Uhr

1000 Zeichen Hass: Zeitumstellung

Carolin Johannsen

Nächstes Wochenende ist es wieder so weit: Die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Dabei ist die Abschaffung der Zeitumstellung schon längst überfällig, findet fudder-Autorin Carolin Johannsen.

Und dann ist er wieder da: der Morgen, an dem uns eine Stunde geklaut wird. Ich sehe mich schon todmüde aufwachen, weil mein Wecker wie immer klingelt, ich aber eine Stunde weniger geschlafen habe als sonst – dank der Zeitumstellung.

Obwohl 4,6 Millionen Europäerinnen und Europäer für die Abschaffung sind, drehen wir immer noch zweimal im Jahr an der Uhr. Seit mehr als 100 Jahren setzen wir uns zweimal im Jahr dem Stress aus, dass unser Biorhythmus durcheinandergebracht wird. Seit mehr als 100 Jahren stellen wir die Uhren vor und zurück und seit mehr als 100 Jahren diskutieren wir darüber, wie sinnvoll die Zeitumstellung überhaupt ist.

Das Argument, dass man Energie sparen würde, ist schon längst widerlegt, stattdessen ist erwiesen, dass es im Frühjahr nach der Zeitumstellung viel mehr Wildunfälle gibt. Von unserem Schlafrhythmus fange ich gar nicht erst an.

Es war so eine gute Nachricht, als in der EU-Umfrage 2019 so viele gegen die Zeitumstellung stimmten. Bei mir wuchs die Hoffnung, dass es nun endlich passieren würde, dass wir endlich eine einheitliche Zeit bekommen würden. Aber dann hieß es: "Danke Corona, dass es die Zeitumstellung immer noch gibt!"

Ich kenne es zwar nicht anders und trotzdem bin ich mir sicher, dass ich es mögen würde, nicht mehr an der Uhr zu drehen. Bis es endlich so weit ist, werde ich weiter morgens fluchen. Zeitumstellung, du machst mich müde!