Zwei Freiburger Studentinnen wollen Brillenbänder wieder modern machen

Isabella Decker

Am Anfang wollten die zwei Studentinnen Margaux Keinath und Anouk Falloux nur basteln. Dann kamen ihre selbstgefertigten Brillenbänder so gut an und sie gründeten das Unternehmen "Klatschmohn". Ihr Studium wollen sie dennoch nicht hinten anstellen.

Die Gründerinnen

Anouk Falloux und Margaux Keinath haben "Klatschmohn" gegründet. Die beiden studieren in Freiburg Jura und Medizin. In der gemeinsamen Wohnung der gebürtigen Bonnerinnen in der Nähe des Stadtgartens fertigen die beiden Frauen die Brillenbänder an. Nachdem sie die Bänder am Anfang lediglich für Freunde und Bekannte herstellten, wuchs die Nachfrage insbesondere zur Urlaubszeit schnell an. Daraufhin beschlossen die beiden Studentinnen, ein eigenes Gewerbe anzumelden. Mittlerweile sichert ihnen "Klatschmohn" einen festen Nebenverdienst. "Für uns steht immer noch der Spaß im Vordergrund. Zu einem Studienabbruch, um sich ganz dem Herstellen der Bänder zu widmen, wird es daher nicht kommen", sagen die beiden Studentinnen.

Die Idee

"Brillenbänder kennt man ja eigentlich von den Großeltern und da fand ich das immer echt uncool", sagt Margaux Keinath. Dann haben sich die beiden Studentinnen Margaux Keinath und Anouk Falloux durch Freunde und Auslandsaufenthalt inspirieren lassen. Nun peppen sie Brillenbänder mit eigenen Ideen auf und machen sie alltagstauglich.

Der Name "Klatschmohn" ist ihnen an einem Tag am See eingefallen, als den beiden Jungunternehmerinnen auffiel, dass es früher mehr Felder mit Klatschmohn gab. Nach einer kurzen Internetrecherche stellten die beiden fest, dass Ackerwildpflanzen generell bedroht sind und Klatschmohn 2017 die Blume des Jahres war. Um den Erhalt der Ackerwildpflanzen zu unterstützen, benannten sie ihr Unternehmen nach der rot blühenden Blume und spenden einen Euro pro Brillenband an die Loki Schmidt Stiftung, die sich für den Artenschutz von Tieren und Pflanzen einsetzt.

Das Produkt

Die rund 60 Zentimeter langen Bänder setzen sich aus einem Nackenstück, einem dünnen Draht und den Gummienden zusammen, mit denen man das Band an der Brille befestigt.

Bei dem Nackenteil stehen eine Kette, eine Kordel oder ein Stück Wildleder zur Auswahl und auf dem Draht sind je nach Wunsch der Käufer bunte Perlen, Puschel und kleine Pom Poms aufgefädelt. Die Brillenbänder stellen die Studentinnen ausschließlich in Handarbeit her. Die Materialen beziehen sie von kleinen Fachgeschäften in Freiburg und von einem Großhandel aus den Niederlanden.

Preislich liegen die Bänder zwischen 15 und 25 Euro je nach Design und Menge des verwendeten Materials. Im Schnitt dauert die Herstellung eines Bandes 45 Minuten. Der Verkauf läuft meist über die Instagram Seite: "Klatschmohn_Werkstatt", auf welcher auch die verschiedenen Designs betrachtet werden können.



Die Zukunft

Expandieren möchten die zwei Studentinnen in nächster Zeit nicht. Die zeitintensiven Studiengänge der beiden lassen das nicht zu. Auch das Sortiments wollen sie vorerst nicht erweitern. Denn den Jungunternehmerinnen gefällt es, sich auf ein spezielles Produkt konzentrieren zu können und das weiter zu verbessern und neue Designs und Ideen umzusetzen. Hoffnung stecken die zwei Gründerinnen in ein gutes Weihnachtsgeschäft. Weitere Verkäufe auf Floh- und Kreativmärkten und eine eigne Website sind in Planung.

Tipps für andere Gründer

"Uns ist es wichtig unseren persönlichen Touch beizubehalten und den Spaß an der Sache neben den ganzen rechtlichen Vorgaben nicht zu verlieren. Wir sind da selbst auch nur reingestolpert", erklären die Klatschmohn Gründerinnen. Mit Klatschmohn konnten die beiden Studentinnen ihr Hobby zum Nebenverdienst machen und empfehlen es auch anderen einfach mal auszuprobieren.



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