3. bis 5. Mai

Zwei Freiburger zeigen ihren Film "Noise" beim Schüler-Film-Forum

Jennifer Reyes

Egal ob Musikvideo, Spielfilm, Dokumentation oder Trickfilm: Vom 3. bis 5. Mai findet im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof wieder das Schüler-Film-Forum (SFF) statt, das die Medienwerkstatt Freiburg organisiert.

rg organisiert und veranstaltet. Als Gast beim SSF-Spezial ist ein bekanntes Gesicht geladen: Regisseur Maurice Hübner. Der Gewinner des Emmy Award und Deutschen Comedypreises zeigt seine Dramedy-Serie "Familie Braun". Neben zehn Bewerbern im Kurzfilm-Wettbewerb des Regio-Verkehrsverbund mit dem Motto "Bahn frei" gingen diesmal 36 Filme von jungen Amateur-Filmemachern für den "Förderpreis Videoarbeit" ein. Mit dabei: die Brüder Noah und Luca Fierravanti vom Kepler-Gymnasium mit ihrem Thriller "Noise".


Die Kamera zoomt auf den alten Kassettenrekorder auf dem Esstisch der Wohnküche. Plötzlich – knack. Eine der großen Tasten am Gerät löst sich wie von Geisterhand und Stimmaufnahmen sind zu hören. Drei Freunde gehen nach einem Filmabend ins Bett. Einer wacht nachts auf: Der Fernseher rauscht, Türen schlagen, Schatten huschen durchs Treppenhaus. Am nächsten Morgen ist er spurlos verschwunden. Wieder knack – seine Stimme und Schreie sind auf dem Rekorder zu hören, im Hintergrund gruselige Geräusche. Wer treibt da sein Unwesen?

Die Geräusche sind es, die für die Brüder Noah (17) und Luca (21) Fierravanti einen guten Horrorfilm ausmachen. So lautet der Titel ihres Filmes für das Schüler-Film-Forum auch schlicht "Noise". "Der Ton ist sehr wichtig für den Film, um die richtige Atmosphäre zu erzeugen", sagt Noah Fierravanti, der zum ersten Mal mit einer eigenen Produktion am SFF teilnimmt. Er besucht die 11. Klasse am Kepler-Gymnasium, ist dort seit drei Jahren in der Video-AG und hat dort das Filmemachen gelernt. Noah begann sich auch in der Freizeit mit Filmen zu beschäftigen, fand im Internet Tipps und Anleitungen für technische Fragen.

Bei seinem Filmvorhaben wird Noah von seinem großen Bruder Luca, der auch am Kepler war, unterstützt. Dieser hat selbst schon mit Spielentwicklung und Zeichentrick-Animation experimentiert. Die Brüder schauen gerne Horrorfilme. Inspiration für ihren eigenen Film holten sie sich vor allem bei den Horror-Blockbustern "The Conjuring", die von einer Familie handeln, die von einer bösen Macht bedrängt wird. "Diese Filme hatten uns schon sehr beeindruckt und man muss schauen, dass man einen Film macht, den man auch realisieren kann", sagt Luca. Das Drehbuch haben sie gemeinsam geschrieben. Doch kurz vor Drehbeginn bekamen sie eine Absage für den geplanten Hauptdrehort. Die Brüder überzeugten ihre Eltern von einem Kurzurlaub und durften das eigene Zuhause in ein Filmset verwandeln. "Wir haben in wenigen Tagen das ganze Drehbuch abgeändert und uns nur auf einen Drehort konzentriert", sagt Noah. Das ganze Haus wurde auf Filmqualität begutachtet und vieles beiseite geschoben, bis genug Platz für die Ausrüstung da war. Diese hat sich Noah größtenteils durch einen Job selbst finanziert: "Für alles hat es nicht gereicht. Stative und Licht haben wir uns von der Schule ausgeliehen."

Drei Tage lang bis zu 16 Stunden am Set

Die Dreharbeiten waren intensiv. Drei Tage drehte das Team, teilweise bis zu 16 Stunden: Noah bediente die Kamera und Luca war für den Ton zuständig. Den Regieposten teilten sie sich. Pausen für Essen oder ein kurzes Nickerchen gab es für die Darsteller – alle Schüler vom Kepler-Gymnasium – nur, wenn das Set umgebaut wurde oder die Brüder sich in Regiefragen nicht einig waren. Besonders für Noah sind die Erfahrungen am Set von Bedeutung. Er liebäugelt mit dem Studienangebot der Filmakademie Baden-Württemberg und möchte beim SFF mit Gast-Regisseur Maurice Hübner sprechen, der erste Filmerfahrungen auch mit SFF-Projekten gemacht hat: "Ich habe schon viel gelernt und plane auf jeden Fall in die Richtung Film zu studieren", sagt Noah.

Die Konkurrenz um den begehrten "Förderpreis Videoarbeit" mit 1000 Euro, den Sparkasse und Kulturamt sponsern, sei nicht zu unterschätzen. "Ich war letztes Jahr schon als Besucher auf dem SFF. Da waren viele gute Sachen dabei", sagt Noah. Das nächste Projekt hat Noah schon in Planung, er will weiter Erfahrung sammeln beim Filmemachen.

Schüler-Film-Forum

Das Schüler-Film-Forum (SFF) wurde vor 18 Jahren vom Arbeitskreis Schüler-Film-Forum gegründet und wird seit zehn Jahren von der Medienwerkstatt Freiburg mit Lehrkräften und Studierenden veranstaltet und organisiert.
Das diesjährige SFF findet vom 3. bis 5. Mai im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, statt.
Donnerstag, 3. Mai: 18 Uhr offizielle Eröffnung mit Empfang.

Freitag, 4. Mai:
17 Uhr Verleihung "Förderpreis Videoarbeit",
19.30 Uhr SFF-Spezial mit Regisseur Maurice Hübner.

Samstag, 5. Mai: 18 Uhr RVF-Kurzfilmwettbewerb mit Motto "Bahn frei", anschließend Abschluss-Feier mit Verkostung und Musik.

Programm: unter http://www.schuelerfilmforum.de Das SFF ist eine öffentliche Veranstaltung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.  

Autor: rey