fudder-Typologie

10 Typen, die man an einem Sommerabend auf dem Platz der Alten Synagoge trifft

Maxim Melzer

Die Vorglüher, die Eisesser, die planlosen Weggeher oder die Studis: Auf dem Platz der Alten Synagoge versammeln sich im Sommer die unterschiedlichsten Leute. fudder hat sie in einer Typologie gesammelt.

1.) Die Touristen

Freiburg ist international. Nirgends zeigt sich das besser als auf dem Platz der Alten Synagoge. Hier treffen Schweizer auf Franzosen auf Deutsche auf Engländer und so weiter. Meist machen die Touris aber nur kurz Halt: Entweder auf dem Weg zurück aus der Innenstadt oder auf dem Weg dorthin. Und so treffen volle Tüten vom Einkaufen auf leere Mägen vorm Essen gehen. Als Eingeborener macht das Beobachten dieses Wechselspiels manchmal wirklich Laune.

2.) Die gestressten Studierenden

Haben sich coronabedingt mittlerweile eher in die WGs und Elternhäuser zurückgezogen: Gestresste Studenten. Aktuell gilt: Raus aus der UB und rein ins KG 2. Mappe und Bücher schon griffbereit zwischen Arm und Brust geklemmt. Das Gesicht sieht nach purer Panik aus. Wer sich bei einer Kugel Eis mal zehn Minuten am Platz der alten Synagoge aufhält, dem werden diese armen Gestalten sicherlich auffallen.

3.) Die Vorglüher

Sommer in Freiburg heißt: Auch in WGs und Wohnheimen herrschen tropische Temperaturen. Und so muss das Vorglühen vorm In-die-Stadt-gehen nach draußen verlegt werden. Da bietet sich der Platz der Alten Synagoge als Treffpunkt mit Nähe so gut wie allen Clubs und Bars Freiburgs (soweit diese überhaupt geöffnet haben) als Vorglühort natürlich bestens an.

4.) Die Eisesser

Den wohl besten Kontrast zu den Vorglühern bieten die Eisesser. Vorzugsweise Touristen, Pärchen oder solche, die es bald werden wollen, versammeln sich nur zu gern am Platz der Alten Synagoge oder auf den Treppen vorm Stadttheater, um dort noch ein Eis zu essen.

5.) Die Instagram-Fotografen

In den meisten Fällen zwei Freundinnen anfang 20. Nach dem Shoppen in der Stadt kommt man, auf dem Weg Richtung Bahnhof, am Platz der Alten Synagoge vorbei, um dort noch spontan 100 Bilder zu machen. Davon kann dann eines ausgewählt und hochgeladen werden. Aber wehe die Fotografin wird nicht verlinkt…

6.) Die Raver

Nehmen meist eine der vier großen Bänke ein und sind schwierig von den Obdachlosen zu unterscheiden: Die Raver. Stören aber eigentlich niemanden, vorausgesetzt, die Musik bleibt auf angenehmen Lautstärkeniveau.

7.) Die planlosen Weggeher

Bilden meist Zweckallianzen mit den Vorglühern. Doch während diese dann früher oder später weiterziehen, bleiben die Planlosen einfach dort und machen ihre eigene Party. Gerade momentan, wenn Weggehen sowieso schwieriger ist, gleicht der Platz der Alten Synagoge meist einer riesen Party. Betrunkene, Flunkyball-Turniere und Bloothboxen bestimmen zurzeit die Abende am Platz gegenüber dem Theater.

8.) Alternative Eltern

Ihnen gehört der Platz häufig vor der Party. Die Kinder in den Fahrradanhänger gepackt und barfuß auf dem Fahrrad vom Vauban auf in die Stadtmitte. Angekommen können sich die Eltern bei Clubmate und veganen Snacks unterhalten, während ihre Kinder miteinander spielen. Wozu braucht man noch Spielplätze?

9.) Die Ansprecher

Kurz hingesetzt zum Essen und danach auf zum Zug. Und dann kommt’s: "Hey, studierst du hier?" Auf dem Platz der Alten Synagoge für oder unter sich bleiben ist häufig schwierig. Oft genug sind andere auf zwanghaften Kontakt mit ihren Mitmenschen aus. Manchmal cool, oftmals nervig.

10.) Die Polizei

Ihr Zahl nimmt in gleichen Maßen mit den Vorglühern und einer späteren Zeit zu, gehört aber auch irgendwie dazu: Die Polizei. Da es eigentlich so gut wie nie Streitigkeiten oder ähnliches gibt, bleiben die Beamten meist stiller Beobachter bis in die späte Nacht.

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