Ziele erreichen: Jetzt!

Eva Hartmann

Tja, so kann das gehen: Da macht sie erst so große Versprechungen von wegen "mein Blog wird bloggiger", und anstatt dann dementsprechend wesentlich öfter von sich hören zu lassen, verschwindet Gewichtshalbiererin Eva gleich ganz von der Bildfläche. Warum es so lange nichts zu lesen gab? Eva erklärt's.



Na, kennt ihr mich noch? Ich bin's, Eva, das dicke Mädchen, dass hier auf fudder immer so große Töne von wegen "Gewichtshalbierung" gespuckt hat. Lange nicht gesehen, was? Gehts euch gut? Ach,...wo ich war, wollt ihr wissen. Gute Frage. Eine gute Antwort habe ich leider nicht wirklich. Nur ein richtig schlechtes Gewissen.

Ich fühle mich richtig mies, mein fudder-Blog - und vor allem, wie ihr gleich lesen werdet, nicht nur das - so lange vernachlässigt zu haben. So mies, dass ich sogar schon überlegt habe, irgendeine Geschichte zu erfinden, in der ich dann erzählt hätte, dass ich ja ganz brav immer beim Training war, sich aber aus wundersamen Gründen trotzdem nichts getan hat. Schnickschnack.


Die Wahrheit ist schrecklich langweilig und geradezu beschämend - aber sie geht in etwa so: Es gab nichts zu schreiben, weil ich nichts gemacht habe. Ich habe noch immer richtig viel Unistress und anstatt den im Fitnesscenter abzubauen, hab ich ihn durch Nichtstun buchstäblich in mich reingefressen. Irgendwas zwischen vier und sechs Wochen lang war ich nicht mehr beim Sport. Totales Motivationstief. Statt schwitzen auf dem Spinbike: Grillen bei Freunden. Statt BodyPump und Switch-Zirkel: Badezimmer putzen und im Internet surfen.



Bei soviel Faulheit nützt auch all der Hüttenkäse nichts mehr: Als logische Folge habe ich in diesen unsportlichen Wochen wieder drei Kilo zugenommen - begünstigt durch einen Ausflug an die Ostsee, wo eine Freundin von mir anlässlich ihrer Hochzeit ein Fressgelage anzettelte, das unausprechlich weit jenseits von Gut und Böse anzusiedeln war. Hinzu kam, dass ich die fürchterlich lange Autofahrt dorthin für einen legitimen Grund hielt, nach drei Jahren mal wieder bei Burger King zu essen. Und von den ganzen Fruchtgummis und Müsliriegeln, die ich auf der Autobahn so "nebenher" in mich hineingestopft habe, rede ich besser gar nicht. 

Nach diesem Wochenende fühlte ich mich endgültig fett und elend. Die erst noch vor einigen Wochen neu gekauften Jeans zwickten schon wieder überall und die neuen Shirts saßen ob der wieder etwas größer gewordenen Wampe auch nicht mehr so toll. Ich stand vor der Wahl entweder irgendwie meine Motivation wiederzufinden, oder über kurz oder lang wieder so auszusehen, wie noch vor einem Jahr. Das intensive Betrachten alter Fotos aus dieser Zeit gab mir dann allerdings wieder ausreichend Antrieb, mich endlich wieder Im Fitnesscenter blicken zu lassen.



Erst seit etwa drei Wochen gehe ich wieder regelmäßig und werde seither beinah täglich mit spitzen Kommentaren von Trainern und anfeuernden Durchhalteparolen von Stammgästen konfrontiert (Danke vauwee!). Aber genau denen zum Dank scheine ich so langsam wieder zur alten Form zurückzufinden. Was mir an Motivation noch fehlt, erledigt Trainer Olaf für mich auf seine ganz eigene Weise: "Ich hab die Schnauze jetzt voll, Eva, wir wollen doch was erreichen", verkündete er gestern und verpasste mir anschließend mit düsterer Miene ein Trainingsprogramm, "von dem dir schlecht werden wird": Keine Zirkel mehr, dafür einen Haufen neuer Geräte mit jeweils 4x15 Wiederholungen bei maximal möglichem Gewicht und hinterher 20 Minuten Laufband bei 5% Steigung und maximal möglicher Geschwindigeit.

Noch dazu regelmäßig BodyPump und Spinning - ich leide, Leute, wirklich. Aber ich hab's ja nicht besser verdient, von nichts kommt ja bekanntlich nichts und so weiter und so fort. Immerhin sind während dieser letzten zwei Wochen 2,5 von den zugelegten drei Kilos wieder runter und ich bin zuversichtlich, dass demnächst auch noch ein paar mehr verschwinden werden. So langsam wird es mal Zeit, ein paar Ziele zu erreichen, statt immer nur davon zu reden.

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