Freiburger Verein

"zusammen leben" gewinnt Crowdfunding-Contest des Deutschen Integrationspreises

Annalina Ebert

Es ist entschieden: Der erste Platz des Crowdfunding-Wettbewerbs geht an den Freiburger Verein "zusammen leben". 15.000 Euro Preisgeld bekommt der Verein nun, womit er eine mobile Küche bauen möchte.

Glückliche Gesichter vor dem Strandcafé auf dem Grethergelände. Einen Monat lang haben die Mitglieder des Vereins "zusammen leben" um Stimmen gekämpft, um den Crowdfunding-Contest des Deutschen Integrationspreises zu gewinnen – mit Erfolg.


Unter 34 nominierten Projekten setzte sich der Freiburger Verein mit seinem Projekt "MuFuKü" durch, das den Bau einer MultiFunktionsKüche für das Sozialcafé und den Gemeinschaftsgarten anstrebt. Mit 740 Unterstützern und einer Fundingsumme von über 33.000 Euro lag die MuFuKü auf Platz eins vor den Projekten "Flüchtlingspaten Syrien" und "SoulTalk".

Johanna Dangel, die Projektkoordinatorin von "zusammen gärtnern" kann es kaum glauben, denn fast bis zuletzt lag die MuFuKü auf Platz zwei, im letzten Moment holte sie dann aber noch auf. "Ehrlich gesagt, wir waren selber überrascht und sprachlos, dass wir den ersten Platz im Crowdfunding Contest geschafft haben. Möglich war das nur mit dieser unglaublichen Community und dem starken Netzwerk an Menschen, die an unsere Arbeit glauben und uns in den letzten Wochen mit ihrer Spende unterstützt haben", sagt Dangel erleichtert.

Wie funktioniert der Deutsche Integrationspreis?

Der Deutsche Integrationspreis wird jährlich und deutschlandweit von der Hertie-Stiftung verliehen. Dabei gibt es mehrere Etappen. In der ersten Phase, die nun abgeschlossen ist, konnten Vereine, Gruppen oder Privatpersonen ein soziales Integrationsprojekt ausarbeiten und über die Crowdfunding-Plattform startnext bewerben.

Am Ende der Phase gibt es zwei Finanzierungsquellen, um das geplante Projekt auch wirklich umzusetzen: Einerseits die Einnahmen der "Crowd" über das Funding, andererseits einen Zuschuss der Stiftung, der je nach Platzierung unterschiedlich hoch ausfällt. Das Freiburger Projekt MuFuKü erhält demnach nun insgesamt rund 34.000 Euro, um seine Multifunktionsküche zu bauen.

Nach weiteren sechs Monaten überprüft eine Jury die Umsetzung aller Projekte und vergibt einen zweiten Preis, den Deutschen Integrationspreis. Die Organisatoren der drei am besten umgesetzten Projekte erhalten am 8. November in Frankfurt noch einmal ein Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro, um ihre Aktionen langfristig fortsetzen zu können.

Wieso eine MuFuKü?

Der Verein "zusammen leben" betreibt bereits mehrere soziale Projekte in Freiburg. Unter anderem organisiert er von Dienstag bis Donnerstag einen internationalen Mittagstisch im Strandcafé auf dem Grethergelände. Hier treffen Menschen mit verschiedensten Hintergründen und Sprachen zusammen und betreiben auf freiwilliger Basis das Café, das als Raum für eine multikulturelle Gemeinschaft dient.

Außerdem besitzt der Verein einen Gemeinschaftsgarten in Vauban, wo rund 200 Menschen gemeinsam Gemüse aller Art anbauen. Das einzige Problem: Es gibt keine Küche. Weder für die Zubereitung des Mittagessens noch für das Verkochen des selbst angebauten Gemüses. Das wird sich nun ändern.

Wie soll die Küche aussehen?

Die Multifunktionsküche wird in Kooperation mit den Stadtpiraten gebaut, einem Freiburger Verein, der eine Vorausbildung zum Schreinerhandwerk für Geflüchtete anbietet. Wie die Küche genau aussehen wird, ist momentan noch nicht klar. Fest steht aber, dass sie mobil sein soll, damit sie sowohl für das Strandcafé als auch für den Gemeinschaftsgarten und im besten Falle auch als Foodtruck für Events dienen kann.
Der Contest ist zwar vorbei, aber wenn ihr das Projekt noch durch Spenden unterstützen wollt, könnt ihr das immer noch bis zum 9. Mai über die Plattform startnexttun.

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