Meinung

1000 Zeichen Hass: Holzskulptur Loretta im Lorettobad

Maria-Xenia Hardt

Ausgerechnet in nächster Nähe zu Deutschlands einzigem Damenbad steht nun eine Skulptur, die Vergewaltigung verherrlicht und eine Frauenfigur sexualisiert. 1000 Zeichen Hass.

Am Montag wurde eine neue Skulptur im Lorettobad eingeweiht. Ich könnte einfach nur kotzen. Ich liebe das "Lollo" und insbesondere das Damenbad. Es ist einer der wenigen Orte, an denen mein Körper einfach sein darf. Und nun steht in nächster Nähe dazu eine Skulptur, die eine weibliche Figur extrem sexualisiert und Vergewaltigung verherrlicht: Die Skulptur ist an eine Geschichte der Mythologie angelegt, in der die Nymphe Syrinx vor dem Hirtengott Pan flieht, der sie vergewaltigen will. An einem Fluss gibt es keinen Ausweg mehr, sie verwandelt sich in ein Schilfrohr. Pan bricht es in sieben Teile und macht daraus seine Flöte. Ob Bürgermeister Ulrich von Kirchbach das mal kurz reflektiert hat, als er grinsend neben dem Werk stand? Oder der Förderverein des Lorettobads, der für das Ding auch noch bezahlt hat? Der Künstler schreibt auf seiner Webseite, Loretta sei "das Schicksal der Syrinx erspart geblieben. Frei und selbstbestimmt überblickt sie die Szenerie." Ich frage: Wo kommt dann Pans Flöte her? Warum ist er überhaupt Teil des Werks? Und frei und selbstbestimmt – das wäre eine Skulptur, deren Brüste ungleich groß sind und leicht hängen. Die nicht den Bauch einzieht. Die einfach sein darf.

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