Fufu, Blaumais und Okraschoten

Zu Besuch im Asia Afro Latino Markt in der Schreiberstraße

Fabian Thomas

Wer kennt es nicht? Man kommt aus dem Urlaub, und vermisst dieses eine Produkt, das eine Gewürz oder den einen Brotaufstrich, den man dort dauernd gegessen hat. In Freiburg gibt es einige internationale Märkte – wie den Asia Afro Latino Markt.

Einer der ersten internationalen Supermärkte war der Asia Afro Latino Markt, der 2004 in der Schreiberstraße aufgemacht hat. "Hier kriegt man an einem Platz alles", meint Anisuzzaman Syed, der den Laden zusammen mit seinem Freund Ismael betreibt. Tatsächlich bietet der Laden nicht nur Essen aus Afrika, Asien und Südamerika an, sondern auch alle möglichen anderen Produkte: Von Haarwachs über Toilettenpapier bis zu Flixbus-Tickets. Sogar Handys gibt es an der Kasse zu kaufen. "Ganz normale, keine Smartphones", sagt Syed.


Der Laden

Betritt man den Markt, findet man auf der rechten Seite erstmal ein großes Sortiment an Kosmetikprodukten. Diese kommen zum Großteil aus Afrika, es gibt zum Beispiel Haar-Extensions und Perücken, aber auch ein Regal mit ayurvedischen Produkten und Henna. In der Mitte ist ein Regal mit Getränken aus aller Welt – vom Mangosaft aus Mexiko bis zum Bier aus Thailand.

Im hinteren Teil des Asia Afro Latino Markt sind mehrere Regale, in jedem gibt es Essen aus einem anderen Kontinent. Im Afrikanischen Regal findet man etwa Fufu, eine Getreidebeilage, aus Togo und Kamerun oder Palmnut Cream aus Ghana. Im Südamerikanischen Regal steht Mate Yerba (ein Tee) aus Argentinien oder Blaumais, um Tortillas zu machen; in der Mitte des Raums steht eine große Tiefkühltruhe, darin liegt tiefgekühlte Rotis und Parotha, also indisches Brot, jede Menge Fisch aus Afrika, geräucherte Ziege, und fast alles, was die Kuh so zu bieten hat.

Daneben gibt es einen kleinen Bereich für frisches Obst und Gemüse: Es gibt unter anderem frischen Koriander, Limetten aus Syeds Heimatland Bangladesch, Kokosnüsse, Okraschoten und brasilianische Avocados. Ganz genau nimmt man es mit der Geographie aber auch nicht, so findet man im Markt auch arabisches Brot oder Marmite Yeast Extract aus England, "nicht so lecker, aber gesund", meint Syed. Auch Kochbananen gibt es zu kaufen. Syeds Tipp: Wenn es abends mal schnell gehen muss, einfach Kochbanane für zwei Minuten in die Mikrowelle packen und zack fertig: Leckeres, gesunden Abendessen.

Das Ambiente

Um sich zu vergrößern ist der Markt erst Ende vergangenen Jahres von der Schreiberstraße 18 in die Schreiberstraße 20 gezogen. Dort residierte er neben der alten SWFR-Zentrale. Die Einrichtung des Asia-Afro-Latino-Markts ist schlicht und übersichtlich gehalten, die Gänge zwischen den Regalen sind relativ weit, durch das Schaufenster schaut man auf die viel befahrene B31.

Kunden

Im Grunde gibt es zwei Arten von Kunden hier, meint Syed. Entweder Leuten aus Afrika, Asien oder Lateinamerika, die bestimmte Produkte aus ihren Heimatländern suchen oder auch Leute von hier, die in diesen Ländern Urlaub gemacht haben und anschließend das Essen vermissen. Viele der Kunden kommen aus Afrika, weswegen afrikanische Produkte auch einen großen Teil des Sortiments ausmachen.

Das Besondere

Das Besondere ist die Vielfalt dieses Ladens, der Produkte aus drei Kontinenten anbietet. Wer mal – Achtung, schlechtes Wortspiel, über den Tellerrand hinausschauen will, sollte in die Schreiberstraße 20 gehen. Dort kann man Produkte entdecken, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt.


Was ist eigentlich dein Lieblingsprodukt in deinem Laden, Ismael? Samosas, antwortet der junge Ladenbetreiber, das sind indische Teigtaschen, die es hausgemacht an der Kasse zu kaufen gibt, sie sind mit Fleisch oder Gemüse gefüllt. "Die ess’ ich fast jeden Tag", sagt Ismael und lacht.

Öffnungszeiten:

Montag-Samstag, 9-21 Uhr

Adresse:

Schreiberstraße 20