Dritter Prozesstag

Zeugen nahmen Hussein K. nicht als erkennbar betrunken wahr

Joachim Röderer & BZ-Redaktion

Vor dem Landgericht Freiburg wurden Zeugen gehört, denen Hussein K. vor der Gewalttat an Maria L. in einer Bar begegnet ist. Sie haben mehrheitlich den Angeklagten nicht als betrunken erlebt.

Fazit: Hussein K. hatte in seinem Geständnis angegeben, dass er bei der Tat stark unter Einfluss von Alkohol und Drogen stand. Zeugen, die ihn in den Stunden vor der Tat in der "Sonderbar" in der Altstadt erlebt haben, können diese Schilderung allerdings nicht bestätigen. Im Gegenteil: "Gangart, Gestik waren völlig normal – nichts, was einem Betrunkenen nahekommt", erklärte der Betreiber der Bar vor Gericht. Eine Frau fühlte sich vom Angeklagten belästigt. Weil er ihr mehrfach zu nahe gekommen war, hatte sie ihn einmal richtiggehend weggestoßen. Zwei Gäste hatten durchaus positive Erinnerungen an den Angeklagten und das Gespräch mit ihm. Kurios: Ein Zeuge, dem Hussein K. ein sexuelles Angebot gegen Geld gemacht hatte, schilderte ihn als betrunken – und zählte diverse Vorfälle auf, die diese Ansicht stützen sollten. Auf dem Video aus der Überwachungskamera sind die beschriebenen Szenen allerdings nicht zu sehen. Wie der Zeuge, der im Zeugenstand sehr eloquent auftrat, zu seiner Einschätzung kam, blieb am Ende offen.


17:30 Uhr: Für heute ist der Prozess vorbei. Am 28. September wird weiter verhandelt.

17:20 Uhr: Nachdem das Überwachungsvideo aus der "Sonderbar" im Gericht abgespielt wurde, meldet sich Oberstaatsanwalt Eckart Berger zu Wort und gibt eine Erklärung ab: Das Video hätte eindeutig gezeigt, dass Hussein K. beim Tanzen nicht zu Boden gegangen sei – anders als vom 54-jährigen Zeugen zuvor dargestellt. Auch, dass er weder stark geschwankt habe noch zu betrunken gewesen sei, um eine Tür zu öffnen. Das Videomaterial widerspräche da also einer Zeugenaussage. . "Diese Aussage ist damit nachweislich falsch. Warum, das steht hier nicht zu bewerten", so Berger.

Auch Verteidiger Sebastian Glathe kommt zu Wort. Man werde prüfen müssen, ob das Video zu Verzerrungen führe, was die Beurteilung des Trunkenheitsgrades von Hussein K. angehe. Außerdem merkt Glathe an, dass klar gestellt werden müsse, ob die Aufnahme durchgängig sei oder ob Teile des Abends darauf fehlten.

15.30 Uhr: Aktuell wird das Überwachungsvideo aus der "Sonderbar" gezeigt – zwei Stunden im Schnelldurchlauf.

14.55 Uhr: Ebenfalls als Zeugin vor Gericht erschien an diesem dritten Verhandlungstag eine 32 Jahre alte Industriekauffrau. Sie war am 15. Oktober mit zwei Freundinnen für einen "Mädelsabend" in der "Sonderbar". Gemeinsam hätten sie ein paar Shots getrunken. "Wir waren überrascht, wie günstig es in dieser Bar war." Sie sei heiter gewesen, aber nicht betrunken und könne sich noch an alles erinnern.

"Ich hatte nicht den Eindruck, dass er betrunken war. Nein, gar nicht, auch nicht beim Tanzen." Zeugin in der "Sonderbar"
Hussein K. habe sie nach einer Zigarette gefragt, daraufhin seien sie ins Gespräch gekommen, auch wegen ihres Engagements im Arbeitskreis Asyl. Sie habe nicht den Eindruck gehabt, dass der Angeklagte alkoholisiert gewesen war. "Nein, gar nicht, auch nicht beim Tanzen." Er habe ihr keinerlei Avancen gemacht oder Annäherungsversuche unternommen, sagte sie auf Nachfrage. Ihr gegenüber habe er gesagt, 17 Jahre alt zu sein. Sie habe das für nachvollziehbar gehalten.

14.30 Uhr: Am Nachmittag hat ein 54 Jahre alter Freiburger ausgesagt, der an dem Abend Gast in der "Sonderbar" gewesen war. Im Zeugenstand schilderte er seine Begegnung mit dem Angeklagten am Abend des 15.Oktober. Man sei ins Gespräch gekommen, berichtete der Mann, halb auf Deutsch, halb auf Englisch. "Ich habe ihm dann ein Bier geholt", erzählte er. Später habe er ihm noch ein weiteres Bier spendiert. "Mein Eindruck war, dass er nicht mehr ganz nüchtern war – ich aber auch nicht."

"Ich fand ihn sympathisch." Zeuge aus der "Sonderbar"
Hussein K. habe geschwankt, habe auch mal Probleme gehabt, eine Tür zu öffnen. Sein Gegenüber habe Bier über sein Hemd verschüttet und auch mal die Flasche fallen lassen. Auf Nachfrage erinnerte sich auch dieser Zeuge an einen glasigen Blick Hussein K.s Allerdings habe sich der junge Mann noch gut artikulieren können. Der Zeuge gibt zu, selbst alkoholisiert gewesen zu sein, eben "lustig drauf, aber ohne Ausfallerscheinungen", wie er es formulierte.

Dann habe Hussein K. zu ihm gesagt: "Would you like to go to the toilet?" Auf seine eher belustigte Nachfrage, was das kosten würde, habe der Angeklagte gesagt: 50 Euro. Er habe den Eindruck gehabt, Hussein K. sei "auf der Suche nach Geld" gewesen. Die beiden hätten auch über die sexuelle Orientierung des jungen Mannes gesprochen. "Mir war klar, dass er nicht schwul ist", so der 54-Jährige. Er habe ihm dies auch gesagt, woraufhin Hussein K. mit dem Kopf genickt habe. Dieser sei mit dem Preis immer weiter heruntergegangen – er habe jedoch abgelehnt.

Der Zeuge gab vor Gericht an, die Begegnung mit dem Angeklagten insgesamt nicht als unangenehm empfunden zu haben - eher im Gegenteil: "Ich fand ihn sympathisch." Am Ende habe man zusammen noch je drei Zigaretten geraucht. Nach etwa einer Stunde habe er die "Sonderbar" wieder verlassen, so der Zeuge. Er habe den Angeklagten auf Anfang bis Mitte 20 geschätzt.

13.40 Uhr: Das Gericht setzt nach einer Pause die Verhandlung fort.

12.30 Uhr: Vor Gericht hat auch die zweite der beiden Frauen ausgesagt, die an jenem Tatabend Hussein K. in der "Sonderbar" begegnet sind. Die 31-jährige Zeugin konnte sich allerdings nicht mehr an viele Details erinnern. "Es war unangenehm, aber es ist mir auch schon Schlimmeres untergekommen." Sie nahm Hussein K. als leicht alkoholisiert wahr: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht stark betrunken war, er war nicht vollkommen weggetreten." Der Angeklagte sei ihr fordernd vorgekommen, als hätte er ein Ziel gehabt. Auf Nachfrage konnte sie dieses Gefühl aber nicht näher beschreiben.

Die Zeugin ist sich sicher, dass Hussein K. noch in der Bar war, als sie und ihre Freundin das Lokal verließen. Er habe zu dem Zeitpunkt in ihrer Nähe gestanden. Ein Video der Überwachungskamera zeigt jedoch, dass Hussein K. vor den Frauen die "Sonderbar" verlassen hatte.

Verteidiger Glathe las der Zeugin einen Passus aus ihrer Aussage bei der Polizei vor, wonach der Angeklagte leicht geschwankt haben soll. Daran habe sie keine Erinnerung mehr, so die 31-Jährige.

12.05 Uhr: Zum Ende der Aussage der Besucherin der "Sonderbar" schauten sich am Richtertisch die Prozessbeteiligten Videos der Überwachungskamera an. Die Aufnahmen würden klar zeigen, so Verteidiger Sebastian Glathe, dass der Angeklagte um 1.14 Uhr vor den beiden Frauen die Bar verlassen habe. Das sei ein Widerspruch zur Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Dort stehe, Hussein K. sei den Zeuginnen aus der Bar gefolgt.

Oberstaatsanwalt Eckart Berger hielt dagegen: Der Angeklagte habe erkennen können, dass die beiden Frauen ihre Jacken anziehen, ihre Gläser beiseite stellen und aufbrechen wollen. Dann habe er schnellen Schrittes die Bar verlassen.

11.40 Uhr: Im Zeugenstand sagte eine 29 Jahre alte Freiburgerin aus, die am Tatabend mit einer Freundin die "Sonderbar" besucht hatte. Ihr war der Angeklagte, der unweit der beiden Frauen saß, mehrfach negativ aufgefallen. "Er hat uns die ganze Zeit angestarrt", sagte sie. Sie habe das Gefühl gehabt, er stehe wegen seines glasigen Blicks unter Drogen, vielleicht auch unter Alkohol. Er habe nicht mehr besonders fit ausgesehen. Das Starren sei ihr unangenehm gewesen. "Wie ein Psycho" sei er ihr vorgekommen – das hatte sie im vergangenen Jahr bei der Polizei ausgesagt.

"Er kam mir sehr, sehr nahe." Zeugin aus der "Sonderbar"
Die Frau berichtet, dass ihre Handtasche auf einen Stuhl lag. Sie habe sich kurz weggedreht, dann sei die Tasche plötzlich auf dem Boden gelegen. Die Frau vermutet, dass Hussein K. sie heruntergeworfen hatte. "Was soll das?" habe sie ihn gefragt. Hussein K. habe nicht reagiert.

Später, als ihre Freundin auf der Toilette war, sei er zu ihr gekommen und habe sie auf Deutsch angesprochen; er habe gefragt, warum sie überhaupt hier sei und was sie hier machen würde. "Er kam mir sehr, sehr nahe und war unglaublich aufdringlich und penetrant – das war nicht normal", so die Zeugin. Einmal hätte sie ihn sogar von sich wegstoßen müssen. Sie habe ihm mehrfach klar deutlich gemacht, dass sie nicht mit ihm reden und mit ihm tanzen wollte. Die Zeugin sagte aus, sie habe sich auch beim Barkeeper über Hussein K. beschwert, er sei aber – anders als von ihr gehofft – nicht aus dem Lokal geworfen worden. Sie schrieb auch eine Whatsapp an einen Freund, mit dem sie später noch verabredet war und berichtete über die für sie unangenehme Situation. Die Kurznachrichten wurden vor Gericht verlesen.

10.50 Uhr: Der 38 Jahre alte Betreiber der "Sonderbar" sagte als dritter Zeuge an diesem Vormittag aus. Als er im vergangenen Dezember nach der Festnahme von Hussein K. im Internet das Facebook-Profil des Angeklagten gesehen hatte, erinnerte er sich schnell, dass er dem Mann schon einmal begegnet war – und zwar als Gast in der "Sonderbar". Das habe an den "markanten Gesichtszügen" von Hussein K. gelegen. Im Zeugenstand rekapitulierte er noch einmal den Besuch von Hussein K. am Tatabend. "Er ist mir aufgefallen, weil er alleine an der Wand stand", so der Gastronom. Er habe ihn mit den Augen fixiert – es habe immer wieder Probleme mit arabischstämmigen Gästen gegeben, die als Taschendiebe aufgefallen seien. Hussein K. habe genau in dieses Raster hineingepasst.

"Die Gesichtszüge sind eindeutig die eines Über-18-Jährigen." Betreiber der "Sonderbar"
Der Angeklagte habe in Bar laut Aussage des Zeugen zwei Flaschen Bier getrunken. Auch auf den Barbetreiber machte Hussein K. keinen alkoholisierten Eindruck. "Er mimte eher den Betrunkenen", so der Zeuge. Das habe er an dessen Kopfschütteln festgemacht und daran, dass Hussein K. immer wieder von einem Bein auf das andere getreten sei. Aber diese Bewegungen hätten auch sehr schnell wieder aufgehört: "Gangart, Gestik waren völlig normal – nichts, was einem Betrunkenen nahekommt." Den Ausweise hatte sich der Gastronom nicht zeigen lassen: "Die Gesichtszüge sind eindeutig die eines Über-18-Jährigen."

10.05 Uhr: Wenig zur Sache beitragen konnte vor Gericht der zweite Barkeeper, der am Abend des 15. Oktober in der "Sonderbar" Dienst hatte. Er konnte sich nicht mehr an Details des Abends und auch nicht an Hussein K. erinnern. Er betonte, nur Gäste ab 18 Jahren dürften in die Bar, einen Türsteher stünde jedoch erst ab 24 Uhr am Eingang. Den Ermittlungen zufolge traf Hussein K. gegen 23 Uhr in der "Sonderbar" ein.

In der Zeit davor wird dem Zeugen zufolge an der Theke dann der Ausweis kontrolliert, wenn jemand jünger aussehe wie 18. Videoaufnahmen aus der Bar zeigen, wie der Barkeeper Hussein K. ein Bier verkauft hatte. Er müsse ihn dann wohl für volljährig gehalten haben, sagte der 26-Jährige.

Nach der kurzen Aussage legte das Gericht eine knapp halbstündige Pause ein.

9.40 Uhr: Als erster Zeuge sagte am Mittwochmorgen ein 40-Jähriger Freiburger aus, der als Türsteher und Barkeeper in der Homosexuellen-Kneipe "Sonderbar" an der Salzstraße in der Freiburger Altstadt beschäftigt ist. An diesem Abend arbeitete er hinter der Theke. Er konnte sich an den Besuch von Hussein K. am 15. Oktober erinnern, der ihm zufolge einer von etwa 20 Gästen war. Der Angeklagte habe ein "durchschnittliches Verhalten" an den Tag gelegt. Betrunken sei er ihm nicht vorgekommen. "Er hatte keine Ausfallerscheinungen", erinnerte sich der Zeuge auf Nachfrage von Richterin Kathrin Schenk. "Wäre er betrunken gewesen, hätte ich es gemerkt."

"Einmal hatte er einen Kleineren dabei, der war höchstens 14." "Sonderbar"-Mitarbeiter
Beim Besuch am 15. Oktober habe sich der Angeklagte in der Bar sehr offenherzig mit Homosexuellen unterhalten und den Arm um deren Schultern gelegt: "Er hat sich wie ein Social Butterfly verhalten - und ist von einer Blüte zur anderen Blüte gesprungen", so der Zeuge. Auch mit Frauen habe Hussein K. gesprochen. "Das war für mich ein Zeichen, dass er eingeladen werden wollte."

Wäre er selbst Türsteher an diesem Abend gewesen, er hätte Hussein K. nicht reingelassen "aus einem Bauchgefühl raus". Es gebe immer wieder mal Probleme mit arabischstämmigen Männern, weil diese "nicht begeistert" von der Homosexualität wären.

Aufgefallen sei ihm Hussein K. schon in den Monaten zuvor. Der Angeklagte habe schon ein paar Mal versucht, in die "Sonderbar" zu kommen. Da habe er ihm den Zutritt verweigert. "Einmal hatte er einen Kleineren dabei, der war höchstens 14", so der "Sonderbar"-Mitarbeiter.

Dritter Verhandlungstag

Die Verhandlung um den gewaltsamen Tod der 19-jährigen Studentin Maria L. geht in die dritte Runde. Insgesamt sind fünf Zeugen geladen. Vor dem Landgericht Freiburg sollen am Mittwoch von 9 Uhr Zeugen gehört werden, auf die Hussein K. an jenem Abend des 15. Oktober getroffen ist. Besonders interessant dürfte dabei sein, inwieweit sich ihre Angaben mit der Aussage des Angeklagten decken. Dieser hatte am Montag vor Gericht mehrfach betont, an jenem Abend reichlich Alkohol getrunken zu haben und zeitweise nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen zu sein. Ein Ermittler hatte im Zeugenstand bereits erhebliche Zweifel an dieser Version der Geschichte geäußert.


(Wie kam es zu dem verhängnisvollen Aufeinandertreffen von Maria L. und Hussein K. in jener Nacht des 16. Oktober? Klicken Sie links oben auf das Symbol neben der Überschrift und erfahren Sie mehr.)

Der afghanische Flüchtling Hussein K. ist angeklagt des heimtückischen Mordes in Tateinheit der schweren Vergewaltigung. Seit vergangener Woche läuft der Prozess gegen den jungen Mann. Die Jugendkammer mit Richterin Kathrin Schenk hat insgesamt 16 Verhandlungstage angesetzt, die sich über knapp drei Monate erstrecken werden. Im Prozess sollen 45 Zeugen und zehn Sachverständige gehört werden Das Urteil könnte am 8. Dezember gefällt werden.

Zweiter Verhandlungstag

Der zweite Prozesstag im Mordfall Maria L. hatte mehrere Paukenschläge zu bieten. Der Angeklagte Hussein K. legte zunächst ein umfassendes Geständnis ab. Er gab zu, Maria L. am 16. Oktober 2016 auf dem Radweg an der Dreisam gewürgt, vergewaltigt und getötet zu haben. Die Studentin war auf dem Heimweg von einer Party im Institutsviertel. Hussein K. sagte aus, er habe sein Opfer mit einem Schal erwürgt, dann habe er sich an ihm vergangen. Tatsächlich ist Maria L. laut Ergebnis der Obduktion in der Dreisam ertrunken. Das Opfer wies am Körper mehrere Bisswunden auf.

Am zweiten Verhandlungstag sagte zudem ein Kriminaloberkommissar als Zeuge aus, der als Hauptsachbearbeiter der Kripo die Ermittlungen führte. Er schilderte das Vorgehen der Polizei und zeichnete den Weg Hussein K.s an jenem Abend und in jener Nacht basierend auf Zeugenaussagen nach. In seiner Aussage belastete er den Angeklagten schwer. Er berichtete von Videoaufnahmen, die belegten, wie Hussein K. in der "Sonderbar" an der Freiburger Salzstraße zwei Frauen belästigt hat. Zudem soll er dort einem Mann sexuelle Dienste gegen Bezahlung angeboten haben. Auf dem Weg nach Littenweiler soll der Angeklagte zudem eine Frau in der Straßenbahn bedrängt haben.

Erstmals wurde durch die Zeugenaussage des Kripo-Manns bekannt, dass Hussein K. im Iran als 14-Jähriger ein zwei Jahre jüngeres Mädchen vergewaltigt haben soll. Dies habe er einem Zellengenossen gegenüber zugegeben. Dieser habe zudem ausgesagt, dass der Angeklagte ihm von der Straftat in Griechenland erzählt habe, bei der er eine junge Frau über eine Kaimauer geworfen hatte.

Der Ermittler sagte vor Gericht auch aus, dass Hussein K. seit seiner Verhaftung zweimal versucht habe, sich das Leben zu nehmen. In der Freiburger Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik war er vor der Tat, zwischen Januar und April 2016, wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung vier Mal in Therapie gewesen und sei auch medikamentös behandelt worden.

Erster Verhandlungstag

Am ersten Tag des Prozesses gegen Hussein K. machte der Angeklagte erstmals Angaben zu seiner Person, zu Familie, Kindheit und Flucht nach Deutschland. Er gab zu, bezüglich seines Alters gelogen und sich jünger gemacht zu haben, um die Vorzüge eines minderjährigen Flüchtlings in Anspruch nehmen zu können. Er machte auch Angaben zur Pflegefamilie und seinem Leben in Freiburg, das geprägt gewesen sein soll von Alkohol- und Drogenkonsum. Vor Gericht erschien Hussein K. müde und schläfrig. Er stand unter dem angstlösenden Medikament Tavor. Dies warf die Frage nach der Prozessfähigkeit des Angeklagten auf.

Ein Teil der Aussage Hussein K.s fand an diesem Prozesstag auf Antrag der Verteidigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach BZ-Informationen hatte der Angeklagte dabei Angaben zu seiner Zeit in einer Koranschule und einem möglichen sexuellen Missbrauch gemacht.

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