Amtsgericht Freiburg

Zweieinhalb Jahre Haft für Stoß von der Wiwilí-Brücke

Carolin Buchheim

Urteil im Prozess um den Stoß von der Brücke: Das Amtsgericht Freiburg hat einen 45-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der vielfach vorbestrafte arbeitslose Bäcker im vergangenen Sommer einen 30-Jährigen von der Außenmauer der Wiwilí-Brücke gestoßen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren beantragt.


Erst um eine Zigarette gebeten, dann von der Mauer gestoßen

An einem Freitagabend Anfang Juli hatte der Täter das Opfer zunächst wohl recht ruppig um eine Zigarette gebeten, diese erhalten, aber den 30-Jährigen, der in Begleitung zweier Freunde war, dann angegriffen und von der Brücke gestoßen. Das Opfer stürzte viereinhalb Meter tief auf den Konrad-Adenauer-Platz vor dem Konzerthaus und erlitt dabei mehrfache Verletzungen des Oberkörpers, brach sich einen Arm und eine Hand – der Sturz hätte jedoch leicht tödlich ausgehen können. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Täter dabei eine lebensgefährliche Verletzung des Opfers billigend in Kauf nahm.

Das Gericht ging davon aus, dass die Steuerungsfähigkeit des Täters eingeschränkt war, da er zur Tatzeit erheblich alkoholisiert gewesen sei. Nach eigenen Angaben hatte der Mann tagsüber eine erhebliche Menge harten Alkohol konsumiert sowie mehrere Joints geraucht. Wie intensiv er beeinträchtigt war, ließ sich jedoch nicht ermitteln, da er erst mehr als eine Woche später festgenommen wurde.

Das Opfer machte im Rahmen des sogenannten Adhäsionsverfahrens auch seine zivilrechtlichen Ansprüche geltend, ihm wurden 10 000 Euro Schmerzensgeld zuzüglich Zinsen sowie Lohnausfall zugesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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