"Zementgarten": Casting im Freiburger Theater

Ursula Cadenbach

Das Theater Freiburg sucht ab sofort junge Leute zwischen 14 und 24 für das Projekt "Zementgarten" im Werkraum. Am 5. April findet das erste Vorsprechen statt, am 28. April eine "Autorenschlacht". Michael Kaiser, Theaterpädagoge und Leiter des Werkraums im Theater Freiburg, hat einige Fragen dazu beantwortet.



Für die Produktion "Zementgarten" suchen Sie rund 13 Leute zwischen 14 und 24 Jahren. Werden später alle auf der Bühne stehen?

Nein. Auf der Bühne werden etwa acht bis zehn Jugendliche zu sehen sein. Die restlichen drei sollen unser festes Autorenteam für dieses Projekt werden. Neben Texten aus dem Roman »Zementgarten« von Ian McEwan wollen wir nämlich neue Passagen in das Stück einflechten, die parallel zur Probenarbeit von einem Schreiberteam produziert werden.

Wie werden Sie unter den Bewerbern die Richtigen auswählen?

Die Darsteller werden Regisseur Marc Prätsch und sein Team im Rahmen eines Vorsprechens am 5. und 6. April suchen. Die Autoren wollen wir bei einer so genannten Autorenschlacht am 28. April finden. Hier hat jede/r Bewerber/in bis 24 Jahre sieben Minuten Zeit, einen eigenen Text auf unserer Bühne zu präsentieren.

Am Ende dieses Abends stellt eine Jury das Autorenteam zusammen. Drei Pokale gibt es für die Gewinner obendrauf.

Infos zur Anmeldung zum Vorsprechen und zur Autorenschlacht finden sich hier.

Gibt es besondere Voraussetzung für eine Bewerbung, Bühnenerfahrung etwa? Müssen die Autoren bereits Texte veröffentlicht haben?

Für uns ist es nicht so entscheidend, ob jemand schon einmal gespielt hat oder ob er Schauspiel- oder Gesangsunterricht nimmt. Wir suchen vielmehr Leute ab 14 Jahren, die vor allem Spaß und Energie mitbringen und später als Gruppe funktionieren.

Das gilt auch für die Autoren: Alle, die gerne ihre Texte auf der Bühne hören möchten, sind herzlich eingeladen. Wichtig ist nur, dass man schnell und auch unter Druck schreiben kann.

Worum geht es in Ian Mc Ewans' Roman "Zementgarten"? Ist der nicht ganz schön düster?

Ich würde eher »skurril« sagen. »Zementgarten« ist nämlich vor allem eine schräge Familiengeschichte. Zuerst stirbt der Vater beim Zementieren des Gartens, wenig später die Mutter in Folge einer ominösen Krankheit. Die verwaisten Kinder beschließen daraufhin, den Schein einer intakten Familie nach außen hin zu wahren, damit sie nicht in Heime kommen und so voneinander getrennt werden. Die Folge ist die Reorganisation der Familienstrukturen, ein Anarcho-Haushalt mit vielen Partys und Pizzakartons, die sich bis zur Decke stapeln. Außerdem bahnt sich eine seltsame Liebesgeschichte zwischen den ältesten Geschwistern an.

Regisseur Marc Prätsch will diesen Stoff im Werkraum mit allen erarbeiten. Wie muss man sich die Probenphase vorstellen? Bleibt da noch Zeit, in die Schule oder in die Uni zu gehen?

Geprobt wird vom 5. Mai bis zum 13. Juni. In dieser Intensivphase sollte man schon viel Zeit mitbringen, vor allem in den Pfingstferien und an den Wochenenden. Ansonsten wird es zwei, drei Proben unter der Woche geben, am späten Nachmittag und Abend. Zeit für Uni und Schule bleibt also schon. Die Probentermine kann man auf unserem Zementblog nachlesen.

Wann ist Premiere?

Am 14. Juni im Werkraum des Theater Freiburg. Danach spielen wir das Stück noch bis Mitte Juli.

Mehr dazu:

Website: Zementblog

Was: Casting „Zementgarten“
Wann: 5. / 6. April bzw. 28. April
Wo: Theater Freiburg