, diesen Satz auszusprechen: wahrscheinlich niemals." Dass dies jedoch ein positives Zeichen ist, weil die Gerüste rund um das Münster auch ein Beweis dafür sind, dass genügend Menschen und finanzielle Mittel da sind, um das Bauwerk in Stand zu halten (schließlich ist es nicht mehr ganz jung), wird ebenfalls erklärt.

4. Ein Stück Münster

Im Steinladen kann man sich ein Stück Münster, einen Original-Münsterstein für Zuhause kaufen! Die Steine sind im Zuge von Sanierungsmaßnahmen abgebaut worden und stammen aus verschiedenen Jahrhunderten. Eine zugegeben nicht ganz günstige, aber originelle Dekoration für Haus, Büro oder Garten. Der Erlös geht direkt wieder in den Erhalt des Münsters.

5. Spooky Orgel

Das Seltsamste, was die Münster-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bisher erlebt haben, war, dass sich eine Orgel aufgrund eines elektronischen Kurzschlusses verselbstständigte - spooky!

6. Lapidarium

Wer einmal ein gelungenes Foto des gesamten Münsters schießen will, kann dies im Museumsbereich des Lapidariumstun, denn hier steht ein hölzerner Münster-Nachbau im Verhältnis 1:33. Neben vielen Skulpturen und Bauteilen beinhaltet die Ausstellung außerdem die mittelalterliche Hauptturm-Spitze samt Wetterfahne. Übrigens: Lapidarium ("Steinsammlung") leitet sich vom Lateinischen lapis (Stein) ab, genau wie lapidar (laut Duden etwa "überraschend kurz und knapp, aber treffend". Vielleicht, weil es einfach zu schwierig war, langwierige Texte in Stein zu meißeln…)

7. Ja-Wort

Durchschnittlich finden pro Jahr zehn bis 15 Hochzeiten im Münster statt.

8. 3-D-Modell

Auf Sketchfab gibt es ein 3-D-Modell des Freiburger Münsters, auf dem sogar der Münstermarkt und seine Stände zu sehen sind (wenn die Webseite vollständig geladen hat). Gut geeignet für eine Zoom-Stadtführung für die Familie.

9. Beinhaus

Der Münsterplatz hat seine eigene Wikipedia-Seite! Wer genauer nachliest, der erfährt, dass bis 1752 die Friedhofskapelle St. Andreas auf dem Gelände des heutigen Münsterplatzes stand, deren Beinhaus (es ist das, was ihr denkt) sich im Untergeschoss befunden hat. Der Grundriss des Gebäudes ist bis heute im Pflaster des Platzes erkennbar.

10. Papstbesuch

Einer der prominentesten Besucher des Freiburger Münsters war sicherlich Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., der Freiburg im September 2011 besuchte.
11.

Über das Freiburger Münster gibt es sogar einen Blog! Geführt wird er von dem inzwischen pensionierten Professor für Soziologie an der Kath. Hochschule Freiburg, Dr. phil. theol. Nikolaus Sidler, der auf Freiburger Münster Miniaturen die von ihm "gesehene, häufig übersehene Schönheit des Münsters und Gedankensplitter dazu mit anderen teilt". Seine Texte sind dabei nicht nur voller Begeisterung für das Münster, sondern beinhalten auch kritische Auseinandersetzung mit der "Münsterkunst" (beispielsweise in dem Beitrag "Christlich hassen"). Über seine Münster-Faszination sagt Sidler: "Es ist so schön, im Großen und vor allem im Kleinen, und so voller Geschichten und Anspielungen. Es macht viel Spaß, diese teils verdeckten oder winzig kleinen Schönheiten zu teilen und die Geschichten zu erzählen."
12. Freiwilligendienst im Münster

Im Rahmen der Jugendbauhütten, einem Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, können Interessierte im Alter von 16 bis 26 Jahren ein Jahr in der Denkmalpflege, das heißt ein FSJ oder den Bundesfreiwilligendienst, absolvieren. Auch die Freiburger Münsterbauhütte ist bei den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (igjd) als Einsatzstelle gelistet.

13. Kathedrale und Dom in einem

Das Freiburger Münster ist formell sowohl Kathedrale als auch Dom, denn beide Begriffe umschreiben eine Bischofskirche. Mit der Gründung des Erzbistums Freiburg 1827 war aus der ehemaligen Pfarrkirche der Stadt Freiburg eine Bischofskirche und damit rechtlich ein Dom geworden. Der Begriff "Münster" leitet sich von dem griechisch-lateinischen Wort monasterium (Kloster) ab und wurde im Mittelalter für Klosterkirchen verwendet, die keine Kathedralen waren, in denen aber ein regelmäßiges Gebet einer Gemeinschaft von Geistlichen stattfand.

14. Münster Mapping

Save the date: Zur Feier des Freiburger Stadtjubiläums wird das Freiburger Münster im Herbst 2021 beim "Münster Mapping" zur Leinwand! Vom 15. bis 24. Oktober werden mit 20 Großprojektoren leuchtende Bilder auf die steinernen Münsterwände projiziert, die die Geschichte Freiburgs und des Münsterbaus erzählen.

Buchtipp:
Wer noch immer nicht genug vom Münster und "Die Säulen der Erde" schon dreimal gelesen hat, für den ist der neue historische Roman "Der Turm aus Licht" (2020) von der Freiburger Autorin Astrid Fritz sicherlich etwas. Er handelt von bewegenden Schicksalen, die sich rund um den Münsterbau im mittelalterlichen Freiburg abspielten.