Coronakrise

1000 Zeichen Liebe: Klopapier

Thomas Kubina

Wenn das Klopapier aus den Regalen und damit aus den Augen verschwindet, wird es Zeit, über den Zellstoff-Schatz nachzudenken. Der nette Alltagsbegleiter gibt nicht nur ein optisches Variantenreichtum, sondern auch das Verhalten seiner Nutzer preis.

Leere Klopapierregale sind genauso schlimm wie zu früh gestellte Wecker – Ausdrücke purer Realität, die man nicht so ganz wahrhaben möchte. Es passiert ja nicht allzu oft, dass erstere Utopie zur Realität wird.


Zugleich ist sie es, besonders in Zeiten von Hamsterkäufen. Hamsterkäufe sind an für sich schon schlimm genug, doch sie haben auch einen Mehrwert: über das liebe Klopapier nachzudenken. Dieser tägliche Gebrauchsgegenstand ist vielleicht eines der intimsten, der dem Menschen täglich am Po für hygienische Abhilfe schafft, aber auch zeitgleich unterhält.

Der "Falter" ist mit 66,8 Prozent der häufigste Typ

Nicht nur die schönen, lustigen, aber auch skurrilen Muster auf der Oberfläche bieten Optisches, sondern auch sein Variantenreichtum, der von vierlagig, gestreift über duftig und feucht bis recycelt reicht.

Variantenreichtum offenbart das praktische Klopapier aber auch bei seinen Nutzern: Laut einer von "Zewa Soft" in Auftrag gegebenen Bevölkerungsumfrage über das Faltverhalten der Deutschen lässt sich sagen, dass der "Falter" mit 66,8 Prozent der häufigste Typ ist. Getreu dem Motto: "Ich falte mein Klopapier sorgsam, bevor ich es benutze."
7,4 Prozent knüllen ihr Papier und wickeln es um die Hand, während 4,7 Prozent in Einzelblättern aufeinandergelegt stückeln. Der "Natürliche" ist mit 0,1 Prozent vertreten, was bedeutet, dass er schlichtweg kein Papier benutzt.

Vielleicht ist der letzte Typ, wenn wir wieder bei den Ausdrücken der Realität wären, die man nicht so gern wahrhaben möchte, hoffentlich der zu früh klingelnde Wecker und die leeren Klopapierregale bloß ein Traum.

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