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1 Jahr Kulturlockdown im Artik: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?

Anika Maldacker

Wie verbringen die Menschen in Freiburg die Krise? Was macht es mit ihnen und wie lenken sie sich ab? fudder fragt bei Studierenden, Sportlern und Gastromenschen nach. Folge 27: Das Artik.

Ein Jahr Kulturlockdown: Wie würdet ihr das Jahr rückblickend in drei bis fünf Sätzen beschreiben?

Hannah: Es fühlt sich unwirklich an und ich erinnere mich noch sehr gut an den 12. März 2020, als wir darum bangten, ob unser JugendKunstParkour Kick-Off am nächsten Tag wohl stattfinden könne. Während der Pressekonferenz saßen wir mit einem Eis vorm Computer und waren etwas zwischen fasziniert und fassungslos. Danach: Schockstarre und dann plötzlich viele Ideen für Online-Angebote, Wiedereröffnung mit sommerlichen Veranstaltungen auf dem Hof und Ende Oktober die letzte Veranstaltung mit dem To-Do Theater und wieder vieles Online: Zooms und Streams.

Wie geht es dem Team gerade?

Harald: Das Team vom Artik ist bereit und motiviert, jederzeit den Betrieb für unsere Besucherinnen und Besucher wieder aufzunehmen. Die aktuelle Stimmung baut sich gerade wieder zu einer vorsichtig optimistischen Vorfreude auf, wenn man so will. Mit möglichen Enttäuschungen umzugehen haben wir ja nun aber auch schon hinlänglich erprobt.

Wann hofft ihr, auf die Öffnung?

Hannah: Wir hoffen ab Mai mit Programm auf unserem Hof starten zu können.
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fudder möchte in dieser Serie junge Menschen aus Freiburg und der Region vorstellen und sie fragen, wie es ihnen in der Krise geht. Dabei möchte die Redaktion einen Querschnitt der Gesellschaft zeigen. Seit Mai stellen wir regelmäßig eine Folge von "Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?" online.

Übersicht: Alle Folgen von "Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?"

Wie steht es um die Finanzen?

Harald: Artik als Verein wird institutionell gefördert, aber unser zusätzlicher wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb liegt natürlich seit nunmehr einem Jahr weitestgehend brach – was das für die Finanzen in diesem Bereich bedeutet, kann man sich ja ausmalen.

Welche konkreten staatlichen Hilfen habt ihr bisher erhalten, beziehungsweise erwartet ihr noch? Kamen die Zahlungen wie versprochen?

Harald: Wir haben sowohl die November- als auch die Dezemberhilfen für unseren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb in Anspruch genommen, um diesen überhaupt noch erhalten zu können für eine Zeit der Wiederaufnahme. Die Zahlungen sind mittlerweile, aber mit großer Verspätung, vollständig ausbezahlt worden.

Wie sieht euer Alltag derzeit aus?

Hannah: Es gibt einige feste Projekte, die einfach weitergelaufen sind und viel Planungsarbeit bedeuten, zum Beispiel der JugendKunstParkour oder "Aufgeklärt". Wir haben regelmäßig Streams. Wir planen einen Sommer mit vielen Outdoor-Veranstaltungen und bisher noch optimistisch für den Herbst im Freizeichen. Wir haben ganz neu den "ZeitRaum" und richten diesen ein und planen die Belegung. Darüber hinaus kümmern wir uns ums Artik und wie es inhaltlich weiter gehen soll, da das Jahr viel verändert hat.

Habt ihr euch eine Ersatz-Tätigkeit gesucht, um persönlich über die Runden zu kommen?

Harald: Wie viele Kulturakteurinnen und -akteure haben auch wir zum Teil noch andere Standbeine, teilweise in anderen Berufsfeldern. Das nennt man dann wohl "Risikosplitting". Für einige Menschen aus unserem Team ist die Situation dennoch prekär und für jede und jeden sind die letzten zwölf Monate eine Herausforderung gewesen.