Quarantäne

1000 Zeichen Liebe an die Stille

Sarah Rondot

fudder-Autorin Sarah Rondot befindet sich in Quarantäne: Zu zweit verbringt sie die Zeit in ihrem WG-Zimmer. Was sie die letzten Tage zu schätzen gelernt hat ist nicht nur die Stille, sondern auch ein ganz bestimmter Device.

Wummernde Bässe, die das Herz höherschlagen lassen. Volle Restaurants, in denen sich die Gespräche vom Nachbartisch mit den eigenen vermischen. Die meisten Menschen sehnen diese Geräusche wieder herbei. Sie fehlen schmerzlich, denn sie lassen uns den Puls des Lebens spüren.

Auch ich wünsche mir, bald wieder in diese wohltuenden Bäder der Geräusche einzutauchen. Denn so fühle ich mich als Teil der Welt, als Eine unter Vielen. Leider ist es noch nicht so weit. Die Welt steht still, besonders, wenn man gerade in Quarantäne ist.

Nur eine Lösung: Kopfhörer

Und das ist vielleicht der richtige Moment, um ein unterschätztes Gut hochzuhalten: Die Stille. Vorher gehörte sie nicht zu meinen besten Freundinnen. Sie wurde mit Musik und Telefonaten fast mundtot gemacht. Doch seit ich zwei Wochen gemeinsam mit einer anderen Person in einem Zimmer auf engstem Raum verbringe, habe ich sie zu schätzen gelernt.

Denn wenn ich nicht selbst telefoniere, klingelt das Telefon des anderen. Wenn ich gerade in der Schlussentspannung auf der Yoga-Matte liege, ertönt auf dem anderen Laptop ein Online-Spiel. Es gab nur eine Lösung: Noise-Cancelling Kopfhörer. Sie haben, ganz ohne Untertreibung, die Harmonie gerettet.

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