Selbermachen

10 Ideen für persönliche Weihnachtsgeschenke

Maya Schulz

So früh waren wir noch nie: In 37 Tagen ist Weihnachten – und wir denken schon über Geschenke nach. Nicht die üblichen, sondern persönlich-wertvolle. fudder-Autorin Maya Schulz hat zehn tolle Ideen.

Langsam geht er wieder los, der alljährliche Weihnachtsgeschenkestress. So manch einer führt vielleicht eine Liste mit Geschenkideen und bemüht sich, langfristig zu planen, um möglichst nicht in letzter Sekunde bei Amazon bestellen zu müssen, und andere haben sich schlicht damit abgefunden, alles wieder am allerletzten Tag einzukaufen.

In Zeiten von Homeoffice, 2G & Co. ist vielen einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig ihnen der Kontakt zu ihren Lieben ist und wie viel mehr man sich über gemeinsame Zeit freut als über einen neuen "Rumsteher". Wie wäre es also, wenn wir es dieses Jahr mal extra persönlich versuchen? Hier kommen 10 möglichst nachhaltige und günstige Selbstmach-Geschenketipps!

1. Ein Hörbuch selbst aufnehmen

Der Hörbuchkonsum ist sicherlich in den letzten zwei Jahren bei vielen deutlich angestiegen. Ein selbstgemachtes Hörbuch ist nicht nur das perfekte Geschenk für alle, denen es an Zeit zum Lesen mangelt oder die viel mit der Bahn unterwegs sind, sondern auch ein lustiges Projekt für die Schenkenden. Und es muss ja nicht gleich "Der Schwarm" sein, denn auch ein kleineres Anfangsprojekt kann sehr schön umgesetzt und ganz einfach mit dem Handy aufgenommen werden. Zur Bearbeitung eignet sich zum Beispiel das einfache und kostenlose Programm Audacity. Von selbst eingefügten Geräuschen bis zum Profi-Stimmenverstellen sind den SprecherInnen keine kreativen Grenzen gesetzt. Wer keine Zeit hat, direkt ein ganzes Hörbuch aufzunehmen, könnte auch einen Hörbuch-Kalender für 2022 verschenken, bei dem die Geschichte in 12 Teile geteilt ist und jeden Monat ein weiterer Teil "freigegeben" wird.
Mein perfekter Tag in Freiburg:Juliane König vom Café Bächle

2. Ein Gutschein für den "perfekten Tag"

Was es mit dem "perfekten Tag" auf sich hat, ist inzwischen bekannt, doch seit 2020 war es gar nicht mehr so einfach, viele schöne Dinge mit Freunden zu unternehmen. Eine weitere kreative Idee für ein Weihnachtsgeschenk (Vorfreude inklusive) wäre es also, einen perfekten Tag für 2022 zu planen! Aus Zeitschriftenschnipseln, Postkarten und Flyern lässt sich ganz einfach eine Collage rund um das Motto "Der perfekte Tag 2022" gestalten und auf diese Weise all das festhalten, was wir im nächsten Jahr gemeinsam mit unseren FreundInnen unternehmen wollen. Vielleicht lassen sich sogar kleine Gutscheine für Freiburger Cafés oder Geschäfte einarbeiten, die im nächsten Jahr unbedingt zusammen besucht werden müssen. Den Gutschein auf diese Weise kreativ zu visualisieren, steigert die Vorfreude auf beiden Seiten!

3. Ein selbstgestaltetes Kochbuch

Du hast während des Lockdowns das weltbeste Rezept für Bananenbrot gefunden oder wolltest schon immer, dass deine Freunde mal dieses eine, grandiose Suppenrezept deiner Oma kennenlernen? Dann ist es jetzt an der Zeit, deine Geheimformeln an deine Freunde weiterzugeben und deine Lieblingsrezepte in einem kleinen Kochbuch festzuhalten. Auf diese Weise kannst du ihnen auch dann nahe sein, wenn du nicht physisch in ihrer Küche stehst. Achtung: Nicht immer muss alles über einen Online-Dienst gestaltet werden und makellos aussehen. Viel einfacher (aber auch schöner!) ist es, wenn du die Rezeptideen handschriftlich in ein hübsches Notizbuch einträgst. So kannst du deine Geheimrezepte mit eigenen Fotos oder Zeichnungen auf ganz persönliche Weise verewigen. Lass dich nicht von dem "-buch" in "Kochbuch" abschrecken, es kann ja auch ein ganz kleines Heftchen mit den fünf besten Rezepten werden. Ein Geschenk, von dem deine Freunde das ganze Jahr über zehren können!

4. Hagebuttenmarmelade und -Tee

Selfmade-Level 3000. Das Sammeln der hübschen, roten Beeren lässt sich perfekt mit dem nächsten Spaziergang verbinden. Hagebutten enthalten besonders viel Vitamin C, was wir besonders in der dunklen Jahreszeit sicher gut gebrauchen können. Für den Tee müssen die Hagebutten nur gesäubert, halbiert und getrocknet werden. Um Hagebuttenmarmelade zu kochen, müssen die Früchte in Wasser (alternativ: in Apfelsaft) vorgekocht, passiert, und anschließend mit Gelierzucker aufgekocht werden. Ein Rezept gibt’s zum Beispiel hier: Hagebutten ernten und Marmelade kochen

Wer keine Hagebutten findet, kann natürlich auch auf gefrorene TK-Beeren zurückgreifen. Das Selfmade-Barometer liegt dann zwar nur bei 50 Prozent, aber wer freut sich nicht über selbstgekochte Marmelade?

5. Einen Kurzfilm schneiden

Wer von uns hat nicht hunderte einzelne, kurze Clips auf dem Computer, die in sämtlichen Momenten oder Urlauben angesammelt wurden, aber so gut wie nie angeschaut werden? Genauso wie es schöner ist, ein Fotoalbum mit den besten Fotos einer Reise anzuschauen, macht es mehr Freude, all die kurzen Videos in einem kleinen Film zusammenzufassen. Natürlich muss das Filmchen keine Reise beinhalten, denn das ist in den letzten beiden Jahren sicherlich bei den meisten etwas zu kurz gekommen. Dennoch sind über das Jahr verteilt sicher eine Menge kurzer Videos mit schönen Momenten entstanden, an die wir uns gerne erinnern wollen. Wer keine Lust hat, sich in ein komplizierteres Schnittprogramm einzuarbeiten, für den tut es der Movie Maker allemal und den richtigen 90er-Charme bringt er auch mit. Dann noch das Lieblingslied drübergelegt, fertig!

6. Einen Becher mit Porzellanstiften bemalen

Becher zu verschenken ist kein Wahnsinnsdurchbruch, zugegeben. Aber es geht auch persönlicher: Einfarbige Becher haben viele en masse Zuhause herumstehen oder ihr findet sie in der nächsten Zu-verschenken-Kiste um die Ecke. Mit Porzellanstiften können die Becher ganz einfach bemalt und anschließend im Ofen selbst gebrannt werden. Danach sind die Kunstwerke sogar spülmaschinenfest und mit dem Lieblingskaffee oder -Tee dazu ein richtig schönes Geschenk!

7. Eine Einwegkamera tauschen

Jeden Tag bekommen wir unzählige Bilder über Whatsapp zugeschickt, doch schenken den meisten von ihnen gar keine große Aufmerksamkeit mehr. Also #backtotheroots: Wie wäre es, sich unter FreundInnen gegenseitig jeweils eine Einwegkamera zuzuschicken und diese, sobald die Bilder "verschossen" sind, auszutauschen, sodass die jeweils andere Person sie entwickeln lassen kann? Dabei müssen die Bilder nicht unbedingt alle auf einmal gemacht werden, sondern die Einwegkamera könnte ein ständiger Begleiter für die nächsten sechs Monate werden, immer bereit, schöne Momente oder Motive festzuhalten, die einen an die Freundschaft erinnern. So kann man seine Freunde auf ganz besondere Weise an seinem Leben teilhaben lassen, denn man kennt ja noch nicht einmal selbst die Bilder, die in den besonderen Momenten entstanden sind!

8. Blumenzwiebeln im Topf

Ein Blumentopf mit nichts als Erde gefüllt macht zugegebenermaßen optisch nicht viel her – es kommt jedoch einmal mehr auf die inneren Werte an! Pflanze deine Lieblingsblumenzwiebeln ein und stelle sicher, dass der Topf nach dem Verschenken zu Weihnachten den ganzen Winter über möglichst kühl gelagert wird. Sobald es dann an der Zeit für die ersten Frühlingssonnenstrahlen ist, wird die Freude sicher groß und damit umso nachhaltiger sein.

9. Besonders Last-Minute: Eine Spotify-Playlist erstellen

Was früher Mixtapes auf CD oder Kassette waren, ist heute die Spotify-Playlist. Besonders gut als Lastminute-Geschenk eignet sich eine Playlist mit Songs, die dich an die zu beschenkende Person erinnern oder die euch beide verbinden. Es können auch Lieder sein, die du deinen FreundInnen unbedingt zeigen willst und von denen du weißt, dass sie sie noch nicht kennen (aber lieben würden). Oder wie wäre es mit einer selbst zusammengestellten Podcast-Playlist? Gut geeignet für Menschen, die lange Auto- oder Zugfahrten vor sich haben. Schnell gemacht, einfach verschickt und trotzdem persönlich!

10. Selbstgestaltetes Geschenkpapier

Der Inhalt ist wichtiger als die Verpackung? So ein Quatsch! Das Auge wird bekanntlich mitbeschenkt, darum ist es umso wichtiger, dass die Geschenkverpackung mit ihrem Inhalt mithalten kann. Spätestens in diesem Jahr ist es an der Zeit, kein neues Geschenkpapier mehr zu kaufen, sondern nachhaltigere Varianten, wie zum Beispiel Zeitungspapier oder alte Landkarten zum Verpacken zu verwenden. Das klingt schrecklich? Ist aber nicht so! Die Zeitungspapier-Verpackung kann ganz leicht zu einem richtigen Highlight unter dem Weihnachtsbaum werden. Gehe zum Beispiel im Wald spazieren und sammle alles, was als Verzierungsmaterial verwendet werden könnte. Tannenzweige und -zapfen, Federn oder hübsche Blätter und getrocknete Orangenscheiben kombiniert mit Geschenkband (das natürlich auch wiederverwendet werden kann) oder Stoffresten machen die Verpackung einzigartig. Und wenn es nicht wunderschön aussieht, dann sendet es zumindest die richtigen Nachhaltigkeits-Signale und wirkt vielleicht diesem seltsamen Ich-will-das-Papier-nicht-kaputt-machen-Moment beim Auspacken entgegen.

Mehr zum Thema: