Interview

Zweite Vorlesung der "Jungen Uni" beschäftigt sich mit der Abholzung der Wälder

Fabian Vögtle

Bei der zweiten Vorlesung der Reihe "Junge Uni" geht es um die globale Abholzung der Wälder. Wie wichtig der Wald für unser Leben ist, erklärt Refereintin Daniela Kleinschmit im Interview.

Mit der "Jungen Uni" bietet das Studium generale Schülerinnen und Schülern einen Einblick in wissenschaftliche Themen. Bei der zweiten Vorlesung der Reihe geht es jetzt um die globale Abholzung der Wälder. Fabian Vögtle befragte dazu Daniela Kleinschmit, Professorin für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg.


BZ: Wie wichtig ist der Wald für unser heutiges Leben und in der Zukunft?
Kleinschmit: Der Wald ist substantiell als Lebensort für Menschen und Tiere, Ort der Biodiversität, als Holzproduzent, als Grundlage für Ernährung und Einkommen, aber auch als mögliche Teilantwort auf den Klimawandel.

BZ: Jedes Jahr verschwinden mehr als drei Millionen Hektar Wald weltweit. Was sind die Gründe und welche Regionen sind besonders betroffen ?
Kleinschmit: Insbesondere sind die Länder betroffen, in denen es viel Wald gibt und die ihn für die ökonomische Entwicklung brauchen. Häufigster Grund ist die Nutzung der Fläche zu landwirtschaftlichen Zwecken, aber auch Minen, Waldbrände oder Urbanisierung tragen zur Entwaldung bei. In Malaysia und Indonesien werden Wälder in Palmölplantagen verwandelt, im Amazonas weicht der Wald der Rinderzucht und Sojaplantagen. Dabei geht es eher um kurzfristig höhere Profite denn nachhaltige Waldwirtschaft.

BZ: Was können wir tun, um gegen die globale Abholzung vorzugehen?
Kleinschmit: Generell steigt der Anteil der Waldflächen in Europa, auch wenn es partiell zu Entwaldungen kommt. Wenn "wir" die Deutschen oder die Europäer sind, bleibt uns die Steuerung über den Konsum von nachhaltig produzierten Holzprodukten. Das kann aber nur ein Instrument sein. Denn große Mengen von dem Holz gelangen gar nicht auf den europäischen Markt, da braucht es politischen Willen der Staaten, in denen die Abholzung passiert. Mit dem Finger auf diese Länder zu zeigen, ist nicht hilfreich, denn die europäischen Urwälder sind schon vor langer Zeit gerodet worden. Die Staaten verlangen jetzt auch das Recht auf Souveränität im Umgang mit ihren Ressourcen.
"Legal – illegal – ganz egal? Die globale Abholzung der Wälder", Freitag, 10. Mai, 16-18 Uhr, HS 1010; KG I. Einige kostenlose Restplätze für Interessierte sind vorhanden.

Mehr zum Thema: