Ziggy Marley: Liebe statt Politik

Felix Lüttge

Er klingt wie er, sieht ihm nicht ganz unähnlich und auch musikalisch wird Ziggy Marley am Maßstab seines Vaters Bob Marley gemessen. Sein Auftritt beim ZMF verspricht aber eher spirituelle Hilfe denn politisches Engagement, wie man es von Papa Bob kannte.



Aller Ähnlichkeit mit seinem Vater zum Trotz geht der 39-jährige Sohn von Bob und Rita Marley eigene Wege. Sein aktuelles Album "Love Is My Religion" präsentiert Ziggy Marley morgen beim ZMF.


Geboren als David Marley 1968 in Trenchtown bei Kingston in Jamaika, nahm Ziggy Marley schon früh am musikalischen Leben seines Vaters teil, der ihm auch Unterricht in Gitarre und Schlagzeug gab. Breits mit zehn Jahren saß er oft neben seinem Vater im Studio und stand bisweilen sogar mit ihm und seinen Geschwistern auf der Bühne .
1979 nahmen sie gemeinsam den vom Vater geschriebenen Song "Children Playing in the Streets"
auf. Über die Herkunft des Namens "Ziggy" gibt es mehrere Anekdoten. Eine lautet, der Spitzname käme von Davids Vorliebe für David Bowie, der sich gelegentlich "Ziggy Stardust" nannte. Eine andere besagt, Bob Marley habe seinem Sohn den Namen gegeben, der so viel wie "großer Joint" bedeutet.

Mit 17 Jahren veröffentlichte Ziggy Marley gemeinsam mit seinen Geschwistern unter dem Namen "Ziggy Marley & The Melody Makers" die erste Platte "Play the Game Right". Es folgten einige Veröffentlichungen mit den Melody Makers von unterschiedlichem Erfolg, die sich teilweise in recht poppige Gewässer wagten. Das Album "One Bright Day" von 1989 stieg in die amerikanischen Top 20 ein und gewann einen Grammy, wie auch schon sein Vorgänger "Conscious Party".

In Kingston gründete Ziggy Marley sein eigenes Plattenlabel "Ghetto Youth United", das sich vor allem auf Nachwuchsmusiker aus dem Reggaegenre konzentriert.

Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze der Melody Maker entschied sich Ziggy, ein Soloalbum einzuspielen. 2003 erschien "Dragonfly", das nicht nur in Jamaika, sondern auch in seinem Domizil in Los Angeles aufgenommen wurde. Im letzten Jahr erschien "Love is my Religion" als zweiter Tonträger seiner Solokarriere, den Ziggy nun auf dem ZMF präsentieren wird.

So politisch engagiert wie sein Vater ist Ziggy Marley trotz eines Postens als Goodwill Ambassador für die UNO, nicht. "Die Lösung für die Menschheit ist geistiger Natur. Es ist keine politische oder religiöse Lösung. Es ist die Fähigkeit, sich gegenseitig zu lieben. Das ist die einzige Lösung, die ich sehe." Diese Nachricht spricht auch deutlich aus "Love is my Religion".

Ziggy Marley, der es mit der Monogamie wohl nicht so ungenau nimmt wie sein Vater, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Jamaika.

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Ziggy Marley: Website & MySpace

Ziggy Marley: "Love is my Religion"