Zwei Wochen

Zwei französische Feuerwehrfrauen machen ein Praktikum bei der Freiburger Wehr

Daniela Frahm

Die 18-jährigen Cathleen Lorion und Flavie Guillard kommen aus Frankreich und machen ein zweiwöchiges Praktikum bei der Freiburger Feuerwehr. In ihrer Heimat werden sie zu Feuerwehrfrauen ausgebildet.

Das Gespräch ist beendet, bevor es überhaupt richtig angefangen hat. In der Hauptfeuerwache in der Eschholzstraße geht der Brandalarm los, aus verschiedenen Gebäudeteilen strömen Feuerwehrmänner herbei, und auch Cathleen Lorion fährt mit raus zum Einsatz. Die 18-Jährige ist zusammen mit der gleichaltrigen Flavie Guillard für ein zweiwöchiges Praktikum bei der Freiburger Feuerwehr. Die Französinnen kommen vom Lycée Les Huisselets in Montbéliard, wo sie zu Feuerwehrfrauen ausgebildet werden.


In Frankreich ist der Frauenanteil bei der Wehr etwas höher

"Anfangs waren die Kollegen etwas skeptisch, aber jetzt sind sie begeistert", erzählt Jérôme Krämer, der zusammen mit Markus Ott und Yannick Robert für die Praktikantinnen zuständig ist. Alle drei sprechen fließend Französisch. Die jungen Frauen seien "sehr interessiert" und die Kollegen hätten schnell gemerkt, "dass die auch was können". Auch die Verständigung sei kein so großes Problem wie gedacht, obwohl beide nur wenig Deutsch sprechen und ihre Lehrerin sie deshalb auch nach Freiburg geschickt hat.

Cathleen Lorion ist inzwischen wieder zurück, es war ein Fehlalarm, und auch Flavie Guillard kommt von einem Einsatz mit einem anderen Team zurück. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir hier so viel machen dürfen", sagen sie.

Seit zwei Jahren sind sie bei der Feuerwehr, davor waren sie etwa fünf Jahre in der Jugendfeuerwehr. Der Wunsch Hilfe leisten zu können und "die Faszination für Feuer" habe den Ausschlag gegeben. Der Frauenanteil ist in Frankreich zwar etwas höher als in Deutschland, aber auch noch sehr gering. In Freiburg beträgt er bei der Freiwilligen Feuerwehr etwa zehn Prozent und ist ansteigend, bei der Berufsfeuerwehr gibt es keine Frauen. Die Französinnen fühlen sich in Freiburg wohl und akzeptiert. Sie hatten selbst Bedenken wegen der Kommunikation, aber die "klappt auch mit wenigen Worten und Gesten, weil es eine gemeinsame Basis gibt", sagt Guillard, "und Feuer sind überall gleich". Allerdings gebe es auch Unterschiede zu ihrer Arbeit in Frankreich. Das fängt bei der Farbe der Einsatzfahrzeuge an und reicht über die Kupplungen der Schläuche bis hin zu den Hydranten, die nach einem anderen System funktionieren. "Sie sind keine Zuschauer, sondern dabei, wenn das gefahrlos möglich ist", sagt Markus Ott. Voraussetzung sei allerdings, dass ein französischsprachiger Kollege dabei ist.

Nächstes Jahr sollen zwei junge Männer kommen

Zustande gekommen ist das Programm über eine Lehrerin aus Montbéliard, die vor Jahren die Freiburger Feuerwehr besichtigt hat. Sie schickte im vergangenen Jahr erstmals eine französische Praktikantin. Im kommenden Jahr sollen zwei junge Männer kommen. "Voraussetzung ist, dass sie 18 Jahre alt sind", erklärt Krämer. Zum einen, weil sie sonst nicht mit zu den Einsätzen rausfahren dürften, zum anderen, weil sie in den Gästezimmern der Feuerwehr wohnen und nicht betreut werden können, wenn sie privat in der Stadt unterwegs sind.

"Sie stehen ihren Mann", scherzt Krämer über die Praktikantinnen, "und sie wollen als vollwertige Mitglieder akzeptiert werden." Die männlichen Mitschüler von Cathleen Lorion und Flavie Guillard machen ihr Praktikum allesamt in Frankreich. Auf die Frage, was sie sich für ihre Zeit in Freiburg noch wünschen, antworten beide gleichzeitig: "Ein großes Feuer", und schieben hinterher, "bei dem natürlich niemand verletzt wird."