Meinung

1000 Zeichen Liebe: The Länd of the Free

Martha Martin-Humpert

Baden-Württemberg ist jetzt "The Länd". An vielen Stellen liest man: peinlich, verfehlt, was soll das? fudder-Autorin Martha sagt aber: Ich find's genial! Selten hat sie eine Kampagne so gecatcht.

Bei "the Länd" ("sze Läänd" in meinem Kopf) muss ich sofort an Günther Oettinger und sein "Englisch" denken, Selbstironie vom Feinsten, Meme-Humor. Nicht umsonst ist die Sache schnell viral gegangen, jeder hat eine Meinung dazu und viele unter oder um die Dreißig feiern es. Mit "the Länd" kann ich mich das erste Mal identifizieren, das ist trotz original Bobbele-Existenz und Badnertum nie passiert. Vielleicht werde ich mir sogar den Umhängebeutel "the Täsch" kaufen. Oder doch die Socken? Dass das knallige Merch schon jetzt ausverkauft ist, ist ein weiterer Beweis: das Ding kommt an! Nur scheinbar in einigen Medienredaktionen nicht. Doch schaut man mal nach, wer da so abfällig schreibt, sind es meistens Menschen, die man mittlerweile gerne als "Boomer" bezeichnet. Meine Theorie: Sie verstehen den internetgeprägten Humor nicht, bei dem man sich nahbar und sympathisch macht, indem man sich nicht allzu ernst nimmt. Doch auch, wenn es einigen nicht gefällt, hat die Kampagne für ihre Zielgruppe alles richtig gemacht: Wer junge, weltwärts gewandte Menschen nach BaWü locken will, kann heute nicht mehr mit dem Bollenhut winken, sondern muss Ihnen etwas bieten, was sie anspricht: Innovation, aber mit Augenzwinkern. Wer das nicht verstanden hat, hat’s nicht verstanden.