ZMF-Last-Minute-Verlosung: Axel Hacke im Spiegelzelt

Marius Buhl

Wer die Süddeutsche Zeitung liest, kennt Axel Hacke. Seit 25 Jahren schreibt der Journalist, Autor , Wahlmünchner dort Kolumnen. Für seine Leser wurde er dadurch zum Popstar, fürs Feuilleton zum subtilen Chronist des Alltäglichen - und für alle anderen Schreiber lustiger Texte zum Gespenst und Gradmesser. Am Montagabend liest Hacke im Spiegelzelt.



"Die deutsche Presse ohne die Kolumne von Axel Hacke, das wäre wie Fernsehen ohne Thomas Gottschalk, oder Boxen ohne Muhammad Ali, undenkbar eigentlich. Statt »Kolumne« müsste man im Deutschen »Hacke« sagen, man sagt ja auch »Tempo« statt »Papiertaschentuch«."


Dieser Satz stammt von einem Mann, der gemeinhin als König der deutschen Kolumnenschreiber bezeichnet wird: Harald Martenstein, dessen Kolumne "Martenstein" wöchentlich in der ZEIT erscheint. Wenn nun also der König über seinen ärgsten Konkurrenten so einen Satz sagt, dann ist automatisch der andere König, oder nicht?

So oder so: Axel Hacke, 59-jähriger Journalist, Autor und Wahlmünchner ist eine journalistische Wucht - und besonders in einer Disziplin hat er Meisterschaft erlangt: dem Kolumnenschreiben. Seit 25 Jahren schreibt er eben jene für das Magazin der Süddeutschen Zeitung, für deren Leser er ein Popstar ist. Oder wie er selbst süffisant anmerkt: "Ich schreibe in meinem Leben nun länger Kolumnen, als ich es nicht mache."

Ob "Erziehungsratgeber" oder "Das beste aus aller Welt": Hacke wurde durch seine Texte zu einem subtilen Chronist des Alltäglichen, dem er, sprachlich klar und überaus pointiert, immer noch etwas Komisches abgewinnen kann. Vor allem dem Alltäglichen im eigenen Hause: Seine Frau Paola, sein Sohn Luis, sein Kühlschrank Bosch - all diese Figuren wurden in seinen runden Geschichten Kult. Die Leser leiden mit, freuen sich - und verstricken sich zusammen mit Hacke in dessen Probleme.

So zum Beispiel in einer der beliebtesten Hacke-Kolumnen: Darin ist er, Hacke, wie so oft Hauptdarsteller. Bezirzt von den kirschholzgoldenen Locken einer Frau auf seiner Lesung, schreibt er dieser statt einer Widmung seine Handynummer ins signierte Buch. Am nächsten Tag -Hacke ist samt Frau Paola gerade beim Einkaufen - klingelt das Telefon. Doch zum Problem der fremden Frau am Telefon kommt noch ein Mann, der Hacke anschreit, weil dieser im Laden telefoniere, was von schlechten Manieren zeuge. Immer weiter hinab reist Hacke einen nun mit in dieses Dilemma, die Geschichte eines wildfremden Menschen aus der Zeitung, dessen Gesicht kaum ein Leser kennen dürfte, wird zur eigenen.

Liest Hacke seine Kolumnen nun aber live, bekommen diese auch noch ein Gesicht - der Spaß und die Bewunderung steigen dopplet. So kommt es, dass zahlreiche Leserinnen nach Hacke-Lesungen nun sagen: "Aber nicht die Telefonnummer hinein schreiben!" So ergeht es ihm oft: Schreibt Hacke über das Problem, Zahnpastatuben nicht ganz leer zu bekommen, hat er am nächsten Tag 20 Mails im Postfach, die ihm selbiges erklären. Schreibt er über seinen Sohn Luis, schreiben die Leser: "Bei mir ist das genauso!" oder geben Tipps, wie das mit der Erziehung besser geht.

Hacke, das ist das Gespenst, das jeder Schreiber eines lustigen Textes vor sich hat, denn er ist seit 25 Jahren unverändert gut. Ob er nun der König ist? Eines spricht für ihn: Obwohl er ein paar Jahre jünger ist als Martenstein, schreibt er schon länger Kolumnen. So lange gar, dass er nun die besten 1001 Kolumnen in ein dickes Buch gepackt hat - und ihm den Namen "Das kolumnistische Manifest" gegeben hat. Aus diesem liest er morgen auf dem Zeltmusikfestival in Freiburg. Paola, Luis und Bosch sind auch dabei.  

Last-Minute-Verlosung

fudder verlost einmal zwei Tickets für Axel Hacke am Montag, 6. Juli 2015 auf dem ZMF. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff "Wumbaba", Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, Montag, 6. Juli 2015, 13 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Was: Axel Hacke - Das kolumnistische Manifest - Das Beste aus 1001 Kolumnen
Wann: Montag, 6. Juli 2015, 20.30 Uhr
Wo: Spiegelzelt auf dem ZMF
Tickets: 23 Euro

[Foto: Thomas Dashuber/Veranstalter]