Zu alt für Junges Freiburg? Stadtrat Florian Braune wechselt zu den Grünen

Christoph Ries

Der Rechtsanwalt Florian Braune ist dreißig und sitzt für Junges Freiburg im Gemeinderat. Geht das? Braune findet nein und ist deshalb freiwillig zu den Grünen gewechselt. Seine Partei findet das gar nicht lustig.



Florian Braune ist dreißig. Eigentlich ein knackiges Alter für einen Politiker. Außer er sitzt für eine Partei im Gemeinderat, deren Wählerschaft mehrheitlich noch zur Schule geht. "Ich bin nicht mehr glaubwürdig," sagt Braune. Deshalb hört er jetzt auf. Die Crux: Sein Mandat will er behalten und ab jetzt für Die Grünen stimmen. Zurück bleibt eine Partei, die statt zwei nur noch eine Stimme im Gemeinderat hat und sich überlegt, ob sie zur nächsten Wahl überhaupt antreten kann.


"Das ist hart für uns," sagte JF-Vorsitzende Theresa Glünkin bei einer Pressekonferenz im Rathaus heute mittag. "Wir akzeptieren Florians Entscheidung, obwohl es konsequenter gewesen wäre, wenn er auch als Stadtrat zurückgetreten wäre. Nur noch einen Stadtrat zu haben ist für die Partei untragbar." Neu besetzen darf die Partei den wegfallenden Platz im Gemeinderat nicht, weil Braune nur die Seiten wechselt und nicht ganz aufhört.

Als Person gewählt oder als Parteimitglied?

Wer als Rechtsanwalt arbeite, könne nicht rumlaufen wie ein Berufsjugendlicher, meint Braune. Streitpunkt war die Frage, ob er sein Mandat ruhen lassen müsse. "Jeder konnte mein Alter auf dem Wahlzettel sehen, außerdem finde ich, dass ich einen guten Job mache," begründet Braune seinen Schritt, als Stadtrat zu den Grünen zu wechseln.

Martin Jost, Kassenwart und potentieller Nachfolger von Braune bei Junges Freiburg, hält dagegen, bei der Wahl habe der Inhalt entschieden, nicht die Person. Daher gehöre das Mandat der Partei. An den Machtverhältnissen wird sich ohnehin nichts ändern. Die Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg/Die Grünen bleibt weiterhin stärkste Kraft im Gemeinderat.

Braune betonte, er bleibe "im Herzen Junges Freiburger. Besser ich trete jetzt zurück, als kurz vor den Wahlen. Jetzt liegt die Verantwortung ganz bei der Partei."

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